Das christliche Medienmagazin

„Der größte Ausdruck unserer wahren Existenz ist Jesus“

In seinem neuen Buch „Lügen, die wir uns über Gott erzählen“ hinterfragt der kanadische Bestseller-Autor William Paul Young Ansichten über Gott, die sich in der Gesellschaft verfestigt haben. Im Interview mit pro erzählt er auch von seiner evangelikalen Erziehung und was ihn an der Institution Kirche stört.
Von PRO
Der kanadische Bestseller-Autor William Paul Young, der mit seinen evangelikalen Missionarseltern in Papua-Neuguinea aufwuchs, hat mit „Lügen, die wir uns über Gott erzählen“ ein neues Buch geschrieben

Foto: pro/Michael Müller

Der kanadische Bestseller-Autor William Paul Young, der mit seinen evangelikalen Missionarseltern in Papua-Neuguinea aufwuchs, hat mit „Lügen, die wir uns über Gott erzählen“ ein neues Buch geschrieben

Der gebürtige Kanadier William Paul Young wurde mit seinem 2007 veröffentlichten Bestseller „Die Hütte“ weltberühmt. Der Sohn evangelikaler Missionare wuchs in Papua-Neuguinea auf. In seinem neuen Buch „Lügen, die wir uns über Gott erzählen“ hinterfragt er Ansichten über Gott, die sich in der Gesellschaft verfestigt haben.

pro: Was ist die größte Lüge, die Sie jemals über Gott geglaubt haben?

William Paul Young: Die größte Lüge war, dass Gott nicht gut ist. Es ging dabei mehr um Gott den Vater. Jesus schien anders zu sein. Es gab zwei Figuren: Jesus, mein Freund, der mich liebte. Aber Gott als Vater drehte sein Gesicht weg, war distanziert und abweisend. Er war der große Gott. Wegen den Verletzungen in meinem Leben war der wichtigste Aspekt für mich das Vertrauen. Du kannst niemandem vertrauen, dem du nicht glaubst, dass er gut ist. Ja, er liebt mich zwar, aber er beurteilt mich auch. Jesus kommt, um mich vor ihm zu beschützen.

Aber es gab eine Menge Lügen – nicht nur über Gott. Ich hatte eine sehr belastete Beziehung zu meinem Vater. Ich projizierte seine Persönlichkeit auf das Gesicht Gottes. Mein Vater war ein gebrochener, aber auch ein religiöser Mann. Durch die Taten meines Vaters spiegelten sich Gottes Taten. Ich fühlte mich so klein und wertlos. Mein Vater war ein missbrauchender, disziplinärer und wütender junger Mann. Als Kind weißt du nicht, dass dein Vater auch eine Last mit sich herumschleppt.

Wie entstand die Idee zum neuen Buch „Lügen, die wir uns über Gott erzählen“?

Es fing damit an, dass ich kleine Nachrichten bei Twitter herumschickte. Es ging um den negativen Raum. In der Kunst kann der Blick auf die negativen Seiten einer Sache die positiven Seiten plötzlich in ganz neuem Licht erstrahlen lassen. Ich fragte mich: Was sind die Dinge, die Gott niemals sagen würde. Zum Beispiel: „Du hast mich enttäuscht!“ Oder: „Du bist wertlos!“ Die Menschen reagierten sehr emotional darauf. Es regte sehr positive Gedanken an. Als ich mich mit den amerikanischen Herausgebern meines Buchs „Eva: Wie alles begann“ unterhielt, waren sie begeistert von meinen Twitter-Nachrichten. Zuerst lautete das Konzept: Wörter, die du niemals von Gott hören wirst. Daraus wurden die Lügen, die wir uns über Gott erzählen. Eines Abends habe ich mich mit Freunden unterhalten, die Theologen sind. Als wir zusammen darüber nachdachten, hatten wir in fünf Minuten 150 Lügen beisammen. Dann siebte ich die 28 fundamentalsten Lügen heraus.

Youngs neues Buch „Lügen, die wir uns über Gott erzählen“ Foto: Allegria
Youngs neues Buch „Lügen, die wir uns über Gott erzählen“

Ihr Buch „Die Hütte“ haben Sie damals für Ihre Kinder geschrieben. Heute schreiben Sie für Millionen von Lesern. Macht das für Sie einen Unterschied?

Ich denke an die Person, die mir gegenübersitzt, an den Freund, der mit seiner Religion ringt, an jemanden, den ich gerade erst getroffen habe und der an einer dieser Lügen zerbrochen ist, die wir uns über Gott erzählen. Es ist schön, wenn mir dabei Leser über die Schultern schauen können. Aber ich schreibe meine Bücher nicht für die Massen. Ich bin froh, dass ich erst mit über 50 Jahren ein veröffentlichter Autor wurde. Als junger Mann wusste ich noch nicht, wer ich bin. Es wäre schwierig gewesen, mit der Berühmtheit und all dem Glamour umzugehen, den die Welt als Erfolg definiert. Als ich Bücher schrieb, war ich bereits erfolgreich: Das hatte nichts mit Geld zu tun, sondern damit, sich in der eigenen Haut wohl zu fühlen.

