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Christlicher Preis für Film über Versöhnung

Der Spielfilm „Schuld sind immer die anderen“ und eine Dokumentation über Nordkorea haben den christlichen Filmpreis „David“ gewonnen. Auch ein Drama über Selbstmord unter Jugendlichen wurde ausgezeichnet.
Von PRO
Ralf Dilger, Produzent von „Jeder Tag zählt”, Hans-Martin Fischer, Co-Autor und Co-Regisseur von „Mobbing” und Lars-Gunnar Lotz, Regie bei „Schuld sind immer die anderen”

Foto: CFF

Ralf Dilger, Produzent von „Jeder Tag zählt”, Hans-Martin Fischer, Co-Autor und Co-Regisseur von „Mobbing” und Lars-Gunnar Lotz, Regie bei „Schuld sind immer die anderen”
Der Film „Schuld sind immer die anderen“ von Autorin Anna M. Praßler und Regisseur Lars-Gunnar Lotz erzählt von der Aussöhnung zwischen einem jugendlichen Straftäter und seinem Opfer. Die Produktion belegte am Samstag den ersten Platz in der Kategorie „Szenischer Film und Serie mit einem Budget von über 700 Euro pro Spielminute“. Die Aufteilung der Preiskategorien nach Produktionsbudget wurde in diesem Jahr neu eingeführt, um den unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen Rechnung tragen zu können. Den Preis für eine solche Produktion mit Kosten von bis zu 700 Euro pro Spielminute konnte allerdings keiner der drei nominierten Beiträge gewinnen. Da die Jury von keinem der Filme vollends überzeugt war, entschied sie sich, statt eines Hauptpreises eine „lobende Erwähnung“ auszusprechen – für den Film „Mobbing – Wenn der Spass aufhört“. Die Filmemacher Gisela Mayer, Andreas Söltzer und Hans-Martin Fischer zeigten sich erfreut darüber, dass ihr Film als Präventivmaßnahme in pädagogischen Einrichtungen gezeigt wird. Applaus in Abwesenheit gab es für Autor und Regisseur Marc Wiese und seine Dokumentation „Camp 14 – Total Control Zone.“ Der Film konnte sich in der Kategorie „Dokumentation & Reportage (Budget über 500 € pro Spielminute)“ durchsetzen. Die von der Jury als „exzellent“ bezeichnete Dokumentation zeigt verschiedene Lebensstationen des in einem nordkoreanischen Umerziehungslagers geborenen und aufgewachsenen Shin Dong-hyuk auf, dem mit 23 Jahren die Flucht gelingt. Die Jury erachtet den Film, der schonungslos die unaussprechlichen Schrecken eines totalitären Regimes und damit tiefste Unmenschlichkeit aufzeigt, als wichtig, denn „in Zeiten zunehmender Konflikte dürfen gerade Medien nicht aufhören, die Frage zu stellen, was uns menschlich macht“.

„Maria Prean“-Regisseurin Hüttenrauch erneut erfolgreich

Auch die Regisseurin Janina Hüttenrauch durfte sich über eine Auszeichnung freuen. Ihr Film „Jeder Tag zählt“ konnte die Jury in der Kategorie „Dokumentation & Reportage (Budget bis 500 € pro Spielminute)“ überzeugen. Der Film erzählt die beinahe unglaubliche Lebensgeschichte des jungen Musikers und Chorleiters Chris Lass: Eine Krankheit macht seine Karrierepläne als Sportler zunichte, eine schreckliche Tragödie traf seine Familie und er selbst wurde Opfer einer Geiselnahme. Trotzdem verlor der Protagonist seine Lebensfreude und sein Vertrauen in Gott nicht. Besonders knapp fiel die Entscheidung in der Kategorie „Kinder-und Jugendfilm“ aus. Schlussendlich konnte sich aber der Film „Lebensmüde“ von den Autoren Anja Kömmerling und Thomas Brinx sowie Regisseur Carsten Fiebeler durchsetzen. In dem Film, der das Thema Selbstmord unter Jugendlichen aufgreift, will sich ein junges Mädchen gemeinsam mit einer Freundin, die sie im Internet kennen gelernt hat, das Leben nehmen. Ihr Cousin verhindert dies und macht sie auf ihre verborgenen Talente aufmerksam. Der Film spüre „unterschiedlichen Mechanismen nach, die in Isolation und Verzweiflung führen“ und zeige „wie wichtig gelebte Achtsamkeit sowie ernst gemeinte Nächstenliebe ist“, erklärte die Jurorin Sabine Berchter.

Nachwuchspreis für Doku über Aramäer

Bereits zum zweiten Mal wurde von der Evangelischen Medienhaus GmbH der „Primus Truber“-Nachwuchsjournalistenpreis verliehen. Er ging in diesem Jahr an den Film „Die Rückkehr der Aramäer“ von Anja Reiß. In der Dokumentation begleitet die Regisseurin einige Familien aramäischer Christen aus Baden-Württemberg, die einen Neuanfang in ihrer alten Heimat wagen wollen. Der Film kläre auf und biete einer Religionsgemeinschaft eine Stimme, die in unseren täglichen Medien nur selten zu Wort komme, so Jürgen Kaiser, Geschäftsführer der Evangelischen Medienhaus GmbH. Mit dem 2002 zum ersten Mal verliehenen überkonfessionellen „CFF Filmpreis David zeichnet der Verein „CFF – Forum für Christen in Film und Fernsehen“ Film-und Fernsehproduktionen aus, die auf überzeugende und lebendige Weise christliche oder sozialverantwortliche Werte transportieren. Neben der inhaltlichen Ausrichtung der Beiträge liegt bei der Beurteilung ein besonderes Augenmerk auf der kreativen Umsetzung. 2014 wurden knapp 60 Filme zur Bewertung eingereicht. Die Preisgelder reichen von 500 bis 1.000 Euro. Der fünfköpfigen Jury gehörten in diesem Jahr der Regisseur Martin Nowak, der Abteilungsleiter Unterhaltung bei RTL II, Christian Rudnitzki, die Kamerafrau Sabine Berchter, Bildungsrefrent Jakob Hoffmann und der Produzent Georg Stringl an. Unterstützt wird der Filmpreis von der Evangelischen Medienhaus GmbH, der SCM Stiftung Christliche Medien, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Master Kitchen, der Stiftung Geistliches Leben, Living Images und Bibel TV. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/katholischer-medienpreis-fuer-nordkorea-doku-88632/
https://www.pro-medienmagazin.de/film/detailansicht/aktuell/chris-lass-musik-mit-botschaft-87159/
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