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„Den Kindern die Hilfe nicht verwehren“

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Den Absender einer Spende kann man sich nicht aussuchen, aber sollte man jede Spende annehmen? Dass der Fernsehsender AstroTV das christliche Kinderhilfswerk Arche e. V. unterstützt, gefällt sicher nicht jedem. Arche-Pressesprecher Wolfgang Büscher verteidigt den Schritt gegenüber pro.
Von PRO
AstroTV wirbt dafür, dass ein Teil seiner Erlöse für das Kinderhilfswerk Arche e.V. gespendet werden

Foto: AstroTV / Screenshot pro

AstroTV wirbt dafür, dass ein Teil seiner Erlöse für das Kinderhilfswerk Arche e.V. gespendet werden

„Der Sender ist einer von etwa 50.000 Spendern und hat zum zweiten Mal an die Arche gespendet“, erklärt Büscher. Insgesamt benötige das Werk für seine Arbeit jährlich etwa 8 Millionen Euro. Die Größenordnung der Spenden liege zwischen fünf Euro bis hin zu Firmenkooperationen. Ein Kooperationsvertrag mit dem privaten Fernsehsender existiere nicht.

„Wir lehnen Esoterik ab“

Büscher schätzt die Zahl der gläubigen Mitarbeiter der Arche auf 90 Prozent: „Die große Mehrheit dieser Mitarbeiter ist und war der Auffassung, wenn uns jemand helfen möchte, weil wir in seinen Augen eine gute Arbeit für die Kinder und ihre Familien leisten, dann darf er das und wir dürfen es ihm nicht verweigern. Gerade auch nicht im Sinne der Kinder. Wir als Arche lehnen Esoterik allerdings ab.“
Ausgeschlossen für die Arche seien Spenden von Rüstungsunternehmen, „wobei auch das sehr schwer ist, denn oft sind Banken und große deutsche Unternehmen mit Tochterfirmen in Rüstungsgeschäfte verwickelt“. Büscher berichtet, dass die Arche vor Jahren die Spende eines Bordells abgelehnt habe.
AstroTV habe nichts dagegen gehabt, das die Arche-Verantwortlichen vor laufender Kamera gesagt hätten, „dass wir dieser Art der Beratungen sehr kritisch gegenüber stehen. Die Mitarbeiter des Senders sind sehr stolz, den Kinder der Arche zu helfen“, bilanziert Büscher gegenüber pro.
Wie gehen andere christliche Hilfswerke mit solchen Spendenangeboten um? Bei ERF Medien richtet sich die Annahme oder Ablehnung von Spenden nach den „Grundsätzen für die Verwendung von Spendenmitteln und der Öffentlichkeitsarbeit“ der Deutschen Evangelischen Allianz. „Wir lehnen eine Spende im Einzelfall ab, wenn mit der Spende entweder einflussnehmende Bedingungen auf die redaktionelle Arbeit verknüpft werden oder die Annahme dem ERF einen Imageschaden zufügt“, heißt es in deren Stellungnahme. AstroTV käme nicht als Spender in Frage.
Ähnlich ist dies beim Kinderhilfswerk World Vision, die eine Spende von AstroTV auch ablehnen würden. Deren Pressesprecher Dirk Bathe erklärt allerdings im Gespräch mit pro, dass die Herkunft der Spende nicht immer einwandfrei zu klären sei. Das Hilfswerk arbeite nicht mit Waffenherstellern zusammen, „es sei denn, es gebe keine andere Möglichkeit, den Menschen zu helfen. Aber die gibt es meistens“, fügt Bathe hinzu.

Jeder Anruf kostet

In den Sendungen von AstroTV können Anrufer die Dienste von Wahrsagern, Hellsehern und Kartenlegern in Anspruch nehmen. Außerdem wird dort für viele esoterische Beratungsangebote geworben. Im Monat Dezember spendet der Sender die Erlöse aus esoterischen Beratungen an die Arche. Jeder Anruf von Ratsuchenden kostet Geld. Der Sender selbst hat sich gegenüber pro bisher noch nicht zu seinen Beweggründen geäußert. (pro)

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