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Dokumentation: Kirche in Not zu Christen in Not

Das katholische Hilfswerk Kirche in Not hat in einer Dokumentation die Diskriminierung und Unterdrückung von Christen weltweit festgehalten. Das Buch wird am heutigen Dienstag vorgestellt. Aufgeführt sind darin die 16 Länder, in denen Christen in der größten Bedrängnis leben.
Von PRO

Foto: Kirche in Not

In seinem Vorwort betont der nigerianische Bischof Matthew Hassan Kukah, dass das Problem der Christenverfolgung so alt sei, wie der Glaube selbst: nur die Rahmenbedingungen hätten sich geändert. Aktuell hält er das Erstarken muslimischer Extremisten und deren intolerante Ideologien für maßgeblich für die Verfolgung von Christen. Viele Muslime folgerten aus der Tatsache, dass das Christentum Anhänger verliere, dass auch dessen Tage gezählt sind. Kukah betont aber auch, dass Verfolgung den Glauben meistens gestärkt habe. Trotz aller Auseinandersetzungen ermutigt er zum Dialog mit dem Islam.

Die Dokumentation widmet sich anschließend 16 Ländern. In Ägypten haben die ersten freien Wahlen stattgefunden. Obwohl es eine neue Verfassung gebe, erfahren Christen im Alltag und Beruf vielfältige Formen der Diskriminierung. Gleiches gelte für Birma, wo trotz des politischen Reformprozesses hunderte Menschenrechtler im Gefängnis säßen.

Von Reiseverboten bis zu Misshandlungen

In China wachse der staatliche Druck auf die Kirchen. Seit Jahren litten sowohl Katholiken als auch Protestanten bei der Durchführung ihrer Gottesdienste unter staatlicher Kontrolle. Die Dokumentation nennt vielfach Verhaftungen und Misshandlungen, andere Christen würden mit einem Reiseverbot belegt. Die kirchlichen Gruppen widersetzten sich dem Vorschlag, die Bildung und Erziehung national kontrollieren zu lassen.

In Indonesien würden Toleranz und Pluralismus durch religiös motivierte Gewalt gefördert. Der Irak zeichne sich durch eine anhaltende Instabilität aus. Die 1,8 Prozent Christen seien häufig sektiererischer Gewalt ausgesetzt, was zu einem enormen Exodus der Christen aus dem Land führt. In Nigeria garantiere die Verfassung sogar Religionsfreiheit, doch die Realität sehe anders aus. Vor allem die stärker islamisierten Bundesstaaten im Norden zeichne eine religiöse Intoleranz aus, dazu gehörten auch die Terrorakte der Gruppe Boko Haram. Bei schweren Gefechten der Streitkräfte hatten am Montag Mitglieder der radikal-islamischen Sekte im Nordosten Nigerias mindestens 185 Menschen umgebracht.

Algerien nehme nach wie vor junge Konvertiten fest. Im kommunistischen Nordkorea seien die Christen wegen ihrer angeblich mangelnden Treue zum Regime und der ihnen unterstellten Beziehungen zum Westen verhasst. Großer Streitpunkt in Pakistan ist das sogenannte Blasphemiegesetz. Seit Jahren wird kritisiert, dass die Blasphemiegesetze in Pakistan dazu missbraucht werden, gegen Andersgläubige vorzugehen und vor allem um persönliche Streitigkeiten auszutragen. So genüge in vielen Fällen ein reiner Verdacht der Gotteslästerung. Die Debatte um die Lockerung des Gesetztes wurde mit der Ermordung von zwei Befürwortern endgültig zum Schweigen gebracht.

Der Europäischen Union egal?

In Saudi-Arabien mache den knapp 5 Prozent Christen die stark eingeschränkte Religionsfreiheit zu schaffen. Zusicherungen, dass Nicht-Muslime im privaten Rahmen Gottesdienste feiern dürften, blieben vage. Immerhin sperrte die Regierung seit 2010 etliche Webseiten, die zu religiösem Hass anspornten. In Syrien, wo eine relativ große Freiheit in religiösen Dingen herrschte, habe der blutige Bürgerkrieg zu gezielten Aktionen gegen die Christen geführt.

Harsche Kritik an der Europäischen Union äußert in einem Interview das Oberhaupt der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien, Patriarch Ignatius Ephrem Joseph III.: „Der EU ist das Schicksal der Christen im Nahen Osten ziemlich egal“. Der Druck internationaler Organisationen habe die türkische Regierung dazu veranlasst, konfiszierten Kirchenbesitz zurückzugeben. Ein anhaltender Rechtsstreit befasse sich nach wie vor mit dem Kloster Mor Gabriel. Im Vietnam habe ein neues Dekret unterdessen die Situation für die (christlichen) Minderheiten wieder verschärft.

Seit 2008 regelmäßige Berichte

Das Hilfswerk Kirche in Not gibt seit 2008 regelmäßig umfassende Berichte der Länder heraus, in den Christen verfolgt und diskriminiert werden. In den Jahren 2010 und 2012 verfasste es aktualisierte Länderberichte. Deren wichtigste Erkenntnisse wurden in der aktuellen Ausgabe zusammengefasst. Ergänzt sind die Länderberichte durch Interviews und Porträts heutiger  Glaubenszeugen. Am Ende des Buches befinden sich noch Gebete in der Solidarität mit bedrängten und verfolgten Christen sowie für die verfolgte Kirche. (pro)

Kirche in Not, Christen in großer Bedrängnis: Diskriminierung und Unterdrückung Dokumentation 2013.
https://www.pro-medienmagazin.de/buecher.html?&news[action]=detail&news[id]=5969
https://www.pro-medienmagazin.de/fernsehen.html?&news[action]=detail&news[id]=6462
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