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Christliches Fernsehen made in Taiwan

Good TV ist der erste und größte christliche Fernsehsender im chinesischen Raum. Von Taiwan aus erreicht er die wachsende chinesische Gemeinde weltweit. Den Anstoß für den Sender hat der Gründer Tony Tseng in Deutschland bekommen.
Von PRO
Gründer und Geschäftsführer von Good TV: Tony Tseng

Foto: Markus Bender

Gründer und Geschäftsführer von Good TV: Tony Tseng
China ist mit 1,4 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt. Die Zahl der Christen schätzt das überkonfessionelle Hilfswerk „Open Doors“ auf etwa 85 Millionen. Die Zahl steigt – auch in anderen chinesisch-sprachigen Ländern. Diese Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, hat sich der Sender Good TV zur Aufgabe gemacht und setzt dabei auf ein Konzept mit zwei Fernsehkanälen. Auf dem einen Kanal laufen Familienratgeber-Sendungen, Englischkurse oder Zeichentrickfilme für Kinder. Das Ziel ist immer, relevante gesellschaftliche Themen aus christlicher Sicht darzustellen und solche Werte weiterzugeben. „Wir vermitteln die gute Nachricht über diesen Ansatz, um die Mehrheit der Chinesen zu erreichen, die eine eher ablehnende Haltung gegen das Christentum haben“, sagt Sender-Gründer Tony Tseng. „Gerade Familienthemen sind für die Chinesen wichtig und so bekommen sie Antworten auf wichtige Fragen aus christlicher Perspektive. Dadurch kann die Mentalität geändert werden, da sie ins Nachdenken kommen und sich so Schritt für Schritt für die gute Nachricht öffnen.“Auf dem zweiten Kanal laufen Lobpreis, Talksendungen oder Predigten unter anderem von Joyce Meyer, er richtet sich damit speziell an Christen. Sie sollen dadurch im Glauben gestärkt werden. Denn aufgrund der steigenden Zahl an Christen gebe es Bedarf an geistlichen Inhalten: „Wir bekommen immer wieder Rückmeldungen, dass unser Programm vielen auf ihrem Weg geholfen hat“, sagt Tseng.

Wichtig für chinesische Gläubige

Der Sender ist mit seinem Konzept und seinen Inhalten gefragt. Weil der erste Kanal Programm für Nicht-Gläubige ausstrahlt, landet er in Taiwan, in dem Christen mit sieben Prozent Bevölkerungsanteil eine Minderheit darstellen, unter hundert anderen Sendern im Kabelnetz auf Programmposition 15. Damit liegt er unmittelbar hinter den staatlichen Fernsehsendern. „Das ist für uns ein Wunder, weil man für eine solche Programmposition normalerweise viel Geld bezahlen muss“, sagt Tseng. Monatlich schaltet rund ein Viertel der taiwanischen Bevölkerung den Sender ein. Der Sender spielt aber auch außerhalb von Taiwan eine wichtige Rolle: Das Programm kann unter anderem auf den Philippinen, in Hong Kong und auf dem chinesischen Festland empfangen werden. Gerade in China spielt das Internet und die Übertragung via Satellit wegen des kontrollierten Fernsehmarktes seitens der Regierung eine wichtige Rolle. Die Lage der Christen in China ist laut Tseng gut: „Die Regierung hat kein Problem damit, wenn Menschen an Jesus glauben“, aber religiöse Sender seien im staatlichen Kabelprogramm nicht zugelassen. „Wir wollen den chinesisch-sprechenden Menschen über alle denkbaren Kanäle das Evangelium zur Verfügung stellen“, sagt Tseng. Allein auf YouTube stellt der Sender deshalb Tausende Videos online. Für das Programm arbeiten rund 200 Mitarbeiter. Der Sender finanziert sich rein aus Spenden. Möglich wurde der Sender vor 17 Jahren, als der TV-Markt in Taiwan liberalisiert wurde. Mittlerweile senden auch andere christliche Sender im chinesischen Raum wie beispielsweise GOD TV.

Anstoß hat Besuch in Deutschland gegeben

Gründer Tseng ist 67 Jahre alt und verantwortet den Sender als Geschäftsführer ehrenamtlich. Von Beruf ist er Handelsvertreter für deutsche Industrieprodukte in Taiwan. Während seiner ersten Geschäftsreise nach Deutschland wurde ihm bewusst, dass die gesellschaftlichen Strukturen anders als in China auf christlichen Werten aufgebaut sind: „Überall in Städten stehen Kirchen im Zentrum. Sowas gibt es bei uns in Taiwan nicht.“ Als junger Christ aus einem buddhistischen Elternhaus war das für ihn damals unvorstellbar, dass eine Gesellschaft so umfassend christlich geprägt sein kann. Das hatte ihn damals dazu motiviert, einen Fernsehsender in Taiwan aufzubauen, um damit Menschen mit dem Evangelium zu erreichen und ebenfalls Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, um sie mit Gott bekannt zu machen. „Das Fernsehen ist dafür die beste Möglichkeit“, sagt er. Tsengs Ziel für die Zukunft: Die chinesische Bevölkerung weiter mit dem Evangelium zu erreichen um die gute Nachricht zu verbreiten. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/china-wenn-glaube-als-fortschritt-gesehen-wird-92248/
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/geschichten-aus-dem-untergrund-89859/
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