„Gott ist gut, ich bin es nicht.“ Das ist laut Ihrem Buch eine Lüge, die sich Menschen über Gott erzählen. Was ist der Ursprung dieses Gedankens?

Wieso sind wir wertvoll, warum sollte man uns mögen? Es sind Dinge, die wir tun, wodurch sich unser Wert in der heutigen Welt ermessen lässt. Das Schamgefühl sagt uns selbst: Ich bin nicht gut. Traurigerweise müssen viele Religionen den Menschen erzählen, dass sie nicht gut sind, weil sie dann Ihnen den Weg erklären können, wie sie wieder den rechten Pfad der Tugend erreichen können. Da hat sich auch das Christentum schuldig gemacht. Aber wenn man das glaubt, versucht man das von sich zu verstecken, was man eigentlich als Wahrheit über sich empfindet.

Glaube ich, dass ich wertlos bin, geht es nur darum, das im Leben abzudecken. Der Mensch beginnt mit vielen Negationen: Ich bin nicht klug, nicht groß, nicht dünn genug – ich bin kein Junge. Die Wahrheit aber ist, dass wir als Ebenbild Gottes geschaffen wurden. Der größte Ausdruck unserer wahren Existenz ist Jesus. Er ist die Wahrheit. Und er ist eine Person, mit der man eine Beziehung haben kann. Er ist nicht auf die Erde gekommen, um eine neue Religion zu gründen. Er ist gekommen, um uns von der Wahrheit unserer Existenz zu erzählen. Wenn wir uns das eingestehen, dann passt dazu auch unser Lebensweg.

Der Blindgeborene im Johannesevangelium ist die Figur in der Bibel, mit der Sie sich am meisten identifizieren. Warum?

Für das Neue Testament gilt das sicher, im Alten Testament ist es wohl Jakob. Im Herzstück des Johannesevangeliums geht es um Licht und Schatten. Johannes kommentiert die Schöpfung. Die Geschichte um den Blindgeborenen ist auch so kraftvoll, weil es um einen Schöpfungsakt geht. Sie sagen: Seit der Schöpfung hat man solch ein Wunder nicht gesehen. In der Geschichte hat der Blindgeborene keine Augen. Da ist nur Haut. Bei der Schöpfung nahm Gott einen Erdklumpen, spuckte auf ihn und schuf den Menschen. So ist es hier auch mit den Augen des Blindgeborenen. Wenn man begonnen hat zu sehen, kann man es nicht wieder ungesehen machen. Der Blindgeborene war wegen seiner Behinderung ein Verstoßener, der keine Bildung hatte und außerhalb der Stadt leben musste. Er weiß nicht einmal, wer ihn geheilt hat.

Es ist die Geschichte eines Menschen, der seine Augen öffnet und begreift, wer Jesus ist – und zwar erst zum Schluss der Geschichte. Die Theologen wissen nichts mit dem Blinden anzufangen, sie versuchen sogar, seine Geschichte zu zerstören. Aber sie können ihm nichts anhaben, weil er sagen kann: Ich war blind und jetzt kann ich sehen. Was wollt ihr dagegen machen? Wenn wir in unseren Leben eine Begegnung mit Gott hatten, die uns veränderte, kann noch so viel Theologie aufgefahren werden. Mein äußeres und inneres Sein harmoniert. Das war niemals möglich in dem religiösen System, in dem ich aufgewachsen bin.

Auf welche Weise begegnete Ihnen Gott im Leben?

Es war ein Prozess des Augenöffnens. Heute glaube ich, dass Jesus Christus mich erschaffen hat. Jesus war immer bei mir, er ist bei allen Menschen. Aber ich war zuerst blind für diese Wahrheit. Ich bin ein Kind von Missionaren und bin mit Stammeskindern aufgewachsen. Der Stamm entschied sich damals, eine Beziehung mit Jesus zu beginnen. Ich schloss mich ihnen an. So wurde Jesus sehr wichtig für mich. Aber ich verstand als Kind noch nicht alles, was ich heute weiß. Es war ein fortwährender Prozess. Ich wusste auch noch nicht, welchen Schaden ich erfahren sollte. Es dauerte Jahre, das zu verarbeiten.

Welchen Schaden meinen Sie?

