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Die Bibel als bebilderter Roman

Groß und bunt, modern und vielseitig: Für Kunstliebhaber haben Philippe Lechermeier und Rebécca Dautremer die Bibel in Wort und Bild neu gestaltet. Das Werk überträgt die Heilige Schrift in die Sprache der modernen Kunst. Eine Rezension von Gabriela Wunderlich
Von PRO
Eine Bibel für Kunstliebhaber: Rebecca Dautremer hat in ihrem neuen Buch die wichtigsten Geschichten der Bibel künstlerisch illustriert
Eine Bibel für Kunstliebhaber: Rebecca Dautremer hat in ihrem neuen Buch die wichtigsten Geschichten der Bibel künstlerisch illustriert
Philippe Lechermeier und Rebécca Dautremer bringen die Geschichten der Bibel neu zum Leben. Großformatige Abbildungen wechseln sich mit illustrativen Nacherzählungen biblischer Inhalte ab. Der Druck auf schwerem Glanzpapier unterstreicht den massiven Charakter des Werkes. Angefangen bei Adam und Eva veranschaulicht das Buch dem Betrachter die bekannten Geschichten: Abraham, der Auszug aus Ägypten, die Zeit der Richter und Könige. Das Alte Testament schließt mit Erzählungen über das Exil der Israeliten, wozu auch apokryphische Texte einbezogen werden. Der neutestamentliche Teil setzt sich nur mit den Evangelien und dem Leben Jesu auseinander. An den biblischen Kanon halten sich die Autoren nur grob.

Originell und tiefgründig illustriert

Noch vor den textlichen Inhalten stechen die Zeichnungen der weltweit anerkannte Künstlerin Rebécca Dautremer ins Auge. Anspruchsvoll und tiefgründig verarbeitet sie Aspekte der biblischen Geschichten. Der Garten Eden färbt sich in knalligem Grün, der Nil in blutigem Rot. Mit filigranen Schwarz-weiß-Zeichnungen charakterisiert die Künstlerin feinfühlig Persönlichkeiten. Dabei verwendet sie immer wieder originelle Ideen und ungewöhnliche Perspektiven. Auffällig ist, dass sich in ihren Illustrationen oft indianische Elemente wiederfinden. Das erscheint im Kontext der Bibel fremdartig. Auch der französische Schriftsteller Philippe Lerchermeier verfasst die biblischen Ereignisse sprachlich illustrativ und neu. Dabei bedient er sich verschiedener Darstellungsformen, erzählt und berichtet. Die Josef-Episode ist in einem Drama arrangiert. In Form von Gedichten stehen Daniel und seine Geschichten in der Kunstbibel. Mit künstlerischer Freiheit verwendet der Autor eine lebensnahe Sprache. Dabei lässt er Teile der Bibel weg, fügt anderes phantasievoll hinzu. Gesehen als ein Gesamtkunstwerk schafft es diese Bibelübertragung, völlig neue und unerwartete Sichtweisen auf die Heilige Schrift zu eröffnen. Doch sollte sich der Betrachter stets bewusst sein, dass er durch die Augen der Künstler schaut. Das erweist sich in vielerlei Hinsicht als unterhaltsamer, rückt aber beträchtlich von der biblischen Originalvorlage ab. Zudem stellt sich die Frage, ob die ein oder andere nicht-jugendfreie Darstellung unbedingt enthalten sein muss. (pro) Philippe Lechermeier/Rebécca Dautremer: „Die Bibel“, 381 Seiten, Coppenrath, 44 Euro, ISBN 9783649621164
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/welt-die-letzten-geheimnisse-der-bibel-90555/
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