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DEA solidarisiert sich mit iranischer Christin

Die Deutsche Evangelische Allianz unterstützt eine Petition von Christen aus Hessen. Diese soll verhindern, dass eine junge Christin in den Iran abgeschoben wird, weil ihr dort Folter und Verfolgung drohen.
Von PRO
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Die Deutsche Evangelische Allianz unterstützt eine Petition für eine hessische Christin, die in den Iran abgeschoben werden soll: Ekkehart Vetter, Reinhardt Schink, Gabriele Fischer, Hartmut Steeb
Die Deutsche Evangelische Allianz unterstützt eine Petition für eine hessische Christin, die in den Iran abgeschoben werden soll: Ekkehart Vetter, Reinhardt Schink, Gabriele Fischer, Hartmut Steeb

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) unterstützt eine Petition hessischer Christen, die sich gegen die drohende Abschiebung einer iranischen Christin in ihre Heimat richtet. Das hat der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Pastor Ekkehart Vetter, am Freitag bei einem Pressegespräch in Bad Blankenburg bekannt gegeben.

Wegen ihrer Konversion vom Islam zum Christentum drohen einer jungen Frau aus dem Iran nach der Abschiebung in die Heimat Verfolgung und Unterdrückung, weil ihr Antrag auf Asyl abgelehnt wurde und alle Rechtsmittel erschöpft sind. Christen in Herborn wollen die Abschiebung mit einer Petition an den hessischen Landtag verhindern. Die Petition wird nun von der Deutschen Evangelischen Allianz unterstützt.

„In Deutschland ist eine Reihe von Iranern zum Glauben gekommen. Der hessische Fall ist eine kleine Spitze des Eisbergs“, sagte Vetter bei dem Pressegespräch. Indem die Deutsche Evangelische Allianz die Aktion unterstütze, wolle sie die Christen in Hessen und ihre Initiative zur Wahrung der Religionsfreiheit unterstützen. Vetter sieht darin einen Impuls, dass auch andere Gemeinden in dieser Frage aktiv werden.

Vorsitzender Vetter: Abschiebepraxis des BAMF ist ein „Skandal“

Viele der DEA nahestehenden Gemeinden kümmerten sich nach Vetters Angaben um konvertierte Christen aus dem Iran. „Die iranische Regierung tritt die Glaubens- und Religionsfreiheit mit Füßen“, sagte Vetter und weiter: „Deutschland darf Christen nicht in solch eine Situation hinein abschieben.“ Der DEA-Vorsitzende bezeichnete die Abschiebepraxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als einen „Skandal“. Er fordert, dass das Problem politisch entschieden wird.

Vetter verwehrt sich gegen eine Glaubensprüfung durch das BAMF. Auch bei der Gewissensprüfung als Voraussetzung für den Zivildienst sei man schließlich zu der Erkenntnis gekommen, dass die Prüfung des Gewissens durch ein Gericht nicht möglich sei. „Die Taufe eines Menschen ist das Entscheidende. Das muss reichen, dass ein Mensch als Christ anerkannt wird“, sagte Vetter.

Am Mittwoch hatte der CDU-Politiker Volker Kauder bei der Eröffnung der 124. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg vor den Teilnehmern der Konferenz seine Forderung unterstrichen, dass konvertierte Christen nicht in den Iran abgeschoben werden dürfen. Kauder hatte damit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und die Abschiebepraxis beim BAMF kritisiert.

Generalsekretär Schink wünscht mehr „Bissigkeit“

„Ich wünsche mir mehr Bissigkeit und Überzeugung für den christlichen Glauben“, erklärte der neue DEA-Generalsekretär Reinhard Schink. Christen sollten sich nicht ureigene Begriffe wie „Evangelisation“ madig machen lassen. Der Glaube sei keine Vertröstung aufs Jenseits. „Der Glaube ist eine Kraftressource für das Leben“, sagte Schink. Der Wirtschaftswissenschaftler hatte im Juni die Nachfolge von Hartmut Steeb im Amt als Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz angetreten.

Schink warb um Verständnis für die Arbeit des Generalsekretärs. „Engagement erweist sich nicht immer dadurch als erfolgreich, wenn es marktschreierisch ist“, sagte er. Um die DEA zukunftsfähig zu machen, soll vom 31. Oktober bis zum 2. November in Hannover ein Zukunftskongress stattfinden. Mit dem Kongress will sich die DEA beispielsweise dem Generationenwechsel stellen und Veränderungen behutsam einleiten.

Die DEA hat sich auf ihrer Konferenz in Bad Blankenburg von einer politichen Vereinnahmung distanziert: „Wir lassen uns nicht vor den politischen Karren einer Partei spannen: Wir stehen für Themen und nicht für Parteipolitik“, erklärte Schink.

„Wohnzimmercharakter“ im „Schaufenster“

Hartmut Steeb, Leiter der Allianzkonferenz 2019, rechnet wie im Vorjahr mit einer Teilnehmerzahl von rund 1.700 Besuchern. Die Mehrheit der Besucher komme aus Sachsen und Thüringen. Schink würdigte den familiären „Wohnzimmer-Charakter“ der Konferenz. Den will der neue Generalsekretär auch in Zukunft erhalten. Es gehe nicht um eine „Marketing-Hochglanz-Veranstaltung“ oder „Marktanteile“. Mit der Allianzkonferenz will die DEA weiter Menschen aus unterschiedlichen Kirchen zusammenbringen und für die Einheit der Christen werben. „Wir sind eine Bewegung des Gebets, die die Bibel bekannt machen will“, erklärte Vetter.

Gabriele Fischer, seit dem Frühjahr Leiterin des Evangelischen Allianzhauses in Bad Blankenburg, will neben der jährlichen Konferenz ganzjährig eine hohe Belegung erreichen. Aktuell habe das Haus etwa 13.000 Übernachtungen im Jahr. „Das Haus soll die Deutschen Evangelischen Allianz erlebbar machen. Wir wollen ein Schaufenster der Deutschen Evangelischen Allianz sein. Menschen können hier von außen reinschauen und wir wollen unsere Inhalte nach außen transportieren.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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