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Die taz sucht Gott

In ihrer Osterausgabe hat sich die Berliner Tageszeitung (taz) auf die Suche nach Gott begeben. Eine Autorin erzählt von ihrem Austritt aus der katholischen Kirche - und sucht nach dem Ursprung der Religion.
Von PRO
Die taz hat sich an Ostern mit dem Glauben geschäftigt - und sich auf die Suche nach dem Grund für Religiosität begeben
Die taz hat sich an Ostern mit dem Glauben geschäftigt – und sich auf die Suche nach dem Grund für Religiosität begeben
„Ich glaubte schon länger nicht mehr“, schreibt Maria Rossbauer in der Sonntagsausgabe der taz. Ausgetreten sei sie trotz katholischer Erziehung, weil die Deutsche Bischofskonferenz sich gegen die Gleichbehandlung von Ehe und eingetragenen Partnerschaften gestellt hat. „Ich wollte nicht mehr Mitglied in einem Verein sein, der ein solches Weltbild verbreitet“, beschreibt die Journalistin ihre Gründe für den Abschied aus der katholischen Kirche. Dennoch beziehe sie Gott nach wie vor in ihren Alltag ein: „Ich habe seit diesem Tag im Juni nicht aufgehört, in Momenten, die mir Angst machen, leise ‚Gott, steh mir bei!‘ zu flüstern. Ich habe dann immer noch das Gefühl, dass da wirklich jemand ist, der mir beisteht. Dieser Gedanke tröstet und stützt mich. Und das, obwohl ich nicht ernsthaft glaube, dass es jemanden gibt, der über mich wacht und mir beisteht. Trotzdem kann ich das nicht abstellen.“

Religion hat mit Angst zu tun

Der Religionswissenschaftler Michael Blume findet dafür eine Erklärung: „Aus heutiger Sicht kann man klar sagen, dass sowohl Religiosität als auch Spiritualität und magisches Denken jeder Mensch in sich veranlagt hat.“ Religion habe im Ursprung mit Angst zu tun, etwa, wenn wir glaubten, dass uns unsere toten Ahnen beobachteten. Dies sorge dafür, dass Menschen sich regelkonform verhielten. Rossbauer bestätigt dies, indem sie über ihr Bild von unbehaglichen Gottesdiensten und Gemeindeleben schreibt: „Für mich bedeutete Kirche, viele Dinge zu machen, die man macht, weil alle sie so machen. Sonntagmorgens zu früh aufstehen, ins Nachbardorf fahren, rein in die kalte, riesige Kirche, auf die linke Seite, wo die Frauen sitzen. Gebete, Lieder, aufstehen, hinsetzen, knien, aufstehen, knien, hinsetzen. Während der Pfarrer etwas erzählt, das ich nicht verstehe, an Fußball oder Rainer aus der Schule denken und am Rotlichtstrahler unter der hölzernen Sitzbank die gefrorenen Finger wärmen.“ Der Religionspsychologe Sebastian Murken erklärt ihr, der Glaube helfe dabei, scheinbar sinnlose Geschehnisse zu verarbeiten. Psychologisch gesehen gehe es uns nun einmal besser, wenn wir Geschehnissen Ursachen zuschreiben könnten – Gottes Willen zum Beispiel. Doch es gebe Ausnahmen: Er habe Frauen mit Brustkrebs untersucht. Dabei hätten die Religiösen darunter zwar erklärt, wie sehr ihnen der Glaube beim Durchstehen der Krankheit helfe. Faktisch seien ungläubige Kranke aber auch nicht depressiver gewesen. Unglücklich mache es hingegen, wenn die Krankheit als Strafe Gottes angesehen werde.

Weltoffene Kirche

Zuletzt besucht Rossbauer ein Kloster in Berlin-Charlottenburg und entdeckt dort Erinnerungen an die Religiosität ihrer Kindheit wieder. Schwester Claudia Elisheva steht ihr Rede und Antwort, erklärt etwa, warum sie Nonne geworden ist: „Es ist nicht so, dass ich das gesucht habe. Wenn überhaupt, würde ich sagen: Ich bin hier, weil er das so wollte.“ Ihrer Meinung nach sei es naiv, zum Beispiel die Schöpfungsgeschichte wörtlich zu nehmen. Am Ende stellt die taz-Autorin fest: „Die katholische Kirche kann also auch weltoffen sein, so wie Claudia Elisheva. Aber Springen? Nein. Ich will nicht zurück.“ (pro)
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