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Dawkins gegen Lennox: Eine Wissenschaft, zwei Weltsichten

Das Magazin "Natur und Kosmos" hat in seiner aktuellen Ausgabe den bekannten Atheisten Richard Dawkins und den gläubigen Mathematiker John Lennox miteinander verglichen. Beide lieben die Naturwissenschaft, doch ihre Schlussfolgerungen könnten nicht unterschiedlicher sein.
Von PRO

Foto: pro

"Beide sind Professoren an der ehrwürdigen Universität von Oxford. Beide sind hochrangige Naturwissenschaftler und erfolgreiche Buchautoren. Doch eine Überzeugung unterscheidet sie maßgeblich: Richard Dawkins ist Atheist und Religionshasser, John Lennox ist Christ und Glaubensverteidiger." So leitet der  evangelischer Theologe Tilman Haberer seinen Text über die beiden Gelehrten in der August-Ausgabe von "Natur und Kosmos" ein.

Der Evolutionsforscher Richard Dawkins war bis 2008 Professor für Zoologie an der Universität Oxford. 1976 veröffentlichte er das Buch "Das egoistische Gen", in dem er das Genom als treibende Kraft in der Entwicklung des Lebens darstellt. Dadurch wurde er zu einem der führenden Köpfe des Neo-Darwinismus. Dawkins vertritt die Evolutionslehre aggressiv und kämpft gegen den Glauben. 2007 veröffentlichte er das Buch "Der Gotteswahn", das zum Bestseller wurde. Wer von einer Schöpfung durch Gott rede, habe die Aufklärung verschlafen und sei einer Art Krankheit verfallen, behauptet er darin. Das Leben erklärt der Biologe ausschließlich mit der Evolutionslehre, die auf Charles Darwin zurückgeht.


Dabei zeige seine Biografie keine erkennbaren Gründe für eine Ablehnung von Religion, sagt Dawkins. Niemand habe ihm die Religion "in den Rachen gestopft", vielmehr sei er in der "harmlosen" anglikanischen Kirche groß geworden, die habe ihm einen Kinderglauben mitgegeben. Im Alter von etwa neun Jahren habe er sich davon jedoch verabschiedet. Ihm sei damals bewusst geworden, dass das Christentum eine beliebige von vielen anderen Religionen auf der Welt sei. Dawkins wuchs als Sohn eines britischen Kolonialoffiziers in Kenia auf. Biologie studierte er nach eigenem Bekunden, um elementare Fragen zu erforschen: "Ich wollte wissen, warum wir alle hier sind. Was ist der Sinn des Lebens? Warum existiert Leben?" Anders als religiöse Menschen sucht Dawkins die Antworten auf diese Fragen ausschließlich in der Naturwissenschaft. Im Oktober kommt im Ullstein-Verlag Dawkins’ neues Buch heraus: "Die Schöpfungslüge. Warum Darwin Recht hat".

"Brillanter Geist, der Dawkins das Wasser reichen kann"

John Lennox ist Mathematiker und lehrt wie Dawkins an der Universität von Oxford. "Natur und Kosmos" vergleicht die beiden zunächst äußerlich: Dawkins: jung und smart erscheinend, Lennox eher der gemütliche Opa, freundlich und mit einer "weichen, verwaschenen" Aussprache. "Doch darf man sich durch sein Äußeres nicht täuschen lassen. Hinter der eher biederen Fassade steckt ein brillanter Geist, der seinem Kontrahenten mühelos das Wasser reichen kann." Weiter schreibt der Autor, Lennox sei "der lebendige Gegenbeweis zu Dakwins’ Behauptung, die Religion lehre die Menschen, sich mit Nichtwissen zufrieden zu geben".

Seine Eltern hätten Lennox im christlichen Glauben erzogen – "und ihm gleichzeitig beigebracht, alles zu hinterfragen. Sie haben seinen Wissensdurst nicht erstickt, sondern angefacht. Und mit dieser Einstellung, die sich in seiner Person prächtig mit einer christlichen Überzeugung verträgt, geht er an Naturwissenschaften heran."

Lennox wundert sich darüber, dass Wissenschaftler, die dieselben Beobachtungen machen, zu völlig unterschiedlichen Schlüssen kommen. "Manche Wissenschaftler erforschen die Natur und ihre Gesetze, und diese Arbeit führt sie weg von jedem Glauben an einen Gott, andere führt dieselbe Forschung gerade hin zum Glauben." Für Lennox steht fest: Wenn man ein Auto des Typs Ford auseinandernähme und analysierte, stieße man unmöglich auf den Erfinder Henry Ford. Dennoch müsse klar werden, dass dieses Auto ein Konstrukteur erdacht habe. Ebenso könne man in der Natur den Schöpfergott erkennen, sagt Lennox.

Offenbar seien die naturwissenschaftliche Forschung und das Weltbild des Forscher nicht zwingend miteinander verknüpft. Für christliche Naturwissenschaftler zeigt sich in der erstaunlichen Natur ein intelligenter Schöpfer, unreligiöse Forscher kommen zum Schluss, es könne keinen Gott geben. Richard Dawkins machten seine Forschungen zum Atheisten, einen Biochemiker wie Michael Behe machten sie zum Christen. Das Magazin "Natur und Kosmos" stellt fest: "Forschung und Weltbild verhalten sich wie Henne und Ei: Man weiß oft nicht genau, was zuerst kam." Autor Haberer schließt als Fazit, dass die Naturwissenschaft weder Gottes Existenz, noch dessen Nichtexistenz beweisen können. "Deswegen heißt es ja Glauben." (pro)

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