Ich spreche von der Beziehung mit meinem religiösen Vater. Ich spreche von sexuellem Missbrauch, der im Stamm passierte, bevor ich fünf Jahre alt war. Mit sechs Jahren wurde ich auf ein Missionars-Internat geschickt. Die älteren Jungen belästigten die jüngeren Jungen in der Nacht. Mein Gefühl des Verlorenseins, nirgendwo richtig dazuzugehören. Das ist ein großes Problem für Kinder, die in einer anderen Kultur aufwachsen. Ich fing also an, alles zu verstecken, weil es mir so peinlich war. Ich habe auch niemanden von diesen Geheimnissen erzählen wollen. Ich habe mir vorgemacht, mit Gott in eine Verbindung zu treten. Ich wurde ein richtig guter Lügner. Die Schande motivierte mich. Nur weil du gerade angefangen hast, eine Beziehung mit Jesus aufzubauen, bedeutet das nicht, eine schnelle Heilung zu erfahren. Als Menschen sind wir einfach zu komplex. Es braucht Zeit. Gott kann uns nur mit unserer Unterstützung heilen.

Sie sagen, jeder Mensch ist auf einer Reise zwischen Glauben und Unglauben. Sehen Sie keinen Unterschied zwischen Gläubigen und Atheisten?

Wenn wir von Glauben sprechen, sollten wir über Vertrauen sprechen. Es geht hier nicht um einen intellektuellen Gedankengang. Im Westen sind wir aber so verloren und unsere Herzen sind so gebrochen, dass wir nicht mehr wissen, wie wir das zusammenbringen. Reden wir bei Gläubigen über Menschen, die aktiv auf der Suche nach ihrer Beziehung zu Gott sind oder reden wir von einer Kategorie von Menschen, die magische Worte beten, um in dieser Kategorie zu sein.

Ihr Buch „Die Hütte“ haben Sie damals für Ihre Kinder geschrieben. Heute schreiben Sie für Millionen von Lesern. Macht das für Sie einen Unterschied?

Ich denke an die Person, die mir gegenübersitzt, an den Freund, der mit seiner Religion ringt, an jemanden, den ich gerade erst getroffen habe und der an einer dieser Lügen zerbrochen ist, die wir uns über Gott erzählen. Es ist schön, wenn mir dabei Leser über die Schultern schauen können. Aber ich schreibe meine Bücher nicht für die Massen. Ich bin froh, dass ich erst mit über 50 Jahren ein veröffentlichter Autor wurde. Als junger Mann wusste ich noch nicht, wer ich bin. Es wäre schwierig gewesen, mit der Berühmtheit und all dem Glamour umzugehen, den die Welt als Erfolg definiert. Als ich Bücher schrieb, war ich bereits erfolgreich: Das hatte nichts mit Geld zu tun, sondern damit, sich in der eigenen Haut wohl zu fühlen.

„Gott ist gut, ich bin es nicht.“ Das ist laut Ihrem Buch eine Lüge, die sich Menschen über Gott erzählen. Was ist der Ursprung dieses Gedankens?

Wieso sind wir wertvoll, warum sollte man uns mögen? Es sind Dinge, die wir tun, wodurch sich unser Wert in der heutigen Welt ermessen lässt. Das Schamgefühl sagt uns selbst: Ich bin nicht gut. Traurigerweise müssen viele Religionen den Menschen erzählen, dass sie nicht gut sind, weil sie dann Ihnen den Weg erklären können, wie sie wieder den rechten Pfad der Tugend erreichen können. Da hat sich auch das Christentum schuldig gemacht. Aber wenn man das glaubt, versucht man das von sich zu verstecken, was man eigentlich als Wahrheit über sich empfindet.

Glaube ich, dass ich wertlos bin, geht es nur darum, das im Leben abzudecken. Der Mensch beginnt mit vielen Negationen: Ich bin nicht klug, nicht groß, nicht dünn genug – ich bin kein Junge. Die Wahrheit aber ist, dass wir als Ebenbild Gottes geschaffen wurden. Der größte Ausdruck unserer wahren Existenz ist Jesus. Er ist die Wahrheit. Und er ist eine Person, mit der man eine Beziehung haben kann. Er ist nicht auf die Erde gekommen, um eine neue Religion zu gründen. Er ist gekommen, um uns von der Wahrheit unserer Existenz zu erzählen. Wenn wir uns das eingestehen, dann passt dazu auch unser Lebensweg.

Der Blindgeborene im Johannesevangelium ist die Figur in der Bibel, mit der Sie sich am meisten identifizieren. Warum?

