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Die Bibel als Theaterstück

Mehrere Tausend Personen, imposante Landschaften, und ein eifernder allmächtiger Schöpfer – Kann man die Bibel als Theaterstück umsetzen? Das Theater im Stadthaus in Rudolstadt nimmt die Herausforderung an und bringt die Bibel ab Januar 2017 auf die Theaterbühne.
Von PRO
So sah die Aufführung des Theaterstücks „Bibeln“ in Göteborg aus

Foto: Göteborgs Stadsteater / Foto Aorta

So sah die Aufführung des Theaterstücks „Bibeln“ in Göteborg aus
Der schwedische Autor Niklas Rådström hat ein Theaterstück geschrieben, das nichts Geringeres als die Geschichten der Bibel auf die Theaterbühne bringt. Rådströms Theaterstück „Die Bibel“ erzählt in einundvierzig Szenen die wichtigsten Begebenheiten des Buches der Bücher. Von der Schöpfungsgeschichte über Adam und Eva, dem Turmbau zu Babel und den Auszug aus Ägypten bis hin zur Passion Christi. Seine Uraufführung erlebte das umfangreiche Werk 2012 im schwedischen Theater Göteburg. Im Januar gibt es im Theater Rudolstadt erstmals eine deutsche Adaption zu sehen. „Das wird ein opulentes Ereignis“, sagt der Theaterintendant Steffen Mensching. Die Bibel als Theaterstück zu konstruieren sei eigentlich „ein aberwitziges Unterfangen“, teilte das Theater gegenüber pro mit. Mehr als dreitausend Personen würden im Buch erwähnt, „dann die Schauplätze: Berge, Meere, Wüsten, babylonische Ruinen, Walfischmägen; die Katastrophen: Fluten, Kriege, Plagen, Stürme; die Wunder: diverse Engel, unerklärliche Schwangerschaften, bizarre Heilungen, brennende Dornbüsche“. Dazu kämen gewisse „Empfindlichkeiten“, an die der Regisseur Alejandro Quintana denken müsse: „Wird man Gläubige verprellen, wenn man sich vom Allerheiligsten ein Bild macht, kann man Nichtchristen trotz ihrer Vorurteile überzeugen, dass diese archaischen Geschichten erzählenswert sind? Ist es heikel, das Buch der Bücher aufzuschlagen, gerade jetzt, wo Toleranz in religiösen Fragen gefordert scheint?“

„Blutige Spur der Menschheit“

Das Theater bezeichnet das drei Akte umfassende Stück von Autor Rådström als „kolportageartige Revue“. Weiter heißt es: „Rådström nimmt die biblischen Geschichten ernst, als Mythen, die uns vom Kern der menschlichen Existenz erzählen.“ Die Wege der biblischen Figuren seien „voller Sünde und Streit, ihr Alltag ist Krieg, Hunger, Mord und Totschlag, Exil, Verfolgung, Rache“. Und Gott bleibe dabei „ein durchaus zorniger Initiator“. Doch dann betrete ein Mann die Bühne, der es anders mache: „Jesus, die Ausnahmeerscheinung, der die andere Backe hinhält und Liebe für die Feinde fordert. Er verkündet die frohe Botschaft der Liebe, die den Pragmatikern der Macht wie eine Albernheit oder die Tat eines Wahnsinnigen vorkommt.“ Rådström blickt oftmals mit einem Augenzwinkern auf die biblischen Geschichten. Das Theater Rudolstadt kündigt die Darstellung „der blutigen Spur der Menschheit“ an, die „uns zum prüfenden Blick in den Spiegel“ zwinge. „Sind wir, trotz aller technologischen und sozialen Entwicklung, wirklich vorangekommen? Bietet Glauben Hilfe im Chaos des historischen Prozesses? Will Gott Gehorsam oder Verantwortung? Kann man sich aus Knechtschaft befreien? Was bedeutet Treue, wo beginnt Verrat?“ Als Auftakt zum Reformationsjahr 2017 findet die Premiere am 28. Januar 2017 statt. Insgesamt sind bislang sieben Aufführungen von Januar bis Juni 2017 geplant. (pro)
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