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Diakonissenmutterhaus: Ein Leben für den Nächsten

Die Diakonissen im Mutterhaus in Elbingerode heilen, trösten – und teilen ihr ganzes Leben miteinander. Der MDR berichtete über die reiche Geschichte der Einrichtung.
Von Nicolai Franz
Schwester Renate lebt seit 1953 im Diakonissenmutterhaus

Foto: MDR / Philipp Bauer

Schwester Renate lebt seit 1953 im Diakonissenmutterhaus

„Beten, Bauhaus, Krankenpflege“ – so überschreibt der MDR seinen Beitrag über das Diakonissenmutterhaus Elbingerode. Einst waren es 600 Frauen, die in der christlichen Gemeinschaft zusammenlebten. Heute sind es noch 150.

Nach den sogenannten „evangelischen Räten“ leben, arbeiten und glauben die Schwestern seit Jahrzehnten gemeinsam, erklärt Reinhard Holmer, der die Einrichtung als „Hausvater“ zusammen mit einer Oberin leitet. Wichtige Werte seien Ehelosigkeit, Bescheidenheit, Demut, Armut. Was erwirtschaftet wird, geht in die Gemeinschaftskasse. Die Diakonissen selbst erhalten nur ein Taschengeld, werden ansonsten durch das Mutterhaus versorgt.

Eine von ihnen, die 84-jährige Schwester Renate, kommt im MDR-Beitrag ausführlich zu Wort. Eine „Trümmerfrau“ sei sie gewesen, sagt die gebürtige Berlinerin. Als sie am Alex den Schutt aufräumte, fiel ihr ein altes, schweres Buch mit Ornamenten in die Hände. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht, sagt Jesus“. „In dem Moment wusste ich: Hier habe ich es mit einem lebendigen Gott zu tun.“ Seit 1953 ist sie im Diakonissenmutterhaus.

Die Schwestern beim Mittagessen. Die Diakonissen teilen ihr ganzes Leben miteinander. Foto: MDR/Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode
Die Schwestern beim Mittagessen. Die Diakonissen teilen ihr ganzes Leben miteinander.

Viele Menschen profitierten über die Jahre von dem hervorragend ausgestatteten Krankenhaus, in dem die Diakonissen arbeiteten. Röntgengerät, Sonograph und allerlei andere medizinische Geräte erhielt das Krankenhaus in der Regel aus dem Westen. In der damaligen DDR genoss das Haus daher einen sehr guten Ruf. Aber nicht nur die technische Ausstattung, sondern vor allem die mütterliche Liebe der Schwestern schien die Patienten beeindruckt zu haben, wie es im MDR-Beitrag heißt.

Als der junge Klaus-Peter Deicke 1974 mit einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, lernte er die Fürsorge der Schwestern in Elbingerode kennen. Seinen 19. Geburtstag verbrachte Deicke in der Klinik, wie er erzählt. Früh sei das Licht ausgegangen, doch plötzlich sei er umringt gewesen von der „ganzen Schwesternschar“, die ihm mit Kerze in der Hand ein Ständchen sangen.

Oben Andacht, unten Schwimmbad

Die Führung der DDR beäugte die Einrichtung misstrauisch. Schwester Renate berichtet, die Schwestern seien sich im Klaren darüber gewesen, dass sie beobachtet werden. „Man wusste genau, wenn im Gottesdienst jemand saß, der nicht unbedingt dazu gehörte.“ Zwischenzeitlich habe es Überlegungen gegeben, das Haus zu enteignen. Aber gegen die sozialdiakonische Arbeit des Mutterhauses habe die Führung wohl kaum etwas haben können, so Hausvater Holmer.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Beitrag auch der beeindruckenden Architektur des Mutterhauses. Direkt unter dem Kirchsaal des im Bauhausstil errichteten Zentralgebäudes können sich die Diakonissen seit 1934 in einem Schwimmbad bewegen und erholen – eine in Deutschland wohl einmalige Bauform.

Der Architekt Godehard Schwethelm baute das Haus 1934 im Bauhaus-Stil Foto: MDR / Philipp Bauer
Der Architekt Godehard Schwethelm baute das Haus 1934 im Bauhaus-Stil

Im Durchschnitt sind die Diakonissen 79 Jahre alt. Die meisten von ihnen leben bereits im Seniorenheim. Mit Nachwuchs sieht es indes schlecht aus, das weiß auch Schwester Renate. Es gebe aber heute so viel mehr Möglichkeiten, Gott zu dienen. „Gottes Sache geht nicht unter. Alles hat seine Zeit. Und ich denke das auch beim Diakonissenstand.“

Der MDR sendete den Betrag bereits am Dienstag. In der ARD-Mediathek ist er aber weiterhin abrufbar.

Von: Nicolai Franz

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