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Ein Massai kämpft gegen Bildungsarmut

Sein Lachen ist auch nach zwei Wochen Vortragsreise ansteckend, seine Vision eindringlich: Ole Ronkei, kenianischer Nomadensohn, „Compassion“-Manager und vormaliger Weltbankberater, erhob am vergangenen Dienstag bei einer gut besuchten Veranstaltung in Marburg seine Stimme für die benachteiligten Kinder dieser Welt.
Von PRO

Foto: pro

Ich bin ein gesponsertes Kind. Neun Jahre lang hat eine dänische Familie meine Schulkosten bezahlt.“ Das war der Schlüssel zur Karriere des Ole Ronkei: Geboren irgendwann um 1960 in den weiten Steppen Kenias, schaffte es der älteste Sohn einer Nomadenfamilie 1995 auf einen gut bezahlten Sessel bei der Weltbank. „Nichts in der Birne, aber schnell mit dem Speer“ – dieses afrikanische Vorurteil über den Volksstamm der Massai konnte er mit seiner beispiellosen Berufslaufbahn widerlegen.

Doch ohne Schulbildung wäre sein Aufstieg vom Hirtenjungen und Rinderzüchter zum Professor der Kommunikationswissenschaften undenkbar gewesen. Und ohne die Spenden aus dem Ausland wiederum könnte Ronkei seine etwa 150 Rinder – übrigens hat er von jedem Tier ein Bild auf seinem Laptop – bis heute nicht buchstabieren. Oder seiner Frau Renoi, die ihn auf seiner Deutschlandtour begleitet hat, eine E-Mail schreiben. Und wer weiß, ob er zum Glauben an Jesus Christus gekommen wäre, hätte er nicht selbst die Bibel studieren können?

Rastlos im Einsatz für benachteiligte Kinder

Der christliche Glaube und das Wissen um die Wichtigkeit von Bildung treiben Ronkei seit zwölf Jahren um die Welt. Als ihn ein befreundeter Mitarbeiter des christlichen Kinderhilfswerks „Compassion“ ansprach, „musste ich nicht zwei Mal nachdenken“, berichtet er am Dienstagabend im voll besetzten Vortragssaal der Marburger Stadtmission. Der Halbwaise – sein Vater war bei Stammeskämpfen ermordet worden – gab seine hoch dotierten Jobs als Weltbankberater und Uni-Dozent auf. Seither leiht er benachteiligten Kindern seine Stimme: damit auch sie die gleiche Chance bekommen wie er selbst. Denn die Startbedingungen von unzähligen Kindern auf der Welt sind denkbar schlecht.

Dennoch blickt Ronkei hoffnungsvoll in die Zukunft. Durch die neue Verfassung von Anfang August sei die Regierung dem Volk künftig erstmals rechenschaftspflichtig. Und was motiviert ihn für seine Kräfte zehrenden Aufgaben als Verantwortlicher für die Studentenprogramme von „Compassion“ in Asien, Afrika und Lateinamerika? Wieder muss der Vater von fünf Kindern nicht lange überlegen: „Die Freude in den Augen eines ehemaligen Compassion-Jungen, dem ich sein Architektur-Diplom überreiche und von dem ich weiß, dass er in einer winzigen Hütte in einem Elendsviertel groß geworden ist. Und das Lachen der jungen Frau, die mit den Spende von Fremden Rechtsanwältin werden konnte, obwohl sie in einer rechtlosen Welt aufgewachsen ist.“ (pro)

Das Buch „Mein Herz in Afrika: Ole Ronkei – Begegnung mit einem Massai“ ist erschienen bei Gerth Medien (ISBN-Nr: 978-3-86591-406-4) und kostet 12,99 Euro.

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