Für das Neue Testament gilt das sicher, im Alten Testament ist es wohl Jakob. Im Herzstück des Johannesevangeliums geht es um Licht und Schatten. Johannes kommentiert die Schöpfung. Die Geschichte um den Blindgeborenen ist auch so kraftvoll, weil es um einen Schöpfungsakt geht. Sie sagen: Seit der Schöpfung hat man solch ein Wunder nicht gesehen. In der Geschichte hat der Blindgeborene keine Augen. Da ist nur Haut. Bei der Schöpfung nahm Gott einen Erdklumpen, spuckte auf ihn und schuf den Menschen. So ist es hier auch mit den Augen des Blindgeborenen. Wenn man begonnen hat zu sehen, kann man es nicht wieder ungesehen machen. Der Blindgeborene war wegen seiner Behinderung ein Verstoßener, der keine Bildung hatte und außerhalb der Stadt leben musste. Er weiß nicht einmal, wer ihn geheilt hat.

Es ist die Geschichte eines Menschen, der seine Augen öffnet und begreift, wer Jesus ist – und zwar erst zum Schluss der Geschichte. Die Theologen wissen nichts mit dem Blinden anzufangen, sie versuchen sogar, seine Geschichte zu zerstören. Aber sie können ihm nichts anhaben, weil er sagen kann: Ich war blind und jetzt kann ich sehen. Was wollt ihr dagegen machen? Wenn wir in unseren Leben eine Begegnung mit Gott hatten, die uns veränderte, kann noch so viel Theologie aufgefahren werden. Mein äußeres und inneres Sein harmoniert. Das war niemals möglich in dem religiösen System, in dem ich aufgewachsen bin.

Auf welche Weise begegnete Ihnen Gott im Leben?

Es war ein Prozess des Augenöffnens. Heute glaube ich, dass Jesus Christus mich erschaffen hat. Jesus war immer bei mir, er ist bei allen Menschen. Aber ich war zuerst blind für diese Wahrheit. Ich bin ein Kind von Missionaren und bin mit Stammeskindern aufgewachsen. Der Stamm entschied sich damals, eine Beziehung mit Jesus zu beginnen. Ich schloss mich ihnen an. So wurde Jesus sehr wichtig für mich. Aber ich verstand als Kind noch nicht alles, was ich heute weiß. Es war ein fortwährender Prozess. Ich wusste auch noch nicht, welchen Schaden ich erfahren sollte. Es dauerte Jahre, das zu verarbeiten.

Welchen Schaden meinen Sie?

Ich spreche von der Beziehung mit meinem religiösen Vater. Ich spreche von sexuellem Missbrauch, der im Stamm passierte, bevor ich fünf Jahre alt war. Mit sechs Jahren wurde ich auf ein Missionars-Internat geschickt. Die älteren Jungen belästigten die jüngeren Jungen in der Nacht. Mein Gefühl des Verlorenseins, nirgendwo richtig dazuzugehören. Das ist ein großes Problem für Kinder, die in einer anderen Kultur aufwachsen. Ich fing also an, alles zu verstecken, weil es mir so peinlich war. Ich habe auch niemanden von diesen Geheimnissen erzählen wollen. Ich habe mir vorgemacht, mit Gott in eine Verbindung zu treten. Ich wurde ein richtig guter Lügner. Die Schande motivierte mich. Nur weil du gerade angefangen hast, eine Beziehung mit Jesus aufzubauen, bedeutet das nicht, eine schnelle Heilung zu erfahren. Als Menschen sind wir einfach zu komplex. Es braucht Zeit. Gott kann uns nur mit unserer Unterstützung heilen.

Sie sagen, jeder Mensch ist auf einer Reise zwischen Glauben und Unglauben. Sehen Sie keinen Unterschied zwischen Gläubigen und Atheisten?

Wenn wir von Glauben sprechen, sollten wir über Vertrauen sprechen. Es geht hier nicht um einen intellektuellen Gedankengang. Im Westen sind wir aber so verloren und unsere Herzen sind so gebrochen, dass wir nicht mehr wissen, wie wir das zusammenbringen. Reden wir bei Gläubigen über Menschen, die aktiv auf der Suche nach ihrer Beziehung zu Gott sind oder reden wir von einer Kategorie von Menschen, die magische Worte beten, um in dieser Kategorie zu sein.

„Glaube ist ein aktiver Prozess, keine Kategorie“

Aber wer ist in Ihren Augen ein Christ – und wer nicht? Welchen Unterschied macht dabei Jesus?

Atheisten haben häufig gelernt, etwas in sich selbst zu finden, wofür es sich zu leben lohnt. Ich habe atheistische Freunde, die netter, großzügiger und leidenschaftlicher sind als meine religiösen Freunde. Häufig geht es nicht darum, dass wir mit Gott ein Problem haben. Es ist das Bild von Gott, das uns vermittelt wurde. Viele von uns müssen durch den Prozess gehen, Atheisten zu werden und den Gott zu leugnen, an den wir einst glaubten. Nur so können sie den Gott finden, der sich in Jesus gezeigt hat. Glaube ist ein aktiver Prozess, keine Kategorie. Das gilt auch für das Vertrauen. Wie viel muss man glauben, um Teil der Gruppe zu sein? Das ist nicht messbar. Ich kenne viele Menschen, die Christen sind und mit ihrem Glauben und Zweifeln zu kämpfen haben. Das gilt natürlich auch für die Atheisten, die zweifeln und im Leben kämpfen müssen. Im Leben ist die Kategorisierung häufig nicht hilfreich.

