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Das neue Kabinett: Christen und eine Muslima

Die Kabinettsmitglieder der neuen Bundesregierung stehen fest. Nicht nur Kanzlerin Merkel, sondern auch alle Minister gehören Glaubensgemeinschaften an. pro zeigt, welchen.
Von PRO
Das neue Kabinett unter Merkel: Zwischen vielen Christen findet sich auch eine Muslima
Das neue Kabinett unter Merkel: Zwischen vielen Christen findet sich auch eine Muslima

Sigmar Gabriel, SPD: Vizekanzler, Wirtschafts- und Energieminister

Er ist evangelisch, sagt aber von sich, dass er nicht regelmäßig in den Gottesdienst geht. Die Kirche ist für ihn ein Raum, in dem er in Ruhe über das Leben nachdenken kann, erklärte er einst auf einem Kirchentag. Zur Einkehr war er sogar mal in einem Kloster. An den Konfirmandenunterricht seiner Jugend erinnert er sich gerne. Vielleicht hat er sich auch deshalb so vehement gegen die innerparteiliche Bewegung „Laizisten in der SPD“ gestellt.

Peter Altmaier, CDU: Kanzleramtschef

Der wohl engste politische Vertraute der Kanzlerin ist katholisch. Gegenüber der Tageszeitung Die Welt erklärte er einst, er sei als Kind fasziniert vom Papst gewesen. Zur Tatsache, dass er auch im gehobeneren Alter noch Single ist, sagte er der Bild am Sonntag: „Der liebe Gott hat es so gefügt.“

Frank-Walter Steinmeier, SPD: Außenminister

Der frühere SPD-Fraktionschef gehört der evangelisch-reformierten Kirche an und ist Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Im Interview mit pro erklärte er, er gehe mit seinem Glauben nicht hausieren. Dennoch sei ihm das Christentum im Laufe seines Lebens wichtiger geworden. Christlicher Glaube bedeutet für ihn: „Die Gewissheit, nicht verloren zu sein, die Gewissheit, einen Weg vor sich zu haben, den man nicht allein gehen muss, auf dem man beschützt und behütet wird und, dass die Zukunft immer wieder offen ist.“

Wolfgang Schäuble, CDU: Finanzminister

Der Protestant äußert sich immer wieder öffentlich zu seinem Glauben. In der Zeit-Beilage Christ und Welt schrieb er einmal, der Glaube an Gott erinnere die Menschen daran, dass sie selbst begrenzt seien. Bei einer Kanzelrede in Berlin erklärte er: „Wir brauchen die Einsicht, dass wirkliche Freiheit nur möglich ist, wo wir Gottes Wort und Gottes Hilfe als Grenzen unseres Handelns anerkennen.“ In einer CDU-Publikation zur Bedeutung des C bekannte er sich ebenfalls zur christlichen Tradition und betonte die Wichtigkeit des Nächstenliebegebots – gerade im Bereich der Wirtschaft. So stellte er 2011 bei einer Unionsveranstaltung fest, seit der Vertreibung aus dem Paradies, habe die Sünde den Menschen im Griff. Das habe nicht zuletzt die globale Finanzkrise gezeigt.

Andrea Nahles, SPD: Arbeits- und Sozialministerin

Sie ist katholisch und hat sich in der Vergangenheit auch politisch für Glaubensinhalte stark gemacht. So forderte sie etwa einen politikfreien Sonntag und sprach sich gegen die Anerkennung der Laizisten in der SPD als Arbeitsgruppe aus. Bei einem Treffen junger Christen in Berlin sagte sie: „An jedem Ort dieser Welt kann ich beten und lesen. Das sind für mich zwei wichtige Ankerpunkte.“ Gelegentlich trete sie auch für den politischen Gegner vor Gott ein. Über ihren Glauben schrieb Nahles auch in ihrem Buch „Frau, gläubig, links. Was mir wichtig ist“ aus dem Jahr 2009.

Thomas de Maizière, CDU: Innenminister

Der bisherige Verteidigungsminister ist evangelisch und wie Steinmeier Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages, spricht aber auch bei katholischen Veranstaltungen, etwa beim Bund Katholischer Unternehmer. Dort und auch zu anderen Gelegenheiten hat er Christen dazu aufgerufen, politische Verantwortung zu übernehmen. Der christliche Glaube helfe, richtig mit der Macht umzugehen, denn er halte das Bewusstsein wach, dass Politik nur das „Vorletzte“ und der Mensch fehlbar sei, sagte er im August bei einem Vortrag in Sachsen. In einem Buch für Konfirmanden rät er: „Erlebe dein erstes Abendmahl bewusst und suche deinen Weg zu Gott.” Der Glaube an Jesus gebe seinem Leben einen tieferen Sinn und eine neue Ausrichtung, sagte er einmal in einem Interview mit der Mitteldeutschen Kirchenzeitung.

Ursula von der Leyen, CDU: Verteidigungsministerin

Sie ist evangelisch und Mitglied der Hannoverschen Landeskirche. 2008 stand sie für ihre Schirmherrschaft des evangelikal geprägten Christivals in der Kritik. Das ihr damals unterstellte Familienministerium förderte die Veranstaltung finanziell. Außerdem unsterstützt sie die christliche Kinderhilfsorganisation Ora International. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte sie einmal: „So selbstverständlich, wie wir den Kindern die Muttersprache mitgeben, müssen wir ihnen Religion mitgeben.“ Religion uns Religiosität würden helfen, Vertrauen in die Zukunft zu haben.

