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“Cicero”: “Schluss mit wertkonservativem Anstrich”?

Das Magazin "Cicero" ist eine Erfolgsgeschichte. Für die stetig steigende Auflage des Heftes war eine kreative Redaktion um den früheren Chefredakteur Wolfram Weimer verantwortlich. Sie sorgte für eine modern-konservative Ausrichtung. Jetzt aber habe die SPD das Ruder übernommen, kommentiert Alexander Görlach von "The European".
Von PRO
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Foto: Karin Rocholl/Wikipedia

"In der Redaktion des Polit-Magazin Cicero steht kein Stein mehr auf dem anderen. Bis auf eine Ressortleiterin haben alle – sic! – festen redaktionellen Mitarbeiter das Haus fluchtartig verlassen, seit der neue Chefredakteur, der SPD-Politiker und ehemalige Mitherausgeber der ‘Zeit’, das Magazin im Januar übernommen hat", schreibt Görlach, Chefredakteur und Gründer des Online-Magazins "The European", in einem Kommentar, der aktuell für Diskussionen sorgt.

Insbesondere deshalb, weil Alexander Görlach das aufgeschrieben hat, was offenbar viele Leser von "Cicero" insgeheim vermuteten: Das Magazin hat einen "Linksruck" erfahren. Michael Naumann, so schreibt Görlach, habe "von seiner Truppe verlangt, Texte so auszurichten, dass sie in sein Weltbild passen. Das gelte für Politik- genauso wie für Gesellschafts- und Religionsthemen. Bewusst soll, so geht die Vermutung, die wertkonservative Bastion, das neue Magazin der Öko-Konservativen, geschleift werden."

"Linkes Kursbuch"?

Und auch über die Hintergründe des Antritts von Naumann, dem ehemaligen Spitzenkandidat der Hamburger SPD bei der Bürgerschaftswahl 2008 und Kulturstaatsminister unter dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder, spekuliert Görlach. Der "Gazprom-Lobbyist" Schröder und der Publizist Frank A. Meyer hätten Naumann zu "Cicero" geholt – um aus dem Magazin ein "linkes Kursbuch" zu machen: "Schluss mit dem wertkonservativen Anstrich."

Auf Anfrage des Medien-Fachdienstes "Meedia" wies Naumann die Ausführungen Görlachs am Freitag zurück. "Es ist abgründig und totaler Quatsch, was in dem Artikel steht", sagte Naumann. Görlach verstehe zudem nichts von journalistischen Grundregeln. Er habe ihn vorher nicht kontaktiert, um eine Stellungnahme einzuholen. Das, was Görlach schreibe, sei gegendarstellungswürdig. Gleichzeitig habe er auch nie jemanden gezwungen, seine Meinung zu übernehmen. Das sei alles "dummes Zeug". Außerdem verlangte Naumann von Görlach eine Unterlassungserklärung. Sollte der European-Gründer diese akzeptieren, so wären im Falle der Zuwiderhandlungen Geldzahlungen fällig, so "Meedia". Auf der Facebook-Seite des "European" teilte Görlach mit: "Liebe Freunde von The European, wir haben die Kolumne zu den Entwicklungen zum Magazin Cicero und den Videokommentar vorläufig vom Netz genommen, da im Moment eine juristische Betrachtung dazu stattfindet."


Naumann trat die Nachfolge von Wolfram Weimer zum 1. Februar an, seinen Posten als Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte er dafür aufgegeben. Wolfram Weimer, der das Magazin als Gründungschefredakteur seit 2004 geleitete hatte, ist seit März Entwicklungschef beim Nachrichtenmagazin "Focus". Zum 1. September soll Weimer Chefredakteur – gleichberechtigt mit Uli Baur – beim "Focus" werden. Beide lösen zu diesem Datum Helmut Markwort ab, wie der Burda-Verlag im vergangenen Herbst bekannt gegeben hatte.

(Dieser Artikel wurde am 24. April 2010 aktualisiert. Die Red.)

http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/2896-linksruck-bei-cicero
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