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Die Botschaft von Weihnachten kann sich bewähren

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin weckt und bestätigt viele Ängste. Gerade jetzt kommt es darauf an, was wir der Weihnachtsbotschaft „Friede auf Erden” zutrauen. Ein Kommentar von Jonathan Steinert
Von Jörn Schumacher
„Friede auf Erden” scheint angesichts des Terrors fast eine zynische Aussage zu sein. Aber gerade jetzt bringt sie Sehnsucht und Hoffnung zum Ausdruck.
„Friede auf Erden” scheint angesichts des Terrors fast eine zynische Aussage zu sein. Aber gerade jetzt bringt sie Sehnsucht und Hoffnung zum Ausdruck.

Was geht in einem Menschen vor, der sich in einen tonnenschweren Lkw setzt und damit durch die Menschenmenge walzt? Wie kann ein Herz so hart werden, dass es den Wunsch hat, so viele Menschenleben wie möglich auszulöschen? Wie verblendet muss dieser Mensch von einer Ideologie sein, die auf Hass und Verachtung beruht?

Wer ein Minimum an Achtung vor dem Leben, vor der Würde des Menschen besitzt, wird wahrscheinlich nie begreifen, wie jemand zu so einer Tat wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt fähig sein kann. Abgesehen von diesen Fragen, weckt der Anschlag Ängste, die wir womöglich meist ganz gut im Zaum halten. Aber die sich durch so eine Tat bestätigen: Es ist passiert, was wir spätestens seit den Anschlägen in Paris vom November 2015 befürchteten. Auch damals stellten sich die Fragen: Wie sicher sind unsere Weihnachtsmärkte? Können wir unbeschwert in den Weihnachtsgottesdienst gehen?

Jetzt nicht schwarzsehen

Der erste Tatverdächtige, den die Polizei festnahm, rundete das typische Bild solcher Anschläge – oder unsere Vorstellung davon? – ab: ein junger Migrant, pakistanischer Herkunft, als Flüchtling eingereist, womöglich Moslem. Mittlerweile hat die Polizei ihn wieder laufen lassen, es war offenbar der Falsche. Von einem islamistischen Anschlag geht die Bundesanwaltschaft dennoch aus.

Schnell sind Stimmen laut geworden, die eine direkte Verbindung zur Flüchtlingspolitik Angela Merkels herstellten und die Bundeskanzlerin damit für den Anschlag verantwortlich machten. „Wir haben es ja immer gewusst“, werden all jene sagen, die Migranten und Muslime in Deutschland ohnehin kritisch sehen. Selbst wenn tatsächlich ein Flüchtling die Tat begangen haben sollte: Die Gründe dafür werden in jedem Fall komplizierter und vielschichtiger sein, als das Attentat unmittelbar der Bundeskanzlerin anlasten zu können. Das aufzuklären, ist Aufgabe der Behörden. Und die verantwortlichen Politiker dürfen sich nicht scheuen, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen.

Christen sind als Bürger und Gläubige gerade jetzt auf eine andere Weise gefordert. Jetzt gilt es, nicht in den Chor der Schwarzseher einzustimmen, auch wenn eine der schwärzesten aller Möglichkeiten eingetroffen ist. Das bevorstehende Weihnachtsfest erinnert uns daran: Jesus, der Friedefürst, der Heiland der Welt, kam zur Welt. Das ist die Botschaft der Christen. Auch wenn die Ereignisse dieser Tage genau das Gegenteil zu bezeugen scheinen. Aber sie zeigen umso mehr, wie nötig unsere Welt den Erlöser hat.

Terroristen brauchen Jesus – alle anderen auch

Doch ist die christliche Botschaft von Barmherzigkeit, Frieden, von Liebe und Annahme im Angesicht des Terrors nicht völlig fehl am Platz? Nein. Sie kann uns helfen, auf den Hass der Terroristen nicht ebenfalls mit Hass zu reagieren – womöglich gar mit Hass und Ablehnung auf Migranten, die in unserer Vorstellung des Täter-Typus entsprechen. Denn dann hätten die Feinde unserer Gesellschaft gewonnen.

Weihnachten bedeutet: Gott hat die Welt nicht aufgegeben. Deshalb müssen und sollten Christen nicht in Weltuntergangsstimmung verfallen. Sie dürfen Hoffnung säen und Frieden stiften – in Gesprächen, in Beziehungen, im Einsatz für die Gesellschaft. Menschen wie der Fahrer des Terror-Lkws müssen von der Hoffnung und dem Frieden erfahren, die Jesus schenkt. Denn auch sie sind Menschen, die er liebt. Genauso wie die Menschen, auf die es Terroristen wie er abgesehen haben. Und selbst wenn morgen die Welt unterginge, könnten Christen es mit Luther halten und noch ein „Apfelbäumchen“ pflanzen. (pro)

Von: jst

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