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Ehemaliger Schauspielstudent leitet die Nordkirche

Gerhard Ulrich, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, ist erster Landesbischof der neu gegründeten Nordkirche. Den Weg zur Kirche fand er über Umwege. Bekehrt hat sich der Theologe mit 23 Jahren als Schauspielstudent im Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg.
Von PRO

Foto: Nordelbische Kirche (CC-BY 2.0)

Ohne das Theater wäre Ulrich heute nicht zum ersten Landesbischof der Nordkirche gewählt worden. Ohne das Theater hätte er wohl gar nicht zu Gott gefunden. Während Ulrichs Schauspielstudium trug eine Schauspielkollegin den Psalm 139 vor. Das war bei einer Probe des Theaterstücks „Abealard und Hèloise“ im Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. Die Worte bewegten den damals 23-Jährigen so sehr, dass er das Studium der Theaterwissenschaften abbrach, um evangelische Theologie zu studieren. Heute sagt Ulrich: „Ich habe in der nordelbischen Kirche Menschen getroffen, die mich ohne Vorbehalt akzeptiert haben. Das hat mich sehr berührt. Ich habe diese Kirche nicht als eine ‘Gesellschaft der Wissenden’, sondern als eine ‘Gemeinschaft der Suchenden’ erlebt."

Ulrich ist der einzige Kandidat für die Wahl zum ersten Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Zu seinen Aufgaben gehört der leitende geistliche Dienst in der Nordkirche. Dabei vertritt er die Kirche im gesamten kirchlichen und öffentlichen Leben, sowie gegenüber den Ländern und ihren Parlamenten und Regierungen. Darüber hinaus ist er der oberste Repräsentant von sieben Evangelisch-Lutherischen Landeskirchen mit zehn Millionen Mitgliedern.

Laut „evangelisch.de" leite Ulrich die Amtsgeschäfte mit viel Humor und Beharrlichkeit. Er sei ein leidenschaftlicher Prediger, der Freude am Glauben vermittle und die Zuhörer mitreiße. Ulrich habe maßgeblich zum Zusammenschluss der drei Landeskirchen zur Nordkirche beigetragen. Im Auftrag des Lutherischen Weltbundes reiste er nach Indien, Kenia und in den Kongo. Dort nahm Ulrich große Anstrengungen in Kauf, um die Lebensumstände der Menschen persönlich und vor Ort kennen zu lernen. Regelmäßig ist er in der TV-Sendung „So gesehen"  auf Sat. 1 zu sehen.

Gerhard Ulrich wurde 1951 in Hamburg geboren und wuchs im Stadtteil Rahlstedt auf. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er Germanistik, Theaterwissenschaften und Schauspielkunst. Sein Elternhaus war nicht sehr kirchlich geprägt. Er sagt über sich, dass er 23 Jahre ohne innere Gottesnähe gelebt habe. Ulrich hat heute vier Söhne und ist seit kurzem auch Großvater. Er hat sich fest vorgenommen, trotz der vielen Arbeit, noch genug Zeit für Familie und Freunde zu finden.  Nach der Wahl wird er nach Schwerin umziehen, denn dort ist der Sitz des Landesbischofs. (pro)

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