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Edeka-Spot: Freude am Tisch

Die Edeka-Werbung rund um Tischgemeinschaft zu Weihnachten ist ein Renner im Netz. Sie verweist auf eine Sehnsucht, die Christen mit der Gemeinschaft im Abendmahl gut bedienen könnten. Ein Kommentar von Daniel Frick
Von PRO
Ein alter Mann wünscht sich, Weihnachten mit Kindern und Enkeln zu verbringen. Doch wie schon oft zuvor sagen diese ab: Keine Zeit, nächstes Jahr bestimmt. Um sie dennoch herzulocken, schickt er ihnen Todesanzeigen über sein Ableben. Bestürzt reisen die Kinder zur Beerdigung nach Hause. Zu ihrer Überraschung begrüßt sie Opa quicklebendig. Sie sehen sich gleichsam froh und geläutert. Dem gemeinsamen Weihnachtsschmaus steht nun nichts mehr im Wege. Diese Geschichte erzählt eine Werbung der Supermarktkette Edeka. Dass dem Unternehmen damit ein Coup gelungen ist, zeigen schon die Zahlen auf YouTube: Seit Samstag hat der Film dort fast 20 Millionen Aufrufe erhalten. Einige Wenige finden die zur Schau gestellte Chuzpe befremdlich. Aber eigentlich ist die Verbindung von Werbung und Weckruf genial: Kommt an Weihnachten am Tisch zusammen, solange ihr noch könnt, alle Zutaten findet ihr bei uns. Ihr wisst ja: Durch eure Gemeinschaft zeigt ihr, was euch eure Liebsten bedeuten. Vom christlichen Standpunkt stellt sich dabei nur diese eine Frage: Warum sind Kirchen und Gemeinden nicht schon längst auf die Idee gekommen, derart mutig mit Tischgemeinschaft zu werben? Immerhin bezeichnen sie eine Mahlzeit, das „Abendmahl“, als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens! Und bei Jesus war die Gemeinschaft am Tisch, zumal mit Sündern, der Ausdruck schlechthin von Sündenvergebung, menschlicher Annahme und überhaupt ein Vorbote des himmlischen Lebens.

Vielen Menschen fehlt echte Gemeinschaft

Die Antwort auf die Frage liegt auf der Hand: Wenn das Abendmahl nicht in gedrückter Stimmung „gefeiert“ wird, so ist es doch oftmals auf ein Ritual reduziert, von dem Beteiligte dann behaupten, „Gemeinschaft“ erlebt zu haben. Es kommt auch vor, dass ein Teil der Gemeinde nach dem Gottesdienst schon geht, während der „Gemeindekern“ noch das Ritual mit Brot und Wein vollzieht. Keine Sache, mit der sich werben ließe! Wirklich gemeinschaftliches Essen findet im Gemeindeleben sicher statt – doch oft nur als Randerscheinung, im Jugendkreis oder mal zum Sommerfest. Wenn Jesus Tischgemeinschaft als Heilsgemeinschaft versteht, sollten Gemeinden das stärker beherzigen. Das Brotbrechen und Weintrinken, das Gedenken an Jesu Tod und Wiederkunft, gehört dazu – und muss kein losgelöstes Ritual sein. In unserer Gesellschaft leben genug Menschen, auch genug Christen, denen eben diese echte Gemeinschaft fehlt; die vor ihrem Fernseher vereinsamen; die sich nach Familie sehnen; die an Beziehungsarmut leiden; die ihre Verschrobenheit nicht ablegen können und daher immer außen vor bleiben. Ob diesen sozialen Außenseitern allein die „symbolische Gemeinschaft“ bei einem bloßen Ritual wirklich hilft, ist zu bezweifeln. Die Pointe von Jesu Mahlgemeinschaft liegt darin, dass Gottes Heil in eben jener Gemeinschaft für alle ganz konkret erfahrbar ist. Mit diesem Pfund können Kirchen und Gemeinden mutig werben. Wie das geht, wissen wir seit Samstag. (pro)
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