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Digitalisierung: Jugend soll Politik beraten

Wenn es um die digitale Zukunft geht, sollen Jugendliche Politiker beraten. Das wünscht sich Dorothee Bär (CSU), die in der neuen Bundesregierung Staatsministerin für Digitales sein wird. Die Mentalität der Deutschen stehe dem Einsatz dieser neuen Technologien jedoch im Weg.
Von PRO
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Dorothee Bär zog 2002 das erste Mal in den Bundestag ein. Die Katholikin vertritt den unterfränkischen Wahlkreis Haßberge – Rhön-Grabfeld – Bad Kissingen.

Foto: Dorothee Bär

Dorothee Bär zog 2002 das erste Mal in den Bundestag ein. Die Katholikin vertritt den unterfränkischen Wahlkreis Haßberge – Rhön-Grabfeld – Bad Kissingen.

Jugendliche sehen neue digitale Trends und Entwicklungen eher kommen als Erwachsene, findet die CSU-Politikerin Dorothee Bär. Deshalb will sich die zukünftige Staatsministerin für Digitales von der jungen Generation beraten lassen. Das sagte sie in einem Interview der Tageszeitung Die Welt. Sie stelle sich einen „externen Thinktank“ mit Jugendlichen vor. Das soziale Netzwerk Facebook etwa habe bei ihnen bereits „ausgespielt“. Von der Art, wie dort Beiträge angezeigt werden, würden junge Menschen nicht mehr angesprochen. „Die sind alle auf Instagram und Snapchat“, bemerkte Bär. „Facebook wird zu einem Seniorennetzwerk.“

Die 39-jährige Politikerin sieht im Bedürfnis der Deutschen nach Sicherheit ein Hindernis dafür, die Gesellschaft digitaler zu gestalten. „Wir haben ein gewaltiges Mentalitätsproblem“, sagte sie. „In der Technik sind wir wirklich gut, aber wir sind zu satt, wir sind ein Wohlstandsland.“ Sie wolle den Menschen Mut machen, weiterzudenken. „Wir müssen den Mars erreichen wollen, nicht nur den vertrauten Mond.“ Es gehe nicht darum, „das Alte digitaler zu machen, sondern Neues zu entwickeln“, betonte sie. „Nur mit Erfindungen, Technik, digitalen Neuerungen können wir mithalten.“ Schnelles Internet für alle Regionen im Land müsse eine Selbstverständlichkeit sein.

Souverän über eigene Daten bestimmen

Ein Problem sehe sie auch im strengen Datenschutz. Dieser sei zwar wichtig, aber er dürfe Innovationen nicht ausbremsen. Etwa im Gesundheitswesen ermöglichten digitalisierte Patienteninformationen, die den Ärzten zur Verfügung stehen, eine bessere Versorgung. Bär plädiert dafür, eher von „Datensouveränität“ zu sprechen: „Die Bürger sollen selbst entscheiden, an wen sie ihre Daten geben“, und wissen, wann und warum jemand darauf zugreife.

Bär ist selbst im sozialen Netzwerk Instagram sehr aktiv. Wie sie sich dort in Szene setzt, analysierte der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich für die Süddeutsche Zeitung. Von ihren drei Kindern habe nur die älteste Tochter ein Smartphone, verriet sie dem Nachrichtenmagazin Focus in einem Interview in der aktuellen Ausgabe. Mit zehn Jahren habe sie es bekommen, die beiden jüngeren Geschwister bräuchten noch keines. Bär sei die „Qualität dessen, was Kinder mit dem Handy machen“, wichtiger als die Zeit, die sie damit verbringen. Es gebe geeignete Apps zum Spielen und zum Lernen. Allerdings setzten sie und ihr Mann den Kindern hier wie auch bei der Fernsehnutzung Grenzen. Angesprochen auf den Neurowissenschaftler Manfred Spitzer, der vor „digitaler Demenz“ warnt, sagte sie, er solle sich schämen, „mit der Angst der Menschen Geld zu machen“.

Von: Jonathan Steinert

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