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Debatte um Gebetsfrühstück in Washington

Wenn am Donnerstag in Washington die christliche Gruppe "The Fellowship" zum traditionellen Gebetsfrühstück einlädt, sind auch wieder einige Deutsche dabei. Die Einladung eines Gastes hat jedoch für Proteste gesorgt: der ugandische Parlamentsabgeordnete David Bahati, der die Todesstrafe für Homosexuelle in seinem Land propagiert, wurde angeblich ebenfalls eingeladen.
Von PRO

Foto: The Obama-Biden Transition Project / CC-BY

Das "National Prayer Breakfast" findet seit 1953 jährlich am ersten Donnerstag im Februar statt. Seit der Teilnahme von US-Präsident Dwight D. Eisenhower ist es für amtierende Präsidenten Tradition, an der Veranstaltung teilzunehmen. Dort kommen über 3.000 Besucher zusammen, um über Gott zu reden und zu beten.

Wie die "Sächsische Zeitung" berichtet, wird der Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (CDU) am Gebetsfrühstück im Washingtoner Hilton Hotel teilnehmen. Der ehemalige Heilsarmee-Kapitän sagte: "Ich konnte es gar nicht fassen, als ich die Einladung gelesen habe." Für ihn wird es der erste Besuch in Washington.

Auch der Hamburger Schulpolitiker Marino Freistedt (CDU) wird in die amerikanische Hauptstadt fliegen, um an dem Treffen vorwiegend christlicher Politiker aus rund 100 Staaten teilzunehmen. Das "Hamburger Abendblatt" berichtet, dass der CDU-Politiker bereits zum zweiten Mal dabei sein wird. Aus Hessen nimmt zudem der Fraktionsvorsitzende der CDU im hessischen Landtag, Christean Wagner, teil.

Todesstrafe für Homosexuelle

Eine Einladung sorgte laut Medienberichten für Proteste, vor allem bei Schwulen- und Lesbenorganisationen. David Bahati von der Regierungspartei, der "Nationale Widerstandsbewegung", hatte im Oktober vergangenen Jahres dem ugandischen Parlament einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Homosexualität unter Strafe stellen soll. Mit dem Tode bestraft werden sollte jeder, der mit Kindern unter 18 Jahren oder mit Behinderten homosexuell tätig ist, oder wer als HIV-Infizierter Sex habe. Vorgesehen sind zudem lebenslange Haftstrafen für homosexuellen Sex. Bahati begründete seinen Gesetzesvorschlag damit, dass er Kinder und Jugendliche sowie die "traditionelle Familie" schützen wolle.

Menschenrechtsgruppen sagen, es gebe rund 500.000 Homosexuelle in Uganda, wo die Gesamtbevölkerung bei etwa 31 Millionen Menschen liegt. Die Menschenrechtsorganisation "International Gay and Lesbian Human Rights Commission", die sich den Menschenrechten homosexueller und von Aids betroffene Personen widmet, verlangte, dass der Vorschlag abgelehnt wird. Das Vorhaben widerspreche internationalen Abkommen, denen Uganda beigetreten sei.

Ugandas Präsident Yoweri Museveni teilte mit, er habe einige Anrufe von Regierungschefs aus der ganzen Welt erhalten, die wegen des Gesetzesvorschlages um Aufklärung baten. Darunter sei auch US-Außenministerin Hilary Clinton gewesen.

Laut dem Journalisten Jeff Sharlet ist Bahati Mitglied der Gruppe der "Fellowship Foundation", die das Gebetsfrühstück in Washington ausrichtet. "Ich werde an dem Gebetsfrühstück teilnehmen", sagte Bahati dem "Daily Monitor" aus Uganda. Er habe selbst dabei geholfen, ein Äquivalent in Uganda ins Leben zu rufen. Eventuell halte er sogar eine Rede. Bekannte frühere Redner beim Gebetsfrühstück waren unter anderem Mutter Teresa, der Sänger Bono und Tony Blair. Anderslautenden Medienberichten zufolge habe Bahati die Einladung mittlerweile ausgeschlagen. An dem Gebetsfrühstück wird wie im vorigen Jahr auch US-Präsident Barack Obama teilnehmen, der als liberal gegenüber Homosexualität gilt. (pro)

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