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Die Bedrohung der Religion

Seit dem arabischen Frühling ist die Ausübung von Religion in vielen Ländern stark eingeschränkt. Das geht aus einer aktuellen Studie des Pew-Forschungszentrums mit Sitz in Washington D.C. hervor.
Von PRO

Foto: S a l e e m H o m s i (CC BY 2.0)

Die Einschränkungen in der Religionsausübung seien bereits vor 2011 sehr hoch gewesen, heißt es in der Studie. Mit Beginn des arabischen Frühlings haben die Forscher einen starken Anstieg ermittelt. Besonders Länder im Nahen Osten und Nordafrika seien betroffen. Die Anzahl von Ländern in diesen Regionen, die unter religiös-motivierter und kommunaler Gewalt litten, habe sich 2011 verdoppelt. Die Wissenschaftler geben an, dass die Ergebnisse damit den Erwartungen vieler Politiker widersprächen. Viele hätten sich durch die Demonstrationen mehr Freiheiten erhofft.

Im Nahen Osten sei die Religionsausübung durch Regierungsmaßnahmen, aber auch aufgrund sozialer Ablehnung schwierig gewesen, berichtet das amerikanische Forschungszentrum. Seit dem Jahr 2011 kam es jedoch vermehrt zu Anfeindungen auf gesellschaftlicher Ebene. In Ägypten seien koptische Christen zunehmend gewalttätigen Angriffen ausgesetzt gewesen. Ähnlich bewertet die Studie die Lage im westafrikanischen Nigeria. Der Einsatz von Gewalt zwischen Christen und Muslimen sowie seitens der islamistischen Gruppierung Boko Haram sei stark gestiegen.

Christen am stärksten bedroht

Am stärksten sind laut Pew Einschränkungen in der Religionsausübung in Ägypten. Dort habe es 2011 weltweit die meisten restriktiven Eingriffe seitens der Regierung gegeben. Der Umfragewert ist zugleich der höchste seit 2006. Vergleichsweise schwierig schätzt Pew die Lage in Indonesien, Russland und Pakistan ein. Die meisten sozialen Anfeindungen bezüglich der Religionsausübung habe es in Pakistan gegeben.

Bedrohung und Einschüchterung von religiösen Gruppen kamen im Jahr 2011 in rund 160 Ländern vor. Christen wurden im Vergleich zu anderen Religionsgruppen in den meisten Nationen bedroht. Wie die Erhebung zeigt, waren Christen in 105 Ländern bedroht, das sind sechs Länder weniger als im Jahr zuvor. Neben Gewaltanwendung wertet Pew auch verbale Diskriminierung als Bedrohung. Muslime waren 2011 in 101 Ländern, Juden in 69 Ländern betroffen.

Religiöse Einschränkungen nehmen zu

Laut der Studie gibt es in 150 von 198 Ländern gesellschaftliche und politische Initiativen, um die religiösen Einschränkungen zu vermindern. Die meisten Projekte wollen den interreligiösen Dialog fördern. An zweiter Stelle stehen Maßnahmen zur Bekämpfung religiöser Diskriminierung und an dritter Position praxisorientierte Bildungsangebote.

Die aktuelle Untersuchung zeigt zudem, dass in Amerika, Europa, den subsaharischen afrikanischen Ländern und in der asiatischen Pazifikregion generell ein Anstieg von religiösen Einschränkungen zu verzeichnen ist. Zwar ist die Anzahl der Einschränkungen durch die europäischen Regierungen allgemein zurückgegangen, dafür seien aber soziale Anfeindungen in Europa angestiegen. Von den Regierungen in Asien werden derzeit die meisten Restriktionen auferlegt. In Amerika hat sich die Situation bezüglich beider Kategorien verschlechtert.

Das Pew-Forschungszentrum führt hauptsächlich Studien zu den Themen Religion und öffentliches Leben durch. Es wurde im Jahr 2001 gegründet. Für die Studie wurden ausschließlich öffentliche Quellen benutzt, unter anderem vom U.S. State Department, dem Europäischen Rat und Organisationen wie Human Rights Watch. (pro)

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