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David Cameron: Großbritannien ist christlich

Der britische Premierminister David Cameron hat die christliche Tradition Großbritanniens hervorgehoben. In einer Rede anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der "King-James-Bibel" sprach er sich dafür aus, die christlichen Werte auch in der Politik offen zu vertreten.
Von PRO

Foto: The Prime Minister's Office (CC BY-NC-ND)

Cameron veranschaulichte in seiner Rede in der Christ Church zu Oxford die Bedeutung der "King-James-Bibel" in drei Punkten. Zunächst habe die "King-James-Bibel" die englische Sprache geprägt: "Wir leben und atmen die Sprache der King-James-Bibel." Für den Einfluss der Bibelübersetzung auf das Englische führte er einige Beispiele an, etwa den Ausdruck "sich in die Höhle des Löwen begeben".

Doch so wie die Sprache habe die Bibel auch politische Entwicklungen vorangetrieben: "Das Wissen, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat, war sozusagen spielentscheidend für das Anliegen der Würde und Gleichheit aller Menschen." Die Bibel habe damit maßgeblich zur Ausbildung des modernen Staatswesens beigetragen. Sowohl die Demokratie als auch der Wohlfahrtsstaat, aber auch das soziale Engagement der Kirchen seien auf biblische Anregungen zurückzuführen.

Offenes Bekenntnis zu biblischen Werten

In seinem dritten Punkt sprach sich Cameron dafür aus, die christliche Tradition offen zu bekennen: "Großbritannien ist ein christliches Land, und wir sollten keine Angst davor haben, das so zu sagen." Die Wertmaßstäbe der Bibel würden Großbritannien zu dem machen, was es heute ist. Dazu gehörten Dinge wie Verantwortung, Fleiß, Demut, Fürsorge und Liebe.

Um eine Gesellschaft mit diesen Werten aufzubauen, sei es unabdinglich, für diese Dinge offen einzutreten. "Die Alternative, moralische Neutralität, sollte keine Option sein." In solch einer neutralen Haltung sieht Cameron den Grund für den "moralischen Verfall" von Teilen des Landes in den letzten Jahren. Als Beispiele nannte er die Exzesse der Finanzwelt, aber auch das unverantwortliche Verhalten derjenigen, die dagegen protestiert hätten. Zudem würde eine neutrale Haltung die Dinge nicht ändern – weder bei den Skandalen in der englischen Politik, noch beim religiösen Extremismus.

Cameron gab Kritikern recht, die sagen, dass Politik nicht die religiöse Karte ausspielen sollte. "Wenn das bedeutet, dass keine politische Partei einen direkten Draht zu Gott für sich reklamieren sollte, könnten sie nicht richtiger liegen." Doch dies sollte nicht dazu führen, die Bedeutung des Glaubens für das Land zu ignorieren.  "Wir müssen das Selbstbewusstsein haben, den Leuten zu sagen: Das sind unsere Werte, und hierher zu gehören bedeutet, an diese Dinge zu glauben."

Das Bekenntnis zu christlichen Werten hieße nicht, andere Glaubensrichtungen auszugrenzen. Im Gegenteil: Für viele Religionsgemeinschaften sei es leichter, in England zu leben als etwa im säkularen Frankreich. Zum einen verlange das Christentum gesellschaftliche Toleranz, die anderen Religionen zu Gute komme. Zum anderen beriefen sich viele Religionen auf ähnliche Werte.

David Cameron ist seit dem 11. März 2010 Premierminister von Großbritannien. Zuvor war er fünf Jahre als Vorsitzender der Konservativen Partei Oppositionsführer im britischen Parlament. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. (pro)

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