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Die Teevangelikalen: Buch über Christen in der Tea-Party

Die "Tea Party"-Bewegung hat die Politik in den USA verändert. In wieweit sind Christen Teil dieser Strömung, und was motiviert sie zu ihrem Engagement? David Brody, Politik-Chef des christlichen Fernsehsenders CBN, hat darüber ein Buch geschrieben.
Von PRO

Foto: Freedom Fan (Public Domain)

"Teavangelical" setzt sich zusammen aus "Tea" und "Evangelical" und bezeichnet evangelikale Christen, die sich für die Anliegen der Bürgerbewegung Tea Party einsetzen. Von der Hausfrau bis zum Senator seien diese überall in Amerika zu finden, schreibt Brody in seinem neuen Sachbuch. Ihre Ziele seien mehr Verantwortung in der Haushaltspolitik und ein Nein zu neuen Schulden, ein schlanker Staat, der sich möglichst wenig in die Belange seiner Bürger einmischt sowie die freie Marktwirtschaft. Es sei zu beachten, dass die Evangelikalen weder versuchen, die Kontrolle über die Tea Party zu gewinnen, noch, dass sie sich mit allen Zielen dieser Bewegung identifizieren.

Schnittmengen zwischen konservativen Christen und der Tea Party gebe es so manche. Brody zitiert eine Studie des PEW Research Centers, wonach 69 Prozent aller Wähler, die sich zur so genannten "religiösen Rechten" zählen, auch mit der Tea Party identifizieren können. Konservative Christen in Amerika teilten oftmals die Ideale vom schlanken Staat und der hohen Eigenverantwortung des Individuums, für die die Tea Party stehe, erklärt der Autor: "In der Tea Party kommen die Sozial- und die Fiskalkonservativen unter einen Hut".

Anhänger dieser Bewegung lehnten zu 64 Prozent die gleichgeschlechtliche Ehe ab, zu 59 Prozent Abtreibung. Zum einen, so Brody, seien auch viele nicht-evangelikale Aktivisten in der Tea Party gesellschaftspolitisch konservativ eingestellt, zum anderen prägten konservative Christen eben auch die Strömung. 47 Prozent der Tea Party-Anhänger sähen sich auch als Bestandteil der "konservativ-christlichen Bewegung".

Gebet auf politischen Kundgebungen

Brody beschreibt die politischen Treffen, Demonstrationen und Protestmärsche, die Tea Party-Aktivisten quer durch die Vereinigten Staaten veranstalten. Obwohl 91 Prozent der Teilnehmer weißer Hautfarbe seien, sei der Rassismus-Vorwurf, der oftmals in den Medien grassiere, "schlicht und einfach falsch". Der Journalist beruft sich auf prominente schwarze Gesichter der Tea Party, wie den früheren republikanischen Präsidentschaftsbewerber Herman Cain oder die Kongressabgeordneten Allen West und Tim Scott. Gleichwohl verschweigt Brody nicht, dass sich hin und wieder einzelne Rassisten unter die Besucher von Tea Party-Veranstaltungen mischen.

Christliche Gebete hingegen, so berichtet Brody, gehörten bei vielen Kundgebungen der Tea Party zum Programm. Bei einer Veranstaltung in Nashville im Februar 2010 habe die linke Gruppe "Media Matters" eine Undercover-Reporterin eingeschleust. In ihrem Erfahrungsbericht schrieb sie, es sei wie in einem "Kirchen-Camp" zugegangen – mit Gebeten, christlichen Liedern und einer Predigt des in den USA bekannten Pastors Rick Scarborough.

"Ohne ihre evangelikalen Mitstreiter hätte die Tea Party zu wenige Anhänger, um so viel zu bewegen, wie sie es gerade tut", lautet eine von Brodys Schlussfolgerungen. Und weiter: "Das Ziel der Teevangelikalen ist ein Amerika, in dem die Regierung in Washington minimiert, und die jüdisch-christlichen Werte maximiert werden." Auf die Hilfe der laut Studien überwiegend linksliberalen Medien könnten sie dabei nicht hoffen. "Aber das ist für sie okay. Die Teevangelikalen berufen sich auf ihre Bibeln, die Verfassung und – das ist am wichtigsten – auf den allmächtigen Gott, der alles unter Kontrolle hat."

David Brody: Bekannter christlicher Journalist

Der Autor von "Teavangelicals", David Brody, ist politischer Chefkorrespondent beim christlichen Fernsehnetzwerk CBN. Der Sender mit Sitz in Virginia produziert täglich mehrere Nachrichtensendungen, die auch im Internet angeschaut werden können. Als Experte wird Brody regelmäßig von Nachrichtensendern wie CNN, Fox News oder C-SPAN eingeladen, um in Nachrichten- und Talkformaten seine Einschätzung zum Präsidentschaftswahlkampf 2012 abzugeben.

"David Brody ist vielleicht die eine Person im amerikanischen Journalismus, die die Bewegung der konservativen Christen von innen heraus versteht und beleuchtet", schreibt der Baptistenpastor,  Ex-Gouverneur und frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee im Vorwort des Buches. "Er zeigt, dass die ‘Teevangelikalen’ weniger traditionelle Republikaner, als vielmehr traditionelle Amerikaner sind. Sie mögen sich zwar bei den Republikanern wohlfühlen, aber sie sind weit davon entfernt, Teil des Establishments der Partei zu werden." (pro)

David Brody: "The Teavangelicals. The Inside Story of how the Evangelicals and the Tea Party are taking back America". 256 Seiten, 20 US-Dollar. Erhältlich im Onlineshop von CBN.

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