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Co-Parenting: Familiengründung auf Solo-Pfaden

Kinder und Familie ohne Sex und Ehe – dieser Lebensentwurf wird in den USA immer populärer. Immer mehr Online-Plattformen für die Suche nach einem Eltern-Partner gehen an den Start. Liebe spielt zwischen den sogenannten Co-Eltern keine Rolle, ihre Beziehung ist rein platonisch. Auch hierzulande tun sich Menschen, die kein Paar sind, zusammen, um Kinder großzuziehen.
Von PRO
Mutter sucht Vater, Vater sucht Mutter, Eltern suchen Kind - Co-Parenting soll die Wünsche jener Menschen erfüllen, die den richtigen Partner zur Familienplanung nicht gefunden haben

Foto: imagedb| fotolia

Mutter sucht Vater, Vater sucht Mutter, Eltern suchen Kind – Co-Parenting soll die Wünsche jener Menschen erfüllen, die den richtigen Partner zur Familienplanung nicht gefunden haben
„Hallo, ich bin alleinstehend, 39 Jahre alt und möchte gerne Mutter werden. Ich suche einen Vater für das Kind, der auf freundschaftlicher Basis bereit ist, sich auf das Ganze einzulassen, und Freude daran hat, das Kind beim Großwerden zu begleiten.“ Solche und ähnliche Inserate stehen auf der Online-Plattform Co-Eltern.de. Wer hier angemeldet ist, sucht nicht nach der Liebe fürs Leben, wie es in Singlebörsen der Fall ist. Die Nutzer dieses Portals möchten ihren Kinderwunsch erfüllen und suchen nach einem passenden Zeugungs- und Erziehungs-Partner. Dabei entstehen sogenannte Co-Elternschaften in verschiedensten Konstellationen – beispielsweise zwischen hetero- oder homosexuellen Singles, die als Eltern in einer Art Wohngemeinschaft mit separaten Schlafzimmern oder auch in getrennten Wohnungen leben, Eltern-Partnerschaften zwischen zwei homosexuellen Paaren oder eine Familie mit Mutter, mehreren Co-Vätern und Lebensgefährten. In diesen Familien geht es nicht um eine dauerhafte Liebesbeziehung zwischen Vater und Mutter, aus welcher Kinder entstehen. Die Eltern sind befreundet und finden sich zum Zweck des Kinderbekommens und -erziehens zusammen. Sexuelle und Liebesbeziehungen außerhalb dieser Eltern-Partnerschaft sind kein Problem, da Vater und Mutter kein Paar sind.

Was wird dem Kind vorenthalten?

Der Begriff Co-Parenting beschreibt in der Wissenschaft, wie zwei erwachsene Menschen ihre jeweiligen Rollen als Elternteile koordinieren und Aufgaben aufteilen. Wer passt zum Beispiel wann und wie lang auf die Kinder auf? Co-Parenting meint auch, dass getrennte oder geschiedene Eltern weiterhin gemeinsam Verantwortung für ihre Kinder übernehmen, sodass diese eine Beziehung zu Vater und Mutter behalten. Die selbst gewählte Co-Eltern-Familie ist eine ähnliche Konstellation wie diese, nur dass sich hier die Eltern nicht getrennt haben, sondern nie zusammen waren. Es gibt keine genauen Daten dazu, wie viele Menschen Co-Eltern sind, was ihre Hintergründe sind und wie sie das Familienleben gestalten. Das Modell orientiert sich an der klassischen Familie und unterscheidet sich davon hauptsächlich im Verhältnis der Eltern zueinander. Für das Kind habe die Elternbeziehung eine große Bedeutung, da sie das erste prägende Modell für Partnerschaft sei, sagt der Pädagoge Burghard Behncke gegenüber pro. Was Kinder in ihrer Herkunftsfamilie erleben, würden sie auch in die nächste Generation übertragen. Eine Ehe der Eltern habe eine andere Qualität als eine Freundschaft. „Diese Qualität wird dem Kind vorenthalten.“ Es sei wahrscheinlich, dass Kinder von Co-Eltern auch eher eine solche Lebensform wählen und keine Ehe eingehen. Noch leben drei von vier Kindern unter achtzehn Jahren bei verheirateten Eltern. Aber die Zahl nichtehelicher Lebensgemeinschaften nimmt zu.

„Traditionelle Familie ist ideal“

Als die Amerikanerin Heidi Sadowsky 41 Jahre alt wurde und noch keine Kinder hatte, zog sie eine anonyme Samenspende in Erwägung, erzählt sie in der NBC-Sendung Today. Doch sie wollte, dass ihre Kinder zwei Eltern haben und diese auch kennen. So fragte sie ihren schwulen Freund David, den sie schon seit über zwanzig Jahren kannte, ob er sich eine Eltern-Partnerschaft mit ihr vorstellen könnte. Nun sind sie die leiblichen Eltern eines Sohnes, teilen sich die Erziehungsaufgaben, aber leben nicht zusammen. „Wir haben eine liebevolle Beziehung zueinander, aber keine romantische“, sagt sie. Sadowsky ist bei FamilyByDesign.com Beraterin für Co-Elternschaft. Dieses Portal für die Suche nach Eltern-Partnern gibt es seit Oktober 2012. Juristen, Mediziner und erprobte Co-Eltern geben Tipps, wie man seinen Partner am besten findet, worauf es bei einer Co-Elternschaft zu achten gilt und welche Zeugungsmethode geeignet ist – im Reagenzglas, mit Spritze und Becher oder auf natürlichem Wege mit „Baby-Sex“. „Wir glauben, dass eine traditionelle Familie eine ideale Familienstruktur ist. Wenn jeder Erwachsene das Glück hätte, den Partner fürs Leben zu finden und eine Familie innerhalb dieser Beziehung zu gründen, wären wir begeistert. Wir stellen jedoch fest, dass sich unsere Gesellschaft permanent in einer Weise verändert, die das womöglich unwahrscheinlich macht“, heißt es auf der Seite von Family by Design. Ist diese Bestandsaufnahme auch zweifellos richtig, bleibt es fraglich, ob das Geschäftsmodell der Firma eine echte Lösung für das Problem bietet. (pro) Dieser Text ist in einer längeren Version in der aktuellen Ausgabe des Christlichen Medienmagazins pro erschienen. Bestellen Sie es kostenlos unter der Telefonnummer 06441/915151, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online.
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