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Dank Kinderbibel-Vorlesen: Spiegel-Autorin entdeckt Glauben neu

Wegen des Interesses ihres kleinen Sohnes hat die Spiegel-Redakteurin Anna Clauß den christlichen Glauben neu entdeckt. Besonders in diesem Jahr der Corona-Krise empfindet sie das als Gewinn. In einer Kolumne schreibt sie darüber.
Von PRO
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Dank dem Vorlesen der Kinderbibel, entdeckte Spiegel-Autorin Anna Clauß einen neuen Zugang zum Glauben

Foto: Deutsche Bibelgesellschaft

Dank dem Vorlesen der Kinderbibel, entdeckte Spiegel-Autorin Anna Clauß einen neuen Zugang zum Glauben

Dank ihres fünfjährigen Sohnes hat der Glaube von Spiegel-Redakteurin Anna Clauß eine Renaissance erlebt. Sie schreibt darüber in einer aktuellen Kolumne. Sie sei evangelisch getauft und konfirmiert, aber habe sonst keinen wirklichen Bezug zur Kirche. Vor einem Jahr habe sie jedoch begonnen, ihrem Sohn aus der Kinderbibel die Weihnachtsgeschichte vorzulesen. Es sei eher ein „bildungsbürgerlicher Impuls“ gewesen, um das Kind mit der Weihnachtsgeschichte bekannt zu machen. Doch auch die anderen Geschichten aus der Kinderbibel seien bei dem Fünfjährigen auf großes Interesse gestoßen.

Kinder können „Dinge in einer Schlichtheit wahrnehmen, wo sich Erwachsene manchmal selbst im Weg stehen“, zitiert Clauß den Religionswissenschaftler Frank Lütze. Die Religion gebe Kindern offenbar Antworten auf existenzielle Grundfragen, mit denen sie viel anfangen könnten. Vielleicht gefalle ihrem Sohn genau dieses Sicherheitsgefühl, schreibt die Kolumnistin. Nämlich wenn im Text über die Erschaffung der Welt der Satz „Und Gott sah, dass es gut war.“ so oft wiederholt werde. Außerdem interessiere sich ihr Sohn schon lange für den Weltraum. Er wisse, was beim Urknall passiert sei. Für ihn passe es wahrscheinlich gut zusammen, dass es jemanden gebe, der dieses Ereignis ausgelöst habe.

„Religiösität kann helfen, Schicksalsschläge leichter zu akzeptieren“

In diesem Jahr der Corona-Krise sei ihr bewusst geworden, wie wenig sie eigentlich über das Christentum gewusst habe. So habe sie die Bedeutung von Pfingsten durch die Geschichten in der Kinderbibel zum Beispiel neu entdeckt. „Gerade in diesem seltsamen Pandemiejahr voller Unsicherheiten und virologisch begründeter Zumutungen ist es wohltuend, dem Primat der Wissenschaft mit etwas so Irrationalem wie dem Glauben an Gott zu begegnen“, schreibt Clauß. Sie glaube mittlerweile, dass Religion „mehr als ein Wellnessangebot für die Seele“ sei.

Religion könne helfen, Stille auszuhalten, erkannte die Autorin. Und sie zitiert Christoph Raedel, Professor für Systematische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen. Dieser habe in einem Beitrag zur Theodizeefrage, also der Frage nach dem Leid, in Zeiten von Corona in einem Beitrag geschrieben: Der Kontrollverlust, den die Gesellschaft derzeit erleide, sei eine „schwer zu ertragende Kränkung des spätmodernen Menschen“. Statt zu fragen, ob Gott „den Laden noch im Griff“ habe, solle man sich erst einmal eingestehen: „Wir haben ihn jedenfalls nicht im Griff“, schreibt Clauß. Die Kolumnistin zitiert außerdem Neuropsychologin Michèle Wessa aus einem Interview mit dem Spiegel: „In Gesellschaften mit großer Religiosität können Menschen Schicksalsschläge mitunter leichter akzeptieren als wir.“

Von: Swanhild Zacharias

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