Manuela Schwesig, SPD: Familienministerin

Sie machte 2010 Schlagzeilen, als sie sich gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Schweriner Dom taufen ließ. Seitdem ist sie Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. In einem Themenheft der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Reformation erklärte sie: „Der wichtigste Grund für die Entscheidung, mich taufen zu lassen, war die Geburt meines Sohnes. Als er zur Welt kam, war das für mich ein kleines Wunder und mir war klar: Als Mutter trage ich die Verantwortung für ihn. Aber es ist auch gut, die schützenden Hände Gottes über meinem Sohn, meinem Mann und mir zu wissen.” Religiös erzogen worden sei die aus der ehemaligen DDR stammende Schwesig nicht. Erst nach der Wende hätten Christen aus ihrem Umfeld sie geprägt.

Hermann Gröhe, CDU: Gesundheitsminister

Er ist evangelisch und erklärt das immer wieder auch öffentlich. Gemeinsam mit Unionsfraktionschef Volker Kauder setzt er sich besonders für verfolgte Christen weltweit ein. Bis 2009 war er Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, seit 1997 ist er Mitglied der Synode. Er hat sich in der Diakonie engagiert und war Mitherausgeber des evangelischen Magazins Chrismon. Im Interview mit pro rief er Gläubige in Deutschland dazu auf, nicht über eine zunehmende Entchristlichung zu jammern: „Bekennen wir uns vielmehr fröhlich zu unserem Glauben!“ Im Debatten-Magazin The European erklärte er: „Gerade weil unsere Gesellschaft bunter wird, ist es zudem wichtig, dass die Christen ihre Farbe kraftvoll einbringen.“

Johanna Wanka, CDU: Bildungsministerin

Ihre gläubige Mutter verbot ihr einst, den Jungen Pionieren in der DDR beizutreten. In einem Interview bezeichnete Wanka dies einmal als richtig. Viel mehr ist über den Glauben der 62-Jährigen nicht bekannt, außer, dass sie evangelisch ist und ihren Amtseid Anfang des Jahres mit der Zusatzformel „So war mir Gott helfe“ leistete.

Alexander Dobrindt, CSU: Verkehrsminister und Minister für digitale Infrastruktur

Er ist katholisch und steht gegen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe. Auch eine staatliche Anerkennung des Islam in Deutschland lehnt er ab, weil dies die christlich-jüdische Prägung der Bundesrepublik in Frage stelle. „Eine Gleichstellung des Islam mit den christlichen Kirchen kann nur fordern, wer vom geltenden Verfassungsrecht keine Ahnung hat und wer sowieso die Kreuze aus den Klassenzimmern entfernen und muslimische Feiertage einführen will“, sagte er 2010 Presseberichten zufolge. Über seinen eigenen Glauben spricht er kaum öffentlich.

Hans-Peter Friedrich, CSU: Agrarminister

Als Innenminister wurde der Protestant vor allem wegen seinen Auseinandersetzungen mit den Islam-Verbänden bekannt. Doch der christliche Glaube spielt in seinem privaten Leben eine größere Rolle: „Es ist nötig, dass Christen nicht passiv sind, sondern sich aktiv zu den Werten und Maßstäben bekennen, die Jesus Christus in der Bibel gegeben hat“, sagte er auf dem Kongress Christlicher Führungskräfte im Januar. Auch wenn er politisch nicht immer einer Meinung mit der Evangelischen Kirche in Deutschland sei, sehe er sich als Teil von ihr, sagte er im Gespräch mit dem Evangelischen Presse-Dienst.

Gerd Müller, CSU: Entwicklungsminister

Der Katholik ist bisher öffentlich wenig in Erscheinung getreten. Er sagt von sich selbst, dass die Kirche ihn schon früh geprägt habe.

Barbara Hendricks, SPD: Umweltministerin

Sie ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und anderen katholischen Zusammenschlüssen. Im Zuge der jüngsten Debatte um die Finanzen der Katholischen Kirche forderte sie mehr Transparenz in Vermögensfragen.

Heiko Maas, SPD: Justizminister

Er ist katholisch, neben seiner politischen Tätigkeit aber vor allem als aktiver Sportler bekannt. Über sein Glaubensleben weiß die Öffentlichkeit wenig.

Aydan Özoguz, SPD: Integrationsbeauftragte

Sie hat als einziges Mitglied des Kabinetts muslimische Wurzeln, ist aber mit einem Katholiken verheiratet. Ihre beiden Brüder betreiben das Internet-Portal Muslim-Markt, das vom Verfassungsschutz beobachtet wird. „Ich fände es unfair, wenn ich für meine Brüder verantwortlich gemacht würde“, sagte die Politikerin der Bild am Sonntag. Sie teile deren Einstellung in keiner Weise. Sie sagt außerdem von sich, dass sie in einem liberalen Elternhaus aufgewachsen sei, in dem zum Beispiel niemand ein Kopftuch getragen habe.

Helge Braun, CDU: Staatsminister bei der Bundeskanzlerin

Helge Braun ist katholisch.

Maria Böhmer, CDU: Staatsministerin im Auswärtigen Amt

Sie ist katholisch.

Monika Grütters, CDU: Kulturstaatsministerin

Grütters ist ebenfalls katholisch.

https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/emkoalitionem-schutz-fuer-fluechtlinge-christen-prostituierte/
https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/streit-um-familie-emeskaliert-em-und-jetzt/
https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/emgottem-ist-der-herr-der-welt-nicht-wir/
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