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„Der Kirchentag ist angewandte Reformation“

2017 wird der Kirchentag in Berlin und Wittenberg organisiert. Erfunden haben die Deutschen den Kirchentag – eine Schweizerin wird das Sagen haben.
Von PRO
Christina Aus der Au – die Schweizerin ist Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages
Christina Aus der Au – die Schweizerin ist Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages
Am Sonntag endet der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart. Die Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages, Christina Aus der Au, bezeichnete den Kirchentag als „Felsen im Fluss der Zeit“. Die reformierte Schweizerin Aus der Au ist Dozentin an der Theologischen Fakultät der Universität Basel. 2017 findet der Kirchentag voraussichtlich in Berlin und Wittenberg sowie in sieben Städten Mitteldeutschlands statt und fällt mit den Feiern zum 500. Jahrestag der Reformation zusammen. Der abschließende Festgottesdienst soll dann am 28. Mai auf den Elbwiesen vor dem Panorama Wittenbergs gefeiert werden. „Der Kirchentag ist angewandte Reformation“, sagte Aus der Au auf einer Pressekonferenz am Samstag und zitierte das Grundsatzpapier des Reformationsjubiläums. Beim Kirchentag begegneten sich Menschen, die nach dem Glauben fragten, auf Augenhöhe. Kirche sei seit dem ersten Kirchentag 1949 in Hannover noch immer in Bewegung. Aus der Au erinnerte an die Aussage des Theologen Karl Barth, dass die Kirche ständig zu reformieren sei – „Ecclesia Semper reformanda“. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, bescheinigte den Teilnehmer des aktuellen Kirchentages Reife und würdigte das faire Verhalten der Besucher auch bei schwierigen Themen. Bedford-Strohm sieht die „größte Baustelle“ der Kirchen bei den jungen Menschen. „Wie schaffen wir es, die wundervolle Botschaft von Jesus Christus an die jungen Leute zu vermitteln?“, fragte Bedford-Strohm. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, wollte am Samstag noch nicht von einer Bilanz reden. „Wir sind ja noch mitten drin“, sagte July auf der Pressekonferenz. Der Eröffnungsgottesdienst im Herzen der Stadt habe sich ihm tief eingeprägt und werde seine Arbeit neu beflügeln. Das Lichtermeer beim Abendsegen habe ihn berührt. „Diese Bilder werden bei uns bleiben in Stuttgart, in unserer Landeskirche“, sagte July. Der Landesbischof danke den Helfern und Organisatoren für die Realisierung des Kirchentages in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Was bleibt: „Wie nehmen als Christen und Kirche in Württemberg bewusst und in internationaler Ökumene unsere Verantwortung weiterhin in der Gesellschaft wahr.“ Seine Kirche wolle sich weiter für die Nöte anderer Menschen einsetzen und mitdenken bei der Gestaltung des Zusammenlebens. July bezeichnete den Kirchentag in Stuttgart als einen Meilenstein in der Beziehung von Christustag und Kirchentag nach der Trennung 1969. Es gebe nun wieder ein Miteinander und es „sei klug geworden“. Es gelte nun, an dem Erreichten klug weiter zu arbeiten. „Wir haben uns bemüht, etwas weniger unklug zu sein“, sagte July.

Kirche wird zugetraut, zentrale Fragen zu behandelt

Der Theologe sprach von einer Bildungsgeschichte des Glaubens im Hinblick auf das Miteinander der Kirche mit dem Islam. Bildung gehöre gut-reformatorisch zum Glauben dazu. Es sei spannend zu sehen, dass sich Bildungsgeschichte auch im interreligiösen Dialog feststellen lasse. Auf persönliche Begegnung können man auch im Zeitalter der elektronischen Kommunikation und der sozialen Medien nicht verzichten. Das habe der Kirchentag aufs Neue gezeigt. „Unsere Gesellschaft traut Kirche und Christen nach wie vor zu, zentrale Fragen der Gesellschaft auf den Tisch zu legen und zur Diskussion zu stellen“, sagte July. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/impuls-fuer-die-oekumene-92284/
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