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DVD über Internetnutzung und Cyber-Mobbing

Zwei gelungene Filmdokumentationen über die Internetnutzung von Jugendlichen und das Thema "Cyber-Mobbing" hat das "Medienprojekt Wuppertal" veröffentlicht. Der Verein unterstützt und realisiert Projekte jugendlicher Filmer. Der insgesamt 75-minütige Film zeigt ein authentisches Bild davon, wie die Jugendliche das Internet nutzen, wo die Gefahren liegen und welche Auswirkungen dies auf ihre Freundschaften hat.
Von PRO

Foto: Medienprojekt Wuppertal

Der DVD-Beitrag "On" zeigt eine Zusammenfassung der Jugendlichen über ihre Internetnutzung. Der tägliche Gebrauch des Internets ist für alle von ihnen Normalität. Die 14-jährige Nicole etwa berichtet, dass sie sieben Stunden am Tag online ist. Meistens rufe sie noch vor Schulbeginn ihre E-Mails ab. Nach der Schule starte sie sofort wieder den Computer, durchforste die sozialen Netzwerke und kontrolliere ihre E-Mails, während sie nebenher Musik über "Youtube" hört. Angst davor zu viele Daten von sich preiszugeben haben die wenigsten Jugendlichen.

Klar ist auch, warum die Jugendlichen in den sozialen Netzwerken aktiv sind: Wer nicht bei "SchülerVZ" oder in den verschiedenen Chatrooms sei, bekomme keine Einladungen zu Feiern und verpasse viele Neuigkeiten. Um immer auf der Höhe der Zeit zu bleiben, haben sich die Jugendlichen eine eigene Internetsprache mit speziellen Abkürzungen angeeignet. Für die 18-jährige Ayla ist die Internetnutzung mit dem Ziel verknüpft, mit ihren ausländischen Freunden in Kontakt zu bleiben. Allerdings gibt sie zu: "Mit jedem virtuellen Freund wird es schwieriger, echte Freundschaften aufrechtzuerhalten." Gleichzeitig betont sie: "Da wird es einem einfach nicht langweilig, da vergehen Stunden, ohne dass man es merkt." Der 17-jährige Luca gibt zu, dass er Facebook oft dazu nutze, die "Zeit totzuschlagen". Facebook" sei besser als Fernsehen, weil dort meistens schneller neue Sachen passieren.

"Als ob die ganze Welt auf einem rumtrampelt"


Die zweite, 30-minütige Dokumentation "Streit im Netz" beschäftigt sich mit dem Thema Cyber-Mobbing. Der 14-jährige Heiko berichtet, wie er 18 Monate lang über das Internet von einer fremden Person mit Droh-Mails und Beleidigungen drangsaliert wurde. Erst dann habe er sich an die Polizei gewandt: "Ich hatte täglich 15 Mails und Gästebucheinträge mit Beleidigungen und Entgleisungen. Ich hatte richtig Angst vor dieser Person." In einer seiner Wutattacken über den Peiniger habe er sogar seinen eigenen Computer kaputt geschlagen.

Die 12-jährige Dandria erklärt, dass sich Personen in ihr Profil "gehackt" und dort Name und Bild durch obszöne Bilder und Nutzernamen ersetzt haben: "Man fühlt sich dabei, als ob die ganze Welt gegen einen ist und auf einem rumtrampelt." Aus Sicht der Jugendlichen werden Fälle von "Cyber-Mobbing" in der Schule zwar aufgearbeitet, aber die meisten machten sich darüber lustig.

Ergänzt werden die beiden Dokumentationen durch mehrere Interviews, die im 70-minütigen Bonusmaterial des Filmes zu sehen sind. Dort kommt etwa die Kölner Sozialpsychologin Catarina Katzer, die zu den führenden Forschern im Bereich Cyberpsychologie, Medienethik und Jugendforschung gehört, zu Wort: "Viele Jugendliche meinen, über das Handy und Internet Bescheid zu wissen, aber sie sind oft zu naiv." Das Schlimmste, was man Opfern von Cyber-Mobbing raten könne, sei es, nichts zu tun. Dadurch, dass einmal ins Internet gestellte Daten immer verfügbar seien, bekomme das Mobbing eine neue psychologische Qualität.

"Vieles wird über die Freundeszahl definiert"


Der Medienwissenschaftler Marcus Kleiner sieht eine große Gefahr darin, dass die Jugendlichen zu wenig medien- und sozialkompetent sind. Ein weiteres Problem sei, dass das Internet noch kein klar regulierter Rechtsraum sei. Aus Kleiners Sicht bauen die Schüler gegenseitig Druck auf, in welchen sozialen Netzwerken sie sich darstellen müssen. "Vieles wird über die Anzahl der Freunde und Gruppen dort definiert." Das Internet habe – wie jedes andere Medium – auch deswegen Suchtcharakter, weil es eine Zunahme an Möglichkeiten bedeute. "Das Internet ersetzt aber nie die wirklichen sozialen Kontakte, weil der Freund beim Chatten nur zur gesampelten Pixelmenge wird."

Die beiden Dokumentationen des Medienprojektes Wuppertal (75 Minuten plus 70 Minuten Bonusmaterial) kosten 30 Euro und sind als DVD oder Video erhältlich. Der Film ist freigegeben ab 12 Jahren. Die medienpädagogische Begleitung des Projekts hat Katharina Kops. (pro)
http://www.medienprojekt-wuppertal.de/
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