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„Die Identität Europas ist christlich“

Es ist Mut machend, dass viele Menschen in Europa sich zum christlichen Glauben bekennen, sagt der Europapolitiker Manfred Weber. Angesichts der isolationistischen Politik von US-Präsident Trump fordert der CSU-Vize mehr europäisches Selbstbewusstsein – und langfristig eine europäische Armee.
Von PRO
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Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der EVP im Europaparlament

Foto: pro/Nicolai Franz

Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der EVP im Europaparlament

„Zwei Drittel der Menschen auf diesem Kontinent sind Christen“, sagte Manfred Weber gegenüber pro. Wenn man sage, dass Europa christlich sei, dann sei das zunächst eine Beschreibung des Ist-Zustandes. „Für mich gibt es daher überhaupt keinen Zweifel, dass die Identität dieses Kontinents vor allem christlich ist“, sagte der Fraktionsvorsitzende der EVP im Europaparlament. Wer das bestreite, betreibe „Realitätsverweigerung“. Dass sich so viele Menschen trotz Säkularisierung und moderner Herausforderungen zum christlichen Glauben bekennen würden, sei „Mut machend“.

Skeptisch äußerte sich Weber hinsichtlich der Frage, ob die Türkei der Europäischen Union beitreten könne. „Neben der Grundrechtecharta ist auch die Geografie eine wichtige Frage, ob ein Land zur Europäischen Union gehören kann. Ansonsten würden wir Europa deutlich überdehnen“, so der CSU-Politiker. Niemand würde etwa behaupten, die Kurdengebiete an der irakischen Grenze würden zu Europa gehören: „Konkret heißt das: Die Türkei kann kein Mitglied der Europäischen Union werden.“

Angesichts der isolationistischen Politik der US-Regierung sprach sich der Chef der größten Fraktion im Europaparlament langfristig für eine europäische Armee aus: „Wir brauchen auch im Blick auf Präsident Trump eine gemeinsame europäische Antwort.“ Diese sei vor allem im Hinblick auf moderne militärische Methoden wie die Drohnentechnologie und den Cyberwar notwendig, um die Bürger zu schützen: „Europa muss auch in der Außen- und Sicherheitspolitik endlich mit einer Stimme sprechen“, so Weber. Weiter sagte er: „Eine europäische Armee ist das Fernziel.“

Zwar solle es weiterhin nationale Kompetenzen in Fragen der Außen- und Verteidigungspolitik geben: „Die Frage ist aber: Wer kann unsere Interessen durchsetzen?“ Selbst Deutschland, das lediglich ein Prozent der Weltbevölkerung stelle, sei alleine nicht überall in der Lage, seine Interessen zu schützen: „Deswegen werden wir in einigen Bereichen zu europäischen Strukturen kommen müssen.“ Die EVP ist die größte Fraktion im Europaparlament. Neben den deutschen Unionsparteien gehören ihr unter anderem die österreichische ÖVP, die französischen Republikaner und der Partido Popular (Spanien) an. (pro)

von: nf

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