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Wetterprognose zum Fest: kein Schnee! Jürgen Mette gibt Tipps, wie Weihnachten trotzdem zu einer inspirierenden Festzeit werden kann.
Von PRO
Worauf kommt es bei Weihnachten eigentlich an? Jürgen Mette gibt Tipps.

Foto: pro/Jürgen Mette

Worauf kommt es bei Weihnachten eigentlich an? Jürgen Mette gibt Tipps.

Als hätten wir sonst keine Sorgen. Schnee ist von gestern. Ich wundere mich, dass die Wetterprognosen sich zunehmend eines emotionalen Vokabulars bedienen. Nach wochenlanger Dürre im Sommer kündigt sich eine, von den Bauern lang ersehnte Regenfront an. Die Wetterfrau im TV bezeichnet die sengende Hitze als „freundlich“ und den Regen als „unfreundlich“, so als müsse sie sich geradezu dafür entschuldigen, weil sie ihren Zuschauern etwas ganz Furchtbares zumuten muss: Weihnachten ohne Schnee!

Eine Zumutung ist der einsame Tod in den Altenheimen und Kliniken. Die Sterberate ist auf unheimliche Weise nicht aufzuhalten. Wenn der Lockdown in den nächsten vier Wochen keinen Erfolg zeigt, dann bleibt uns nur noch die Hoffnung auf den Impfstoff. Aber noch hoffe ich auf die umsichtige Disziplin unserer Bürger. Die Lage ist ernst, mehr als ernst. Wir sollten nicht schweigen, wenn ignorante Mitbürger auf die politischen Vorgaben pfeifen und damit andere in Lebensgefahr bringen.

Weihnachten ohne dichtgedrängte Plaudereien am Glühweinstand, ohne Zuckerwatte und Bratwurst mit reichlich Senf. Das schaffen wir. Weihnachten ohne Verkehrsstau und ohne Geschenke-Hektik. Corona reduziert uns aufs Wesentliche. Das vermerke ich jedoch leise und zurückhaltend, weil der Lockdown viele Menschen in den wirtschaftlichen Ruin treibt.

An Heiligabend vermisste der kleine Junge den kleinen Jesus, der vorher noch da lag, wo er hingehört, und machte sich auf die Suche. Irgendwann bekundet er ganz fröhlich den Fund der Krippenfigur. Das Jesusbaby lag unter einem Berg von Geschenkpapier und Plastikverpackungen. Der kleine Jesus war unter das Rad einer florierenden Geschenkeindustrie gekommen. Vielleicht gelingt es dieses Jahr, das Volumen der Geschenke runterzufahren, um Jesus und seine Botschaft für uns persönlich ganz neu oder wieder zu entdecken.

Die zwangschristianisierte Nordmanntanne

Es ist nicht leicht, diese frei dosierbare Mischung aus biblischer Geschichte, Tradition, Kommerz und Nostalgie zu entflechten. Aber die Mühe lohnt sich. Das braucht Raum und Zeit, aber davon haben wir ja momentan genug. Und Karten und Mails verschicken, darin sind wir geübt. Das Bildtelefon nicht zu vergessen. Ideal zum Geschichtenerzählen für die Enkelkinder.

Früher in meinen wilden Jahren wollte ich sogar die zwangschristianisierte Nordmanntanne am Leben lassen. In Plastikfolie verpackte Geschenke wurden rigoros abgelehnt. Weihnachten naturbelassen, ökologisch, nachwachsend, wieder verwendbar und urwüchsig wie damals in Bethlehem. Das Kind im Futtertrog. Mehr nicht.

Heute – 60 Jahre – später schäme ich mich noch nicht einmal, dass ich ins vorpubertäre Stadium der unbekümmerten Weihnachtsromantik zurückgefallen bin.

Und hier einige Tipps zu einer stressfreien und inspirierenden Festzeit. Man sollte zu Weihnachten nicht nur auf den Wein achten:

  • Viel Singen und Musizieren – mit den Lieben zuhause. Am besten Lieder ohne textlichen Bezug auf Schnee. Das Original hatte keinen Schnee. Und der kleine gewindelte Messias war kein blonder Schwede, sondern ein Orientale mit dunklerem Teint.

  • Der biblische Bericht bestätigt die heimelige Liedstrophe „Mitten im kalten Winter“ einfach nicht. Ich war oft auf den Hirtenfeldern in Bethlehem. Tagsüber heiß, nachts angenehm frisch, aber auch mal richtig kalt. Während die Leute in Sibirien oder Grönland immer weiße Weihnachten feiern, transpirieren die Australier heftig unterm elektrifizierten Plastikbaum. Vergessen wir das Wetter, das braut sich auf den Azoren zusammen und wird vom Golfstrom aufgeladen. Es kommt, wie es kommt. Weihnachten heißt dieses Jahr auf Abstand leben, sorgfältige Hygiene, reichlich lüften, sich ordentlich anziehen und nicht übers Wetter meckern.

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