Das christliche Medienmagazin

Du bist mehr als die Summe deiner Fans

Die junge Australierin Essena O‘Neill modelte auf der Online-Plattform Instagram. Jetzt will sie – öffentlichkeitswirksam – aus den Sozialen Netzwerken aussteigen. Das wirkt wie eine Selbstinszenierung. Trotzdem sollte ihre Botschaft gehört werden. Ein Kommentar von Jonathan Steinert
Von PRO
Das 19-jährige Instagram-Model Essena O'Neill erklärt in Videos, warum sie aus den Sozialen Netzwerken aussteigt

Foto: Youtube/Screenshot pro

Das 19-jährige Instagram-Model Essena O’Neill erklärt in Videos, warum sie aus den Sozialen Netzwerken aussteigt
Essena O‘Neill hat genug. Sie steigt aus. Das ist nicht das Leben, das sie glücklich macht: Die 19-jährige Australierin verabschiedet sich aus den Sozialen Netzwerken. Das ist an sich nicht aufregend. O‘Neills Ausstieg aus Instagram, Youtube und anderen Plattformen wurde jedoch in dieser Woche mit internationaler Medienaufmerksamkeit bedacht. Denn die junge Frau hat über mehrere Jahre hinweg Geld als Teenie-Model im Netz verdient. Sie postete Bilder von sich in fescher Mode, Bikinis und sexy Posen. Für die entsprechenden Modemarken waren die privaten Postings eine willkommene Werbefläche. Schließlich verfolgten allein bei Instagram mehrere hunderttausend Nutzer den Auftritt O‘Neills. Dass ihr Ausstieg aus der Social-Media-Welt Aufsehen erregt, liegt aber vor allem daran, dass O‘Neill diesen effektvoll mit emotionalen Videobotschaften bekannt machte und ihren Gesinnungswandel tränen- und gestenreich erklärt. Diese verbreiten sich schnell in eben den Netzwerken, denen O‘Neill den Rücken kehren möchte. Auch wenn sie betont, dass sie damit nicht als Person im Mittelpunkt des Interesses stehen möchte, wirkt dies dennoch wie eine schicke Selbstinszenierung. Spiegel Online vermutet denn auch, dass der öffentliche Abschied aus Social Media sie global noch berühmter machen wird. Verschiedene Medien kritisieren zudem, dass sie erneut die Internetkanäle nutzt, von denen sie sich verabschieden wollte, um ihre neue Botschaft kundzutun.

Es zählen Menschen, nicht Klicks

Auch wenn beides zutreffen mag: Was sie sagt, sollte gehört werden. Vor allem Jugendlichen kann das Bekenntnis O‘Neills helfen, den Blick auf sich selbst und die Welt gerade zu rücken. Denn das junge Model erklärt, wie sie sich und ihren Körper perfektionierte, nur um möglichst vielen Internet-Fans zu gefallen; wie sie stundenlang posierte, um das optimale Bild von sich zu machen; wie die Fotos digital bearbeitet wurden, um makellose Schönheit präsentieren zu können – im Verlangen nach Klicks und Likes. Sie habe sich selbst über ihre Fans und Follower definiert. „Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan, um der Welt zu beweisen: ‚Hey, ich bin schön, ich bin wichtig und ich bin cool‘“, sagt sie in einem ihrer Videos. „Aber das ist kein Leben.“ O‘Neill habe in einem Bildschirm gelebt, Social Media sei ihre künstliche Welt gewesen, in der sie Anerkennung und Zuwendung finden wollte. Doch das habe sie nicht glücklich gemacht. „Das ist nicht real. Die Menschen im wirklichen Leben sind diejenigen, die eine Rolle spielen.“ Wie das Statistische Bundesamt ermittelte, hatten über zwei Drittel der 9- bis 16-Jährigen in Deutschland 2014 ein Profil bei einem sogenannten Sozialen Netzwerk. Aber sozial sind diese Plattformen nicht, wenn es um Likes, Klicks und Reichweite geht. Auf Facebook und anderen Plattformen Hunderte Fans, Follower und „Freunde“ zu haben, ist nicht zu verwechseln mit Freundschaften und zwischenmenschlichen Beziehungen. Das sollten vor allem die jungen Internetnutzer wissen. Deshalb hat der öffentliche Social-Media-Ausstieg O‘Neills, sei er inszeniert oder nicht, eine wichtige Botschaft: Du bist mehr als die Summe deiner Fans. Leben ist mehr, als im Internet beliebt zu sein. Dein Wert hängt nicht von der Meinung anderer User ab. Du bist wertvoll, weil du so bist, wie du bist. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/detailansicht/aktuell/younow-peepshow-aus-dem-kinderzimmer-91122/
https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/detailansicht/aktuell/jugendschutz-will-strategie-gegen-gewalt-im-netzdie-kommission-fuer-jugendmedienschutz-kjm/
https://www.pro-medienmagazin.de/paedagogik/detailansicht/aktuell/schon-kinder-chatten-ueber-suizid-92043/
Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen