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Christliches Streaming-Portal „Pure Flix” wächst

Das amerikanische Streaming-Portal Pure Flix will eine christliche Alternative zu Branchenriesen wie Netflix sein. Die steigenden Abonnentenzahlen geben den Gründern Recht, die vermehrt auf Eigenproduktionen ohne „Sündhaftes“ setzen.
Von PRO
Die Seifenoper „Hilton Head Island“ gehört zu den aktuellen Eigenproduktionen des christlichen Streaming-Portals Pure Flix

Foto: Pure Flix

Die Seifenoper „Hilton Head Island“ gehört zu den aktuellen Eigenproduktionen des christlichen Streaming-Portals Pure Flix

Seit zwei Jahren gibt es das Streaming-Portal Pure Flix in den USA. Der Name ist an den Branchenriesen Netflix anglehnt, wobei die englische Ergänzung „Pure“ für sauber und ordentlich steht. Pure Flix hat sich auf christliche Familienunterhaltung spezialisiert. Das Monats-Abonnement kostet elf Dollar. Damit gibt es unbegrenzten Zugriff auf religiöse Unterhaltungsfilme, Dokumentationen und Predigten. Auch bibeltreue Seifenopern wie „Hilton Head Island“ hat das Portal im Angebot.

Das Streaming-Portal legt wert darauf, dass sein Unterhaltungsangebot ohne Schimpfwörter, Sex und Gewalt auskommt. Laut der Nachrichtenseite Vice News nutzen mittlerweile 1,6 Millionen Amerikaner im Monat Pure Flix. Anfangs bestand die Datenbank überwiegend aus alten TV-Serien und Filmen mit religiöser Note. Durch die wachsende Zahl der Abonnenten fließt aber auch immer mehr Geld in Eigenproduktionen wie „Hilton Head Island“.

„Sicherer Raum“ für christliche Eltern

Einer der Mitbegründer ist Geschäftsführer David A. R. White. Der Sohn eines mennonitischen Pastors hat keine Angst vor der übermächtigen Konkurrenz durch den Streaming-Giganten Netflix, sagt er im Interview mit Vice News. Seine Zielgruppe würde sich bei den herkömmlichen Anbietern nicht wohl fühlen. Pure Flix biete einen „sicheren Raum“ ohne „Sündhaftes“.

Den bislang größten kommerziellen Erfolg gab es aber bereits vor der Gründung der Streaming-Plattform. Im Jahr 2014 war Pure Flix Entertainment noch eine normale Filmproduktionsfirma. Sie brachte den Film „God’s Not Dead“ (Gott ist nicht tot) heraus. Darin geht es um Studenten, die sich ihrem Professor widersetzen. Der will, dass sie in seinem Seminar den Satz „Gott ist tot“ aufschreiben. Der Film kostete gut eine Million Dollar, spielte aber an den amerikanischen Kinokassen 60 Millionen Dollar ein. Hinzu kamen 30 Millionen Dollar durch den Heimvideomarkt. Ein Jahr später konnte die Firma das eigene Streaming-Portal starten.

Pure Flix setzt bei eigenen Produktionen vermehrt auf die Greenscreen-Technik. Schauspieler agieren dabei vor einer grünen Wand. Über den Computer wird dann der Schauplatz oder der Ort digital hinzugefügt. Das soll die Budgetkosten reduzieren, weil aufwendige Außendrehs wegfallen. Eine gewisse Künstlichkeit der Szenen ist so aber auch bei den aktuell sieben eigenen Serien nicht zu vermeiden.

Von: Michael Müller

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