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Den Fremden gütig begegnen

Die Amerikaner wollen ihre Einwanderungspolitik reformieren. Dabei prallen die Argumente verschiedener Lobbygruppen aufeinander. Nicht unwichtig ist dabei auch, was die Evangelikalen denken und wie sie die Reform beeinflussen können.
Von PRO
Die Meinung der Evangelikalen spielt in der politischen Willensbildung in den USA eine wichtige Rolle

Foto: America Redefined (CC-BY)

Die Meinung der Evangelikalen spielt in der politischen Willensbildung in den USA eine wichtige Rolle

Pastor Vince Gonzalez, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung vorstellt, ist einer, der für die Interessen der Evangelikalen kämpft. Er ist der Gründer der „North Dallas Family Church“ mit sonntäglich 200 Gläubigen: „Konservativ zu sein bedeutet für mich, dass ich alles ablehne, was Familien zerstört“, bekennt er.

Menschen zerbrechen daran

Aus seiner Sicht bedrohe das Einwanderungsrecht auch viele Mitglieder seiner Gemeinde. Fast jedes seiner Schäfchen lebe in der Angst, dass ein Verwandter abgeschoben werde: „Die Menschen zerbrechen daran.“ Vier Senatoren beider politischer Lager hatten einen gemeinsamen Gesetzesentwurf dazu eingebracht. Der Entwurf sollte den Aufenthaltsstatus von Personen ohne Ausweispapiere legalisieren. Im Repräsentantenhaus legte der Sprecher der Republikaner, John Boehner sein Veto ein.
Liberale Fürsprecher hoffen „zunehmend auf den anschwellenden Chor konservativer Befürworter“ als auf den „mächtigsten Mann der Welt“ Barack Obama. Selbst „erzkonservative Parlamentarier“ könnten es dagegen kaum überhören, wenn Vertreter der religiösen Rechten unter Berufung auf die Bibel verlangten, „den Fremden im Land gütig zu begegnen“. In jüngster Zeit hätten viele Pastoren von konservativen Baptisten-Kirchen für einen Kompromiss plädiert.
Die Buchautorin und ehemalige Missionarin Kelly Kullberg sieht es als ihre Mission an, „brave evangelikale Amerikaner davor zu bewahren, in der Einwanderungsdebatte auf biblisch verbrämtes Gutmenschentum hereinzufallen“. Auch sie beruft sich auf die Bibel, wenn sie die Schuldenpolitik der Regierung als Sünde bezeichnet – „oder vom Gebot der Güte gegenüber den alten, kranken oder arbeitslosen Amerikanern spricht, denen gegenüber eine Aufnahme der Ausländer ungerecht wäre“. Kullberg fordert: „Wir müssen gütig sein, nicht einfach nett.“

„Teilnahme witzlos“

Pastor Gonzalez geht es darum, in seiner Gemeinde die Einwandererfamilien zusammen zu halten und keine Kluft zwischen den Personengruppen entstehen zu lassen. An Protestmärschen teilzunehmen, hält er für „witzlos“. Oft entstehe in der Öffentlichkeit das Bild, dass konservative Evangelikale gegen Einwanderer seien. Er habe im Laufe der Zeit gelernt, wie „Politik gemacht wird – oder vereitelt“. (pro)

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