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Die Botschaft vom Kreuz: Keine Wellness-Religion

Das Kreuz Christi ist Provokation und spaltet die Christen in zwei Lager, schreibt FAS-Autor Christian Feldmann. Dabei werde das wichtigste allzu oft vergessen: Jesu Auferstehung. „Er lebt bis heute“, ist Feldmann überzeugt.
Von PRO
Das Kreuz provoziert, schreibt FAS-Autor Feldmann. Viel wichtiger als als die Botschaft der Kreuzigung sei jedoch die der Auferstehung

Foto: Nito|Fotolia

Das Kreuz provoziert, schreibt FAS-Autor Feldmann. Viel wichtiger als als die Botschaft der Kreuzigung sei jedoch die der Auferstehung
Die Hinrichtung Jesu sei unfassbar grausam gewesen, erklärt der Autor in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Ausführlich beschreibt Feldmann, wie sich der Tod Jesu vollzogen hat und welche Qualen dieser am Kreuz ausstand. Als „teuflische Quälerei“ bezeichnet er den Kreuzestod. Es gebe kaum eine Art, qualvoller zu sterben. Der Tod durch Kreuzigung habe in der Antike als erniedrigendste aller Todesstrafen gegolten. Unzählige Verbrecher starben auf die gleiche Weise wie Jesus. „Warum hat man diesen Gekreuzigten nicht vergessen – und mit ihm das Kreuz, das nicht nur Höhepunkt grausamer Strafjustiz markiert, sondern zu den Ursymbolen der Menschheitskultur gehört?“, fragt Feldmann. Der Autor findet eine Antwort in der „ambivalenten Botschaft“, die Jesu Tod vermittle und die bis heute provoziere. Einerseits drücke Jesu Opfer eine „menschenfreundliche Tradition von Solidarität zwischen Schöpfer und Geschöpf und von stellvertretendem Leiden“ aus. Andererseits lasse der Kreuzestod auch „das fragwürdige Bild eines rachsüchtigen, unbarmherzigen, auf Sühne und Strafe sinnenden Gottes“ aufkommen. Auf den ersten Blick wirke Jesu Opfer „als Preis der Liebe zu den Kleinen“ sympathisch. Auf den zweiten Blick scheine es jedoch so, als ob das Engagement für Gerechtigkeit automatisch „an den Galgen führt“. Die Gewalttätigkeit der Mächtigen könne als „Sachzwang“ erscheinen. „Wie soll sich da jemals etwas an den Verhältnissen ändern? Haben die Freiheitskämpfer kein Recht auf Leben und die Machtbesitzer niemals einen freien Willen?“, fragt der Autor. Besonders feministische Theologinnen stießen sich an dieser Deutungsmöglichkeit.

„Der Mensch, den er ans Kreuz nageln ließ, lebt. Bis heute.“

Mit dem Kreuz sei untrennbar Grausamkeit verbunden. Vielleicht sei das der Grund, warum viele Menschen heute die Darstellung eines zu Todes gefolterten Jesus ablehnten und das Kreuz aus Gerichtssälen und Schulzimmern verbannen wollten. „Es ist eine schlimme Hypothek, die das Kreuzes-Logo belastet.“ Das Symbol des Kreuzes mache alle menschlichen Wunschträume von Gott und einem leidfreien Leben zunichte, es verstöre und irritiere: „Das blutige Kreuz auf Golgota ist das genaue Gegenteil einer weichgespülten Wellness-Religion, die keine Entscheidung fordert und keine Konsequenzen hat.“ Ein Ereignis ist für Feldmann jedoch viel wichtiger, als Jesu Kreuzigung und die zweigeteilte Botschaft, die diese vermittelt. Über dem Streit um die Botschaft des Kreuzes vergäßen „die düsteren Prediger, die immer noch vom Zorn Gottes reden, und ebenso die flotten Theologinnen, die alles neu und besser sagen wollen“ die Auferstehung. „Non est hic“ (er ist nicht hier) habe es am Ostermorgen geheißen, als die Frauen an das leere Grab kamen. „Drei schlichte kleine Worte, die den ganzen Streit als, pardon, bisweilen kleinkariert entlarven.“ Feldmann schließt mit den Worten: „Pilatus hatte nur das vorletzte Wort. Der Mensch, den er ans Kreuz nageln ließ, lebt. Bis heute.“ (pro)
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