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Diakonie fordert: AfD-Wählern zuhören

Mit der Plakat-Kampagne „Unerhört!" will die Diakonie auf Gruppen aufmerksam machen, denen die Gesellschaft selten Gehör schenkt: Obdachlosen oder Flüchtlingen etwa. Auch AfD-Wähler sollen bald im Fokus der evangelischen Aktion stehen.
Von PRO
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Diakonie-Präsident Ulrich Lilie will den AfD-Wählern zuhören – aber auch „in den strittigen Diskurs gehen".

Foto: Diakonie/Thomas Meyer

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie will den AfD-Wählern zuhören – aber auch „in den strittigen Diskurs gehen”.

„Unerhört! Diese Obdachlosen!”, steht auf dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Plakat der Diakonie Deutschland. Es soll nur eines von vielen Motiven sein, die im Laufe der kommenden drei Jahre nach und nach veröffentlicht werden und auf diejenigen aufmerksam machen sollen, die nach Meinung der Diakonie in der Gesellschaft zu selten gehört werden. Um Flüchtlinge geht es zum Auftakt ebenfalls, Homosexuelle, Hartz IV-Empfänger oder auch alte Menschen sollen zum Thema werden – und bald auch AfD-Wähler. Das verrieten die Verantwortlichen am Donnerstag auf Nachfrage von pro.

„Mit AfD-Wählern ins Gespräch kommen”

„Wir verstehen AfD-Wähler zum großen Teil als Protestwähler”, erklärte dazu Diakoniesprecher Stephan Röger. Wer seinem Unmut derart Ausdruck verleihe, gehöre ebenfalls zu den „Unerhörten”, auf die das Diakonische Werk aufmerksam machen wolle. „Ziel der Kampagne ist es, ins Gespräch zu kommen”, betonte Röger. Man wolle von den AfD-Wählern wissen, wo ihrer Meinung nach die Probleme im Land liegen. „Miteinander reden, statt übereinander”, sagte Röger. Diakonie-Präsident Ulrich Lilie teilte dazu bereits am Mittwoch mit, er sehe in der ganzen Gesellschaft einen Bedarf, einander stärker zuzuhören. „Und das bedeutet ausdrücklich nicht immer nur Zustimmung, sondern auch, den Weg eines strittigen Diskurses zu gehen”, erklärte er.

Dabei schließt die Diakonie nicht aus, dass sich der ein oder andere AfD-Wähler durch ein solches Plakat auch provoziert fühlen wird. Man rechne mit kontroversen Diskussionen und scheue sie nicht, heißt es dazu. Erst im Dezember gerieten AfD und eine Einrichtung der Diakonie aneinander. Wie die Bildzeitung damals berichtete, wollte der AfD-Abgeordnete Anton Friesen dem evangelischen Diakoniewerk Sonneberg 100 Euro für die dortige Tafel zukommen lassen – die Protestanten lehnten ab. „Das Menschenbild von Diakonie und Kirche ist nicht mit dem der AfD vereinbar und wir möchten uns klar davon abgrenzen“, erklärte die Einrichtung in Sonneberg damals zur Begründung.

Kein Zusammenhang mit abgelehnter Spende

Dafür gab es Lob, etwa von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Kritische Stimmen kamen von Diakoniepräsident Ulrich Lilie oder auch von DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann. Zur aktuellen Kampagne stellt Röger klar, es gebe keinen Zusammenhang zu diesem Fall: „Die Motive standen damals schon fest.”

Von: Anna Lutz

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