Sie hinterfragen in Ihrem Buch die Begrifflichkeit von Wörtern. In einem Kapitel analysieren Sie den Ausspruch, „Gottes Werkzeug“ zu sein. Ist das verknüpft mit Ihrer eigenen Biografie?

Ich bin ein Überlebender von sexuellem Missbrauch. Das ist, wenn eine Person eine andere für den eigenen Vorteil benutzt. Pornografie funktioniert auch so. Es geht dabei um das Bild einer Person. Pornografie ist die Vorstellung einer Beziehung, ohne das Risiko einer echten Beziehung einzugehen. Alles mit Gott Verbundene hat mit Beziehungen zu tun. Gott ist nicht religiös, wir sind es. Wie viele Menschen würden über ihre Kinder sagen: Ich kann es nicht erwarten, bis du erwachsen geworden bist und ich dich als Werkzeug benutzen kann. Niemand würde das sagen. Aber über Gott sagen wir das? Wir sind seine Kinder und Gott liebt die direkte Beziehung zu uns.

Aber wer ist in Ihren Augen ein Christ – und wer nicht? Welchen Unterschied macht dabei Jesus?

Atheisten haben häufig gelernt, etwas in sich selbst zu finden, wofür es sich zu leben lohnt. Ich habe atheistische Freunde, die netter, großzügiger und leidenschaftlicher sind als meine religiösen Freunde. Häufig geht es nicht darum, dass wir mit Gott ein Problem haben. Es ist das Bild von Gott, das uns vermittelt wurde. Viele von uns müssen durch den Prozess gehen, Atheisten zu werden und den Gott zu leugnen, an den wir einst glaubten. Nur so können sie den Gott finden, der sich in Jesus gezeigt hat. Glaube ist ein aktiver Prozess, keine Kategorie. Das gilt auch für das Vertrauen. Wie viel muss man glauben, um Teil der Gruppe zu sein? Das ist nicht messbar. Ich kenne viele Menschen, die Christen sind und mit ihrem Glauben und Zweifeln zu kämpfen haben. Das gilt natürlich auch für die Atheisten, die zweifeln und im Leben kämpfen müssen. Im Leben ist die Kategorisierung häufig nicht hilfreich.

Sie hinterfragen in Ihrem Buch die Begrifflichkeit von Wörtern. In einem Kapitel analysieren Sie den Ausspruch, „Gottes Werkzeug“ zu sein. Ist das verknüpft mit Ihrer eigenen Biografie?

Ich bin ein Überlebender von sexuellem Missbrauch. Das ist, wenn eine Person eine andere für den eigenen Vorteil benutzt. Pornografie funktioniert auch so. Es geht dabei um das Bild einer Person. Pornografie ist die Vorstellung einer Beziehung, ohne das Risiko einer echten Beziehung einzugehen. Alles mit Gott Verbundene hat mit Beziehungen zu tun. Gott ist nicht religiös, wir sind es. Wie viele Menschen würden über ihre Kinder sagen: Ich kann es nicht erwarten, bis du erwachsen geworden bist und ich dich als Werkzeug benutzen kann. Niemand würde das sagen. Aber über Gott sagen wir das? Wir sind seine Kinder und Gott liebt die direkte Beziehung zu uns.

In der Verfilmung von „Die Hütte“ trifft der Protagonist Mack (Sam Worthington) auf Papa (Octavia Spencer) Foto: 2017 Concorde Filmverleih GmbH / Jake Giles Netter
In der Verfilmung von „Die Hütte“ trifft der Protagonist Mack (Sam Worthington) auf Papa (Octavia Spencer)

Im Buch erzählen Sie eine bewegende Geschichte von Ihrer Mutter, die einem Mann namens Harold Munn das Leben gerettet hat. Gleichzeitig geht es in dem Kapitel darum, dass Ihre Mutter nicht mit Ihrem Porträt von Gott als afroamerikanischer Frau in Ihrem Buch „Die Hütte“ einverstanden war. Wie konnte ihr Munn damit weiterhelfen?

