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Christliche Helfer in Pakistan getötet

In Pakistan sind am Mittwoch sechs Mitarbeiter von World Vision getötet worden. Die christliche Organisation leistet dort seit vielen Jahren humanitäre Hilfe. Die Polizei vermutet einen islamistischen Anschlag.

Von PRO

Foto: World Vision Deutschland

Die Täter hatten zunächst Bomben oder Granaten gezündet und dann das Feuer eröffnet. Ein Sprecher von World Vision sagte am Mittwoch gegenüber pro, sechs pakistanische Mitarbeiter seien getötet und acht verletzt worden. Vier von ihnen seien bereits aus dem Krankenhaus entlassen, die anderen vier seien schwer verletzt. Obwohl das Hilfswerk christlich motiviert ist, seien die Opfer ausschließlich muslimische Mitarbeiter gewesen. World Vision hat alle Hilfsmaßnahmen in Pakistan bis auf Weiteres eingestellt. Der Anschlag ereignete sich im Mansehra Distrikt, 65 Kilometer nördlich von Islamabad.

Das pakistanischen World Vision-Büro teilte mit, es habe im Vorfeld der Tat weder Hinweise auf einen Anschlag noch einen Drohbrief  gegeben. Grundsätzlich würden westliche Organisationen in Pakistan aber als Feinde betrachtet. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, im Distrikt Mansehra hätten zahlreiche Taliban-Kämpfer Zuflucht gesucht, die vor Armeeoperationen in anderen Gegenden geflohen seien. Bei zwei Selbstmordangriffen auf Polizeiwachen in dem Distrikt wurden im vergangenen Monat ein Polizeioffizier getötet und mehrere Sicherheitskräfte verletzt. Pressemeldungen zufolge geht vermutlich auch der Anschlag am Mittwoch auf das Konto muslimischer Extremisten. Die Polizei fahndet nach 15 maskierten Bewaffneten, die nach dem Angriff in die Berge geflohen sein sollen. World Vision selbst erklärte, alle Vermutungen seien bisher rein spekulativ.

World Vision: "Geschockt über sinnlosen Tod"

"Wir sind geschockt über den brutalen Angriff und diesen sinnlosen Tod unserer Kollegen", erklärte  der Vorstandvorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt. "Diejenigen, die die Helfer getötet haben, müssen wissen, dass sie ihre eigenen Landsleute umgebracht haben und noch dazu Menschen, die sich gegen Armut und für bessere Lebensbedingungen in ihrem Land eingesetzt haben."

Die "Tagesschau" berichtet, dass auch die Vereinten Nationen nur noch eingeschränkt in Pakistan arbeiten, nachdem sich im Oktober vergangenen Jahres ein Selbstmordattentäter in deren Büro in der Hauptstadt Islamabad in die Luft gesprengt hat.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Günter Nooke, teilte am Mittwoch mit, der Anschlag habe ihn tief erschüttert. "Ich bin bestürzt über den Tod von fünf Menschen, die sich im Sinne der Menschen vor Ort, aber auch in unserem Sinne für Frieden und Entwicklung in Pakistan eingesetzt haben." Nooke ist zugleich Mitglied im Kuratorium der deutschen Sektion von World Vision. 

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach Waffenschmidt in einem Brief sein Mitgefühl aus. „Ich empfinde diesen hinterhältigen Anschlag als sehr schmerzlich, zumal ich mich erst kürzlich persönlich von den Bemühungen Ihrer Organisation vor Ort in Friedrichsdorf überzeugen konnte. Die Arbeit dieser größten internationalen Hilfsorganisation in Hessen ist unentbehrlich für langfristige und nachhaltige Entwicklungsprojekte, und ich möchte Sie ermuntern, diese auch trotz des Anschlags weiter mit Energie und Stehvermögen fortzuführen“, so Koch. Er hatte die Hilfsorganisation an ihrem Deutschland-Sitz in Friedrichsdorf Ende Februar im Rahmen einer Hessenreise besucht und sich über deren Entwicklungsarbeit informiert.

World Vision engagiert sich seit 1992 in Pakistan, insbesondere im Bereich humanitärer Hilfe. In dem Büro in Mansehra arbeiten Einheimische. Derzeit fördert die Organisation in Pakistan Schulprojekte sowie die landwirtschaftliche Entwicklung und betreut eine Mutter-Kind-Arbeit. Im Jahr 2009 arbeitete World Vision Deutschland nach eigenen Angaben in 239 Projekten in 48 Ländern. Die Organisation arbeitet mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. (pro)

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