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Cileli: “Der Islam möchte die Lebensführung der Menschen bestimmen”

"Deutschland scheint auf dem besten Wege zu sein, sich in eine islamische Umma (Gemeinschaft) zu wandeln." Dies schreibt die deutsch-türkische Autorin Serap Cileli in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenmagazin "Focus". Statt von den türkischen/muslimischen Mitbürgern Anpassung an den deutschen Rechtsstaat zu fordern, verlange man vom deutschen Volk die Anpassung an die muslimische Welt.
Von PRO

Foto: khedmati/flickr

Die Menschenrechtlerin türkisch-alevitischer Abstammung ist der Ansicht, dass dieser Prozess durch die Forderung der Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekräftigt werde, die dazu aufrufe islamische Geistliche zum Religionsunterricht an Schulen zuzulassen; oder eben dank gebetsmühlenartiger Wiederholung, dass der Islam ein Teil Deutschlands sei. "Der gravierende Denkfehler hinter diesen Forderungen und Prämissen ist aber", so Cileli, die 2005 das Bundesverdienstkreuz erhielt, "dass sie ‘den Islam’ nur als Religion für den Privatgebrauch sehen." Dies sei falsch. Der Islam wolle die Lebensführung der Menschen bestimmen. Die orthodoxen Islamverbände wüssten, was sie wollten: Ihr Fernziel sei, als Körperschaft des öffentlichen Rechts, ähnlich den christlichen Kirchen, anerkannt zu werden und Privilegien zu genießen, schreibt die Autorin. "Danach wird die Anerkennung der Scharia in Deutschland unumgänglich." Dass die Scharia alle nicht orthodoxen Muslime und die Deutschen pauschal denunziere und benachteilige, spiele für die Multikulti-Politiker keine Rolle.

Die Deutschtürkin erinnert daran, dass Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich mit seiner Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, "in einer kollektiven Hysterie heftige Kritik von Islamverbänden und anderen Vertretern der Islamlobby" geerntet habe. Diejenigen, die über den Innenminister herfielen, täten dies nicht, weil er mit seiner Islam-Äußerung danebenliege, sondern weil er im Prinzip Recht habe. "Deutschland sollte eigentlich die Muslime fragen, ob sie bereit sind, die Trennung von Staat und Religion anzuerkennen, für die Gleichberechtigung der Frau einzutreten, sich nicht nur für Moscheen in Deutschland, sondern auch für christliche Kirchen beispielsweise in der Türkei einzusetzen und das Christentum als gleichwertige Religion neben dem Islam zu akzeptieren", fordert die Autorin. (pro)

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