Meine Mutter hatte große Probleme damit, dass ich Gott auf diese Weise porträtierte. Als sie „Die Hütte“ zum ersten Mal las, sagte sie danach zu meiner Schwester, ich sei ein Ketzer. Munn überzeugte sie dann auf zwei Ebenen: Weil sie als Krankenschwester sein junges Leben gerettet hatte, liebte und vertraute sie ihm. Als erwachsener Geistlicher hatte Munn ein Leben hinter sich, in dem er viel für Menschen getan hatte. Er wurde für meine Mutter eine Autorität, deren Urteil sie vertraute. Teilweise war es also etwas in ihm selbst, was meine Mutter überzeugte. Andererseits erzählte er ihr, wie wichtig es sei, was ich in meinem Buch „Die Hütte“ geschrieben habe. Er liebte das Buch, auch den Aspekt, dass Gott nicht mehr männlich als weiblich sei. Nur weil wir das Bild von Gott als Vater besitzen, hebt das nicht die mütterliche Natur von Gott auf. Gott ist das gesamte Spektrum von Männlichkeit und Weiblichkeit. Gott ist auch eine stillende Mutter. Die Bibel sagt auch, dass Gott ein Stein, Turm, Schild oder Busch ist. Bilder definieren Gott nicht. Bilder öffnen Fenster, durch die wir Elemente von Gott sehen können.

Als „Die Hütte“ herausgekommen ist, sind Sie von verschiedenen Seiten für Ihre Darstellung von Gott als afroamerikanische Frau kritisiert und angegriffen worden. Hat Sie das verletzt?

Nein, mich hat das nicht verletzt. Ich bin außer Gefahr, weil ich nicht mit allem, was ich schreibe, richtig liegen muss. Ich weiß, wer ich bin. Meine Kritiker wissen nicht, wer ich bin. Wenn sie mich kritisieren, erzählen sie mir nichts über mich, sondern alles über sich. Sie machen das in der einzigen Sprache, die ihnen dafür zur Verfügung steht. Meine frühere evangelikale Religionsgemeinschaft weiß nicht besonders gut, in offenen Diskussionen zu kommunizieren. Bei ihnen herrscht eine gewisse Sucht vor, Recht zu haben. Wenn sie jemand verunsichert, heben sie ihre Stimmen an. Wenn das nicht funktioniert, greifen sie die Person an. Das ist nicht hilfreich.

Ich bin froh, dass ich die Menschen in ihren Herzen aufgewühlt habe. Ein wütender Mensch ist ein engagierter Mensch. Ein ambivalenter Mensch kümmert es einfach nicht. Es gibt keine Diskussion mit jemanden, der sich nicht kümmert. Schwierig wurde es nur, als einige Christen meine Kinder angingen und sie verletzt haben. Sie haben zum Beispiel lebenslange Beziehungen mit meinen Kindern abgebrochen, weil sie sich um die Einstellung ihrer eigenen Kinder sorgten. Oder sie stellten meine Kinder in der Öffentlichkeit bloß. Ihnen fehlten noch die Fähigkeiten, adäquat darauf zu reagieren. Das hat wehgetan, weil ich meine Kinder liebe.

Ein Kapitel im neuen Buch lautet „Nicht jeder ist ein Kind Gottes“. Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass Kirchen Menschen ausschließen? Wer wird ausgeschlossen?

Die Erfahrung des Ausschließens habe ich gemacht, absolut. Aber: Wenn man kein Kind Gottes ist, existiert man nicht. Da ist die Bibel ganz klar. Zu sagen, es gibt ein Leben jenseits von Christus, heißt zu sagen, es gibt ein Leben jenseits der Schöpfung. Alles wird von Jesus zusammengehalten. Das bedeutet nicht, dass man nicht „Nein“ zu Jesus sagen kann oder widersteht. Aber wenn du Luft auf der Erde atmest, ist das christologische Luft, die Gott dir zum Atmen gegeben hat. Wer ist nicht nach dem Ebenbild Gottes geschaffen? Jeder Mensch ist das. Als Jesus auf die Erde kam und starb, starben wir alle. Und als er auferstanden ist, machten wir alle das mit ihm.

Was ist Ihr größter Kritikpunkt an der Kirche als Institution?

Mein größter Kritikpunkt an der Kirche ist, dass sie spaltet. Die Kirche schafft ein ,wir gegen die anderen‘. Aber das macht nicht nur die Religion. Von Menschen geschaffene Systeme wie die Politik oder die Wirtschaft machen das auch, um die Kontrolle zu behalten. Was wir in Jesus finden, ist aber eine vereinigende Präsenz von Sklaven und Herrschern, Juden und Heiden, Männern und Frauen. Bei Jesus gibt es keine Unterscheidung. Das ist das Schöne: Dass wir uns daran beteiligen können, die Mauern einzureißen, die Religion aufgebaut hat. Ich sage: Seid nur Christen, wenn es hilfreich ist. Paulus sagte, dass er Römer ist, aber er sagte es nur, wenn es hilfreich war. Wir sollen im Leben das Salz der Erde und das Licht sein. Wir sollen uns aber nicht abkapseln und uns ein sicheres Haus bauen, wo wir uns vor der bösen Welt verstecken.

