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E-Learning: Gibt’s dafür ‘ne App?

"Gibt es dafür eine App?" ist mittlerweile eine häufig gestellte Frage unter Jugendlichen. Aber nicht nur in der Freizeit spielen mobile Medien wie iPad oder Smartphone bei Jugendlichen eine wichtige Rolle, sondern auch in Schule und Kindergarten. E-Learning, das Lernen mit mobilen Medien wird derzeit kontrovers diskutiert – mit allen Vor- und Nachteilen.
Von PRO

Foto: contrastwerkstatt / Fotolia

Laut einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest hat jede vierte deutsche Familie mit Vorschulkindern zu Hause einen Tablet-PC. Von den Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besitzt jeder Vierte ein Smartphone, mit im Schnitt 22 installierten Apps (Anwendungsprogrammen). Der Branchenverband "Bitkom" rechnet für dieses Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Smartphone-Verkäufe (35 Prozent) und von Tablet-Computern (29 Prozent). Microsoft geht sogar davon aus, dass ab 2014 die mobile Nutzung des Internets mit Smartphones und Tablets weltweit die stationäre Nutzung am PC überholen wird.


"Textbooks" ersetzen das klassische Schulbuch

In den USA sind mittlerweile 1,5 Millionen iPads an Schulen im Einsatz und digitale "Textbooks" ersetzen dort schon jetzt relativ häufig das traditionelle Schulbuch. Bis 2014 sollen alle Bücher für Grundschüler auf Tablets, Notebooks oder Smartphones verfügbar sein und bis 2015 Lehrmittel für alle Schulstufen nur noch in digitaler Form angeboten werden. Auch die Anbieter von kostenpflichtigen Lern-Apps orientieren sich an diesem Trend: Vier von fünf Apple-Apps in den USA richten sich an die Zielgruppe der Kinder. Sogar 72 Prozent der meist verkauften Apps in dieser Kategorie zielen auf die Altersgruppe der Grund- und Vorschulkinder.

Die Zahl der Projekte zum Einsatz von mobilen Medien in deutschen Schulen oder Kindergärten ist noch relativ überschaubar. Die Schulbuchverlage erweiterten gerade ihr Angebot mit Lern-Apps, mit denen die Schüler Vokabeln büffeln oder wichtige Matheformeln nachschlagen können. Aus Sicht des Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) eignet sich eine Didaktik mit mobilen Medien, denn zumindest in der Theorie werde das "Lernen als ein aktiver, selbstgesteuerter und sozialer Prozess begriffen", heißt es in einer IZI-Pressemitteilung. Allerdings fehle noch eine entsprechende Studie in Deutschland, die den Lernerfolg bei Kindern und Jugendlichen wissenschaftlich belege. Mit ersten Ergebnissen rechnen Experten frühestens Ende dieses Jahres.

Entsteht eine "App-Gap"?

Aus der Praxis berichteten Erzieher und Grundschullehrer, dass schon Kinder im Vorschulalter problemlos und intuitiv ohne Anleitung mit Geräten und Apps umgehen könnten. Dabei müssten sie auch weniger als bei der Computermaus die Hand-Augen-Koordination beherrschen. Eine amerikanische Studie von "Sesame Workshop" habe eine hohe Motivation und Aufmerksamkeit beim Umgang mit Lern-Apps nachweisen können. Die "Berührung" von Objekten befördere den kindlichen Lernprozess, so etwa wenn sie zählen lernen. Die Experten sehen für Kinder Potenziale hinsichtlich einer individualisierten, orts- und zeitungebunden Lernerfahrung. Gleichzeitig wird aber bereits vor einer "App-Gap" gewarnt: Wie aktuelle Zahlen aus den USA belegen, sind Kinder aus sozial benachteiligten und einkommensschwachen Familien schon jetzt vom Zugang zu mobilen Medien und deren Lernpotenzialen abgehängt.

Im Rahmen des "Prix Jeunesse International", dem weltweit größten und ältesten Kinderfernsehwettbewerb, werden dieses Jahr zum ersten Mal in einem "App Lab" die neuesten Entwicklungen für Kinder vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung findet vom 1. bis 6. Juni in München statt. Zum Thema "Watch, Learn and Grow with Children’s TV" (Deutsch: Sehen, Lernen und Aufwachsen mit Kinderfernsehen) werden 500 Teilnehmer aus 70 Ländern erwartet.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema "Das digitale Kinderzimmer" lesen Sie in der nächsten Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro 3/2012, die Sie unter der Telefonnummer 06441/915-151 kostenlos bestellen können. Auch zum Thema "Das digitale Klassenzimmer" ist in der pro 2/2012 ein Beitrag erschienen. (pro)

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