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Dschihad auf dem Schulhof

Salafisten versuchen vermehrt, Jugendliche auf dem Schulhof für den Dschihad zu werben. Das schreibt der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Deutsche Muslime sollen im Kampf gegen den religiösen Fanatismus helfen.
Von PRO
Der hessische Innenminister Rhein schrieb für die FAZ den Gastbeitrag: "Vom Schulhof zum Dschihad"

Foto: Martin Rulsch, Wikipedia

Der hessische Innenminister Rhein schrieb für die FAZ den Gastbeitrag: “Vom Schulhof zum Dschihad”
Dass Salafisten Jugendlichen auf dem Schulhof nachstellten, eröffne eine „neue Dimension“ der Rekrutierung, schreibt Rhein. Das passiere einerseits „harmlos“ durch kostenlose Koran-Exemplare. Allerdings verwickelten die Propagandisten die Jugendlichen auch in Gespräche und zeigten ihnen vordergründig einfache Lebenswege auf. „Das eigentliche Ziel ist dabei jedoch die Indoktrinierung mit extremistisch-islamistischem Gedankengut“, schreibt Rhein weiter. Sie nutzten Lebenskrisen sowie vermeintliche Perspektivlosigkeit junger Muslime aus, um sie „in radikaler Auslegung des Islam auf einen Weg von Hass und Gewalt zu bringen“. Rhein erschrecke die Geschwindigkeit, mit der die Radikalisierung erfolge: Aus dem Rhein-Main-Gebiet gebe es Beispiele von Jugendlichen, die wenige Wochen, nachdem sie auf dem Schulhof angesprochen wurden, „zu den Söldnertruppen nach Syrien aufgebrochen sind“. Im Jahr 2013 reisten bis jetzt allein aus dem Rhein-Main-Gebiet über 20 Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Ziel Syrien aus. Die hessischen Sicherheitsbehörden beobachteten das mit großer Aufmerksamkeit.

Salafismus: größte sicherheitspolitische Herausforderung des Jahrhunderts

Trotz oft frühzeitig bemerkter Verhaltensveränderung informierten Eltern, Freunde, Lehrer oder Arbeitskollegen – wenn überhaupt – erst sehr spät staatliche Stellen. Es gebe aber Mittel, um gegen die Einflussnehmenden vorzugehen: Ein- und Ausreiseverbote, rechtliche Schritte zur Aufenthaltsbeendung von salafistischen Hasspredigern, Veranstaltungsverbote und vereinsrechtliche Maßnahmen. „In anderen Extremismusbereichen – wie dem Rechtsextremismus – ist es gelungen, mit einem Massnahmenbündel junge Menschen vor schädlichen Einflüssen zu schützen“, schreibt Rhein. Er führt an, dass das kostenlose Verteilen von Schulhof-CDs durch Rechtsextremisten an deutschen Schulen konsequent bekämpft und gestoppt wurde. Einen großen Erfolg nennt der hessische Innenminister zudem das Verbot des salafistischen Vereins „DawaFFM“ im Februar und die Ausweisung eines Hasspredigers namens Mohammed M. Den Salafismus bezeichnet Rhein als die „größte sicherheitspolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts“. Es müsse ergründet werden, weshalb integrierte junge Männer, die in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, „anfällig für Kontamination des Seele mit Extremismus“ seien. Staatliche und zivilgesellschaftlichen Initiativen müsste es gelingen, „Argumente der Verführer und damit auch deren Irrlehre nachhaltig zu entzaubern“. Dabei sollen in Deutschland lebende Muslime, die „in übergroßer Mehrzahl unseren demokratischen Rechtsstaat akzeptieren und schätzen“, helfen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/dortmund-salafist-predigt-emmuslim-staatem/
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