Im Buch erzählen Sie eine bewegende Geschichte von Ihrer Mutter, die einem Mann namens Harold Munn das Leben gerettet hat. Gleichzeitig geht es in dem Kapitel darum, dass Ihre Mutter nicht mit Ihrem Porträt von Gott als afroamerikanischer Frau in Ihrem Buch „Die Hütte“ einverstanden war. Wie konnte ihr Munn damit weiterhelfen?

Meine Mutter hatte große Probleme damit, dass ich Gott auf diese Weise porträtierte. Als sie „Die Hütte“ zum ersten Mal las, sagte sie danach zu meiner Schwester, ich sei ein Ketzer. Munn überzeugte sie dann auf zwei Ebenen: Weil sie als Krankenschwester sein junges Leben gerettet hatte, liebte und vertraute sie ihm. Als erwachsener Geistlicher hatte Munn ein Leben hinter sich, in dem er viel für Menschen getan hatte. Er wurde für meine Mutter eine Autorität, deren Urteil sie vertraute. Teilweise war es also etwas in ihm selbst, was meine Mutter überzeugte. Andererseits erzählte er ihr, wie wichtig es sei, was ich in meinem Buch „Die Hütte“ geschrieben habe. Er liebte das Buch, auch den Aspekt, dass Gott nicht mehr männlich als weiblich sei. Nur weil wir das Bild von Gott als Vater besitzen, hebt das nicht die mütterliche Natur von Gott auf. Gott ist das gesamte Spektrum von Männlichkeit und Weiblichkeit. Gott ist auch eine stillende Mutter. Die Bibel sagt auch, dass Gott ein Stein, Turm, Schild oder Busch ist. Bilder definieren Gott nicht. Bilder öffnen Fenster, durch die wir Elemente von Gott sehen können.

Als „Die Hütte“ herausgekommen ist, sind Sie von verschiedenen Seiten für Ihre Darstellung von Gott als afroamerikanische Frau kritisiert und angegriffen worden. Hat Sie das verletzt?

Nein, mich hat das nicht verletzt. Ich bin außer Gefahr, weil ich nicht mit allem, was ich schreibe, richtig liegen muss. Ich weiß, wer ich bin. Meine Kritiker wissen nicht, wer ich bin. Wenn sie mich kritisieren, erzählen sie mir nichts über mich, sondern alles über sich. Sie machen das in der einzigen Sprache, die ihnen dafür zur Verfügung steht. Meine frühere evangelikale Religionsgemeinschaft weiß nicht besonders gut, in offenen Diskussionen zu kommunizieren. Bei ihnen herrscht eine gewisse Sucht vor, Recht zu haben. Wenn sie jemand verunsichert, heben sie ihre Stimmen an. Wenn das nicht funktioniert, greifen sie die Person an. Das ist nicht hilfreich.

Ich bin froh, dass ich die Menschen in ihren Herzen aufgewühlt habe. Ein wütender Mensch ist ein engagierter Mensch. Ein ambivalenter Mensch kümmert es einfach nicht. Es gibt keine Diskussion mit jemanden, der sich nicht kümmert. Schwierig wurde es nur, als einige Christen meine Kinder angingen und sie verletzt haben. Sie haben zum Beispiel lebenslange Beziehungen mit meinen Kindern abgebrochen, weil sie sich um die Einstellung ihrer eigenen Kinder sorgten. Oder sie stellten meine Kinder in der Öffentlichkeit bloß. Ihnen fehlten noch die Fähigkeiten, adäquat darauf zu reagieren. Das hat wehgetan, weil ich meine Kinder liebe.

Ein Kapitel im neuen Buch lautet „Nicht jeder ist ein Kind Gottes“. Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass Kirchen Menschen ausschließen? Wer wird ausgeschlossen?

Die Erfahrung des Ausschließens habe ich gemacht, absolut. Aber: Wenn man kein Kind Gottes ist, existiert man nicht. Da ist die Bibel ganz klar. Zu sagen, es gibt ein Leben jenseits von Christus, heißt zu sagen, es gibt ein Leben jenseits der Schöpfung. Alles wird von Jesus zusammengehalten. Das bedeutet nicht, dass man nicht „Nein“ zu Jesus sagen kann oder widersteht. Aber wenn du Luft auf der Erde atmest, ist das christologische Luft, die Gott dir zum Atmen gegeben hat. Wer ist nicht nach dem Ebenbild Gottes geschaffen? Jeder Mensch ist das. Als Jesus auf die Erde kam und starb, starben wir alle. Und als er auferstanden ist, machten wir alle das mit ihm.

Was ist Ihr größter Kritikpunkt an der Kirche als Institution?

Mein größter Kritikpunkt an der Kirche ist, dass sie spaltet. Die Kirche schafft ein ,wir gegen die anderen‘. Aber das macht nicht nur die Religion. Von Menschen geschaffene Systeme wie die Politik oder die Wirtschaft machen das auch, um die Kontrolle zu behalten. Was wir in Jesus finden, ist aber eine vereinigende Präsenz von Sklaven und Herrschern, Juden und Heiden, Männern und Frauen. Bei Jesus gibt es keine Unterscheidung. Das ist das Schöne: Dass wir uns daran beteiligen können, die Mauern einzureißen, die Religion aufgebaut hat. Ich sage: Seid nur Christen, wenn es hilfreich ist. Paulus sagte, dass er Römer ist, aber er sagte es nur, wenn es hilfreich war. Wir sollen im Leben das Salz der Erde und das Licht sein. Wir sollen uns aber nicht abkapseln und uns ein sicheres Haus bauen, wo wir uns vor der bösen Welt verstecken.

Young: „Meine evangelikale Erziehung hat wunderschöne Dinge für mich getan“ Foto: pro/Michael Müller
Young: „Meine evangelikale Erziehung hat wunderschöne Dinge für mich getan“

Was sind die guten Dinge, die Sie aus ihrer evangelikalen Erziehung mitgenommen haben?

Ich habe sehr viel Gutes mitgenommen. Meine Fähigkeiten der Exegese kommen von meinen evangelikalen Wurzeln. Religion ist von Menschen geschaffen worden. Was nicht heißt, dass Gott dort abwesend ist. Meine evangelikale Erziehung hat wunderschöne Dinge für mich getan. Es hat mir persönlich aber nicht ausschließlich die gute Botschaft des Evangeliums gebracht. Allerdings haben die Missionare Bildung und Medizin in entlegene Regionen getragen und mir das Bewusstsein gegeben, sich um die Armen der Welt zu kümmern. Einige Gemeinden innerhalb des religiösen Systems sind sehr gut zu mir gewesen und haben wundervolle Dinge geschaffen. Ich greife das System an sich und die Ideologie an, die mir als Kind vermittelt wurde.

Haben Sie bereits ein nächstes Buchprojekt?

Ich habe immer acht oder neun Buchprojekte in der Schublade. Als Autor spiele ich mit Ideen. Ich weiß jetzt nicht genau, was mein nächstes Projekt werden wird. Mein amerikanischer Verleger würde gerne ein ergänzendes Buch zu meinem früheren Buch „Eva“ mit theologischen Hintergründen machen. Mein Buch „Cross Roads“ wird höchstwahrscheinlich verfilmt. Das wäre ein weiteres Projekt. Aber ich könnte morgen bereits tot sein. Wer weiß. Ich bin in meinem Leben dort, wo auch Paulus war: Ich will die Welt nicht verlassen Ich habe zehn Enkelkinder und das nächste ist unterwegs. Ich liebe diese Welt und das Leben – mit all seiner Zerrissenheit und seinen Schatten. Ich lebe in der Gnade Gottes.

Vielen Dank für das Gespräch.

Was sind die guten Dinge, die Sie aus ihrer evangelikalen Erziehung mitgenommen haben?

Ich habe sehr viel Gutes mitgenommen. Meine Fähigkeiten der Exegese kommen von meinen evangelikalen Wurzeln. Religion ist von Menschen geschaffen worden. Was nicht heißt, dass Gott dort abwesend ist. Meine evangelikale Erziehung hat wunderschöne Dinge für mich getan. Es hat mir persönlich aber nicht ausschließlich die gute Botschaft des Evangeliums gebracht. Allerdings haben die Missionare Bildung und Medizin in entlegene Regionen getragen und mir das Bewusstsein gegeben, sich um die Armen der Welt zu kümmern. Einige Gemeinden innerhalb des religiösen Systems sind sehr gut zu mir gewesen und haben wundervolle Dinge geschaffen. Ich greife das System an sich und die Ideologie an, die mir als Kind vermittelt wurde.

Haben Sie bereits ein nächstes Buchprojekt?

Ich habe immer acht oder neun Buchprojekte in der Schublade. Als Autor spiele ich mit Ideen. Ich weiß jetzt nicht genau, was mein nächstes Projekt werden wird. Mein amerikanischer Verleger würde gerne ein ergänzendes Buch zu meinem früheren Buch „Eva“ mit theologischen Hintergründen machen. Mein Buch „Cross Roads“ wird höchstwahrscheinlich verfilmt. Das wäre ein weiteres Projekt. Aber ich könnte morgen bereits tot sein. Wer weiß. Ich bin in meinem Leben dort, wo auch Paulus war: Ich will die Welt nicht verlassen Ich habe zehn Enkelkinder und das nächste ist unterwegs. Ich liebe diese Welt und das Leben – mit all seiner Zerrissenheit und seinen Schatten. Ich lebe in der Gnade Gottes.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Michael Müller.

Von: Michael Müller

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