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Ehrgeiziges Projekt: Mann schreibt in 7 Jahren Bibel ab

W i e n (PRO) - Seine Motivation bezog er aus der Faszination für das Buch der Bücher und für den Schöpfer, der darin "der Menschheit Weisungen gegeben hat, wie sie agieren soll, um Frieden auf der Welt und mit ihm selbst zu finden". Der 66-jährige Wiener Johann Fink hat die Bibel in sieben Jahren per Hand abgeschrieben.
Von PRO

Beim Blick auf den Sternenhimmel erkannte der Wiener nach eigener Aussage die Gesetzmäßigkeiten in der Natur und machte sich Gedanken über die ordnende Hand. “Wie ein Uhrmacher die Teile eines Chronographen auch akkurat zusammensetzen muss und sie nicht einfach in die Luft werfen kann im Vertrauen darauf, dass sie zueinander passen werden, so müsse doch auch am Sternenhimmel eine höhere Macht am Werk gewesen sein”, heißt es auf seiner Homepage.

“Man erkennt, dass sich die Bibel selbst erklärt und auslegt. Es ist der Brief dessen, der alles erschaffen hat, an die Menschheit mit den Weisungen, wie sie agieren soll, um Frieden auf der Welt und mit dem Schöpfer selbst zu finden.” Das Wort übe “unglaubliche Macht aus auf jenen, der es hört”. Fink erkannte beim Studium der Bibel die Zusammenhänge der Dinge, fand Vertrauen in die ordnende Macht, erlangte Selbstsicherheit, Ruhe, Gelassenheit.

Und er folgte der Eingebung, die Bibel mit der Hand abzuschreiben. Vor der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um das Jahr 1450 hatten Mönche in großen Räumen die Heilige Schrift immer wieder abgeschrieben und so für ihre Verbreitung gesorgt.

Tennisarm durch Bibelabschrift

Sieben Jahre oder 7.000 Stunden, vom 23. Oktober 1993 bis 23. August 2000, schrieb er täglich Stunden lang am wichtigsten Buch der Welt. Zuerst musste das richtige Papier und die Spezialtinte gefunden werden. Dann mussten mit dem Bleistift Linienraster gezogen werden, die sechs Wochen später, nachdem die Tinte getrocknet war, ausradiert werden konnten.

Nach eigener Aussage kamen ihm während der Zeit Zweifel an der Sinnhaftigkeit seines Tuns. Die Aufgabe schien zu groß und nicht realisierbar. Nach vier Jahren musste er eine Zwangspause einlegen und sich einer Operation am Ellbogen unterziehen: vor lauter Schreiben hatte Fink begonnen, an einem “Tennisarm” zu leiden.

Als das Werk vollendet und auf die Richtigkeit kontrolliert worden war, standen erste Verlage auch schon bei Johann Fink an, die ihm seine Arbeit abkaufen wollten. Doch der Wiener wollte seine jahrelange Beschäftigung nicht so einfach loslassen. “Ich wollte nicht, dass es vervielfältigt wird und wie ein ganz normales Buch verkauft wird”, sagt der Künstler. Schließlich entschloss er sich, eigenhändig ein Faksimile herzustellen. Fink lernte, das Buch selbst zu nähen. Mit der Hilfe von anderen stellt er es in exklusiver Form mit Ledereinband, Golddruck, Goldschnitt her. Eine wahllose kommerzielle Weitergabe der von Hand geschriebenen Bibel lehnt Fink ab. “Ich möchte dieses Buch nur jenen anvertrauen, die tatsächliches Interesse daran haben, und ich wünsche mir, es persönlich überreichen zu dürfen. Dieser zwischenmenschliche Kontakt ist mir sehr wichtig.”

Nun präsentiert der Wiener sein 7 Kilogramm schweres Buch auf der Wiener Luxusmesse “Luxury, please” erstmals der Öffentlichkeit. Die Messe für Luxus-Güter mit rund 100 Ausstellern findet vom 22. bis 25. November in der Wiener Hofburg statt. Den genauen Preis für die Handarbeit will Fink nicht nennen. “Im fünfstelligen Bereich wird die Summe liegen”, schätzt er.

Derzeit arbeitet Fink an einem Buch, in dem er seine Eindrücke des Abschreibens verarbeitet – und an einer handschriftlichen Version der Bibel in englischer Sprache.

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