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Die Grüne Revolution

Am Donnerstag ist der Film "The Green Wave" in den deutschen Kinos gestartet. Der Film erzählt von den Menschen im Iran, die unter dem Regime von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei den Präsidentschaftswahlen 2009 um ihre Stimme betrogen wurden.
Von PRO

Foto: Camino Filmverleih

Wegen ihres Filmes "The Green Wave" werden die Macher nie wieder in ihr Heimatland, den Iran, einreisen können. Die Gefahr ist zu groß, für ihren aufdeckenden und bewegenden Film verhaftet und verurteilt zu werden. "The Green Wave" handelt von den Geschehnissen vor und nach den Präsidentschaftswahlen im Iran im Jahr 2009. Wie eine unaufhaltsame Welle breitet sich im Sommer 2009 der Wunsch nach mehr Freiheit im Iran aus. Die Hoffnungen der überwiegend jungen Wähler auf einen Regimewechsel sind groß. Die Zeiten von Repressalien, Unterdrückung und Willkür unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad sollen vorbei sein. Der neue Hoffnungsträger ist der Präsidentschaftskandidat Mir Hossein Mussawi. Zehntausende Anhänger feiern ihn und symbolisieren mit grünen Schals und Armbändern ihre Unterstützung. Mussawi wird zum allgegenwärtigen Symbol eines möglichen Regimewechsels – der Grünen Revolution.

Doch die friedliche Revolution scheitert am Wahltag. Trotz aller Prognosen und Erwartungen wird Ahmadinedschad wiedergewählt. Vorwürfe werden laut, bei der Wahl sei betrogen worden. Die Menschen gehen daher auf die Straßen und demonstrieren gegen die Wahl – friedlich. Doch das Regime unter Ahmadinedschad geht mit unvorstellbarer Gewalt gegen Oppositionelle, Aktivisten und Demonstranten vor: Sie werden verprügelt, verschleppt, vergewaltigt und ermordet.

Revolution 2.0

Der 80-minütige Film wird aus Sicht von zwei jungen Studenten erzählt und mit einem Motion-Comic, einer Art bewegtes Comic, bebildert. Dabei schildert der Film die anfängliche Hoffnung und Neugier, die verzweifelte Angst und den Mut, trotzdem für einen Regimewechsel weiter zu kämpfen. Um die Gefühle und Gedanken der Menschen und die Geschehnisse für den Zuschauer fühlbar zu machen, greift der im Iran geborene deutsche Regisseur Ali Samadi Ahadi auf neue Medien zurück und fügt sie als Collage in den Film mit ein.
 
Dazu dienen Blogeinträge, Twitternachrichten und YouTube-Videos, weil jegliche Form des westlichen Journalismus vom Iran unterbunden wurde und es dadurch kein objektives Bildmaterial von den Ereignissen gibt. Private Aufnahmen von Handys und Fotokameras zeugen von der anfänglichen Euphorie der Wähler. Ebenso sind brutale Übergriffe nach der Wahl zu sehen, in denen Demonstranten willkürlich geschlagen und erschossen werden.

Die Verantwortung des Westens

Neben der Erzählung von den Geschehnissen nimmt der Film aktuelle politische Fragen auf. In den Film fließen Interviews mit bedeutenden Exil-Iranern und Menschenrechtsaktivisten ein. Darunter Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, dem schiitischen Geistlichen Mohsen Kadivar, einer der wichtigsten Kritiker der Islamischen Republik und dem ehemaligen UN-Ankläger und Spezialisten für Menschenrechtsfragen Payman Akhavan. In ihren Statements wird die Zukunft des Irans sowie der Umgang mit dem Iran von westlichen Ländern thematisiert und hinterfragt.
 
Der Film "The Green Wave" entstand in nur 10 Monaten und wurde in Zusammenarbeit mit dem WDR und ARTE produziert. Er gibt dem Zuschauer eine bislang unbekannte Sichtweise über die Menschen im Iran: Wo in westlichen Medien bislang nur von den Provokationen des Präsidenten Ahmadinedschad und von Atomwaffen berichtet wird, schildert der Film eindrücklich die Gefühle und Einstellungen der Menschen, die unter dem Regime leiden. Gleichzeitig ist der Film ein Beispiel dafür, wie das Internet mit Twitter, Facebook und YouTube eine neue Revolution im gesamten Nahen Osten unterstützen kann. (pro)
http://www.thegreenwave-film.com
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