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CSU-Protestbrief zur Familienpolitik

Die CSU wirft der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Mutlosigkeit und Zeitgeisthörigkeit vor. Der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber hat den EKD-Ratsvorsitzenden, Nikolaus Schneider, in einem Brief scharf attackiert. Huber stört vor allem die Kehrtwende der Kirche in der Familienpolitik.
Von PRO

Foto: Gerd Seidel wikipedia CC-BY-SA 3.0

Schneider verrate die Werte von Ehe und Familie, kritisiert Huber in dem Brief, der der Tageszeitung Die Welt vorliegt. Erst vor kurzem habe sich Schneider in öffentlichen Äußerungen dazu bekannt, dass Familie da sei, wo Menschen verbindlich auf Dauer zusammenlebten. Darüber hinaus hatte er das Ehegattensplitting zur Disposition gestellt und das Betreuungsgeld als Fehler bezeichnet.

Krasse Sache

Huber vermisst die moralische Institution Kirche, mit mahnenden Worten zur Verantwortung für Partner und Kinder. Dass der Ratsvorsitzende das Betreuungsgeld ablehne, findet Huber „krass“. Die Kirche sollte in dieser Angelegenheit auch an das Kindeswohl denken. Im Hinblick auf das Ehegattensplitting unterstellt er Schneider Unkenntnis. Es bilde aus Sicht der Christsozialen die Lebens- und Wertegemeinschaft Ehe im Steuerrecht ab.

Eine „sinnstiftende und zu Wertorientierung geforderte Institution“ wie die Kirche sollte nach seiner Auffassung „den Menschen mehr geistige Nahrung geben“. Huber habe gemerkt, analysiert Welt-Autor Thomas Vitzthum, dass die CSU im Kampf um ein traditionelles Familienbild offensichtlich nicht einmal mehr auf die evangelische Kirche zählen kann.

Die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt betonte, dass die CSU auch Familien mit Kindern steuerlich noch besser stellen wolle. Hierfür müssten „finanzierbare Modelle“ gefunden werden. „Diese Diskussion darf aber nicht dazu führen, dass das Ehegattensplitting selbst abgeschafft wird. Wir wollen, dass Ehe und Familie auch künftig privilegiert bleiben“, erklärte Hasselfeldt der Zeitung Die Welt. (pro)

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