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Die Bibel: Was noch passiert sein könnte

Der langjährige Redakteur des Evangeliums-Rundfunks und Autor Eckart zur Nieden hat ein Buch veröffentlicht, in dem er Geschichten der Bibel mit erfundenen Begebenheiten kombiniert. In seinen 13 Kurzgeschichten schreibt er aus der Sicht von Beteiligten und Augenzeugen. Bekannt durch Hörspiele, widmet sich zur Nieden auch hier dem Ziel, zu unterhalten, aber auch seinen Lesern eine neue Perspektive zu eröffnen. Eine Rezension von Johanna Streeb
Von PRO

Foto: Brendow

Auf 192 Seiten erwartet den Leser unter dem Buchtitel „Vielleicht begab es sich aber…“ viel Spannung und Unterhaltung: Mordgeschichten, Familientragödien und Liebeserzählungen. Der chronologische Aufbau, der sich nach der Reihenfolge der Bibel richtet, erleichtert dabei das Lesen. Durch die einfache Sprache und den Unterhaltungsfaktor ist das Buch auch für Teenager geeignet. Aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten, da sie eine neue Sicht auf vielleicht altbekannte biblische Geschichten bekommen können. Das Ziel, das sich der Autor dabei setzt, den Horizont des Lesers zu weiten, wird erfüllt. Dies schafft er dadurch, dass er unauffälligen, teils negativ auftretenden Randfiguren der Bibel die Protagonisten-Rolle zuschreibt.

Das Buch beginnt am Anfang der Bibel und damit am Anfang der Welt. Er spekuliert etwa darüber, wie ein Schreiber die Schöpfungsgeschichte aufgeschrieben haben könnte. Es folgen Geschichten über die ägyptische Sklavin Hagar, über Abrahams Knecht Elieser und über den Finanzverwalter des Pharaos, Potifar.

Es verblüfft, wie zur Nieden sich beispielsweise dem Psalm 73 in der Geschichte „Loblied“ annähert: Wie könnte der Psalmist Asaf sein Lied aufgeschrieben haben? Um die Jahreslosung 2014: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ (Psalm 73, 28) aus einer neuen Sicht zu sehen, kann man hierfür seine fiktive Entstehungsgeschichte des Psalmes lesen. Der Dichter und Harfespieler Asaf regt sich über den Reichtum der Gottlosen auf. Sein Freund Amnon spiele die Harfe auch nur noch für den reichen Verwalter Pethuel, da er hier mehr Geld verdiene als im Gottesdienst. Dennoch bleibt Asaf seinem Gott treu.

Auch widmet sich zur Nieden den Fragen: Wie könnte die Weihnachtsgeschichte aufgeschrieben worden sein? Oder: Wie hört sich die Ostergeschichte aus der Sicht des Aufrührers und Mörders Barrabas an, der an Jesu statt freigelassen wurde?

Zur Nieden greift spannende Themen auf. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass er biblische Geschichten mit eigenen Ideen mischt. Dies zu differenzieren ist auch die einzige Schwierigkeit, die sich beim Lesen bietet, da er nicht nur biblische Personen aufgreift, sondern auch andere Protagonisten erfindet. Andererseits ist der Leser jedoch bereits im Buchtitel vorgewarnt: „passiert sein könnte“, heißt es schließlich. Um der Verwirrung aber entgegenzuwirken, schafft der Autor durch Angaben der einzelnen Bibelstellen dagegen Abhilfe.

Ein durchweg spannendes, zum Nachdenken anregendes Buch für Jung und Alt. (pro)

Eckart zur Nieden: „Vielleicht begab es sich aber… Was neben den biblischen Geschichten noch passiert sein könnte“, Brendow-Verlag, 192 Seiten, 12,95 Euro, ISBN 9783865065292

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