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Christenverfolgung in Nigeria auf der Agenda deutscher Politiker

Politiker in Deutschland haben mit Bestürzung auf die Bombenanschläge auf Kirchen in Nigeria reagiert, bei denen am ersten Weihnachtsfeiertag mindestens 40 Menschen getötet worden waren. Bundespräsident Wulff bezeichnete die Taten als "verabscheuungswürdig", Unionsfraktionschef Volker Kauder will 2012 nach Nigeria reisen, um sich persönlich für die Christen dort einzusetzen. 
Von PRO

Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion / Laurence Chaperon CC-BY-SA

Bundespräsident Christian Wulff (CDU) erklärte, dass diese feige