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Drama “Letters to God”: Wenn Kinder sterben

"Letters to God" (Briefe an Gott) erzählt die wahre Geschichte vom Leben und Sterben des achtjährigen Tyler – und lässt die Kinokassen klingeln. In der ersten Woche kletterte das Drama auf Platz zehn der US-Kinocharts. Das christliche Filmteam will mit seinem Werk über Krebs, Glaube und den Umgang mit dem Zweifeln aufklären.

 

Von PRO

Foto: Vivendi

"Lieber Gott, kannst du vom Himmel aus die Sterne sehen?", fragt Tyler (Tanner Maguire) in einem seiner geschriebenen Gebete. Der Achtjährige leidet an einem Hirn-Tumor. Seine Briefe an Gott, die er mit der Post verschickt, zeigen, wie er mit seiner Krankheit, mit den Sorgen seiner verwitweten Mutter (Robyn Lively) und der Reaktion seiner Mitschüler umgeht. Als der Postbote Brady McDaniels (Jeffrey S.S. Johnson) die Briefe liest, inspirieren sie auch ihn dazu, sein von Scheidung und Alkoholabhängigkeit geprägtes Leben zu überdenken. Schließlich freundet er sich sogar mit Tyler an und es entwickelt sich eine Romanze zwischen ihm und der Mutter des kranken Jungen.

"Letters to God" ist eine Geschichte über Glauben und Zweifel – und sie ist wahr. Co-Autor und Co-Regisseur des Films ist Patrick Doughtie, Vater des wahren und bereits verstorbenen Tyler. Auch der echte Pastor des Kindes war am Filmset und hielt dort Morgenandachten. Regisseur und Produzent des Films ist David Nixon, der schon mit dem Streifen "Fireproof" Erfolge feierte. Wie dieser soll auch "Letters to God" das Publikum zum Nachdenken über den christlichen Glauben anregen. Das Drama ist in der vergangenen Woche angelaufen – und zwar erfolgreich. In der ersten Woche erreichte es Platz zehn der amerikanischen Kino-Charts. Der Film spielte bisher etwas über eine Million US-Dollar ein.

Gute Besucherzahlen, schlechte Kritiken

Die Kritiken in den amerikanischen Zeitungen fallen dennoch hauptsächlich schlecht aus. Die "L.A. Times" schreibt: "An einer Stelle sagt der junge Tyler, seine Briefe seien, ‘als ob man seinem besten Freund schreibe’, und einfallsreicher wird der Film auch nicht. Die Häuser haben weiße Gartenzäune. Es scheint nur eine Kirche einer einzigen Denomination in der ganzen Stadt zu geben. Als impliziert wird, der Postbote sei in Schwierigkeiten, weil er trinke (nicht anders herum), bleibt der emotionale oder psychologische Aspekt, dass er ein Veteran des Irakkrieges ist, unbeachtet."

In der "New York Times" heißt es, der Film versuche lediglich, den Zuschauern jeden Aspekt so schnell wie möglich vor Augen zu führen: "Schulmobbing, Alkoholismus, Geschwister-Vernachlässigung, fehlende Vaterliebe, aufregendes Fußballspiel, triumphale Bühnenshow und so weiter. Es gibt einen wahren Punkt in der Geschichte, der nach einer Untersuchung schreit: Wie gehen gläubige Menschen mit unbeschreiblichen Widrigkeiten, jenseits eines nichtssagenden ‘es ist Gottes Wille’, um? Die Filmmacher zeigen, dass sie wissen, dass dieser Aspekt existiert, denn in der stärksten Szene des Films sagt es Frau Livelys Figur. (‘Ich wünschte nur, alle würden aufhören, mir die Bibel zu zitieren’, schreit sie ihre Mutter an. ‘Das heilt meinen Sohn nicht.’) Aber der Film rennt weiter, als habe er Angst vor der Herausforderung, tiefer zu gehen."

Der "Philadelphia Inquirer" kritisiert den Film als "eine gutausehende, aber langsame und fade glaubensbasierte Schnulze". "Letters ist eine deprimierend unemotionale Angelegenheit, bei der Teile des Skripts und der Schauspielerei so flach sind, dass sogar ihre emotional aufgeladenen Situationen nicht zu Tränen führen." Positiv bewertet hingegen "The Record" aus New York: "’Letters to God’ ist ein ernster Film, einer, der niemals von einem traditionellen Hollywood-Studio gemacht würde. Es gibt einige traurige Szenen, aber auch aufbauende. Der Film nimmt sich einem starken Thema und Geschichten an, die aus dem Leben kommen, inklusive der Eifersucht des Bruders, der Hoffnungslosigkeit der Mutter und der Infragestellung Gottes." Wann "Letters to God" in Deutschland anlaufen wird, steht noch nicht fest. (pro)

Letters to God, Vivendi Entertainment, 110 Minuten, USA, 2010

http://www.letterstogodthemovie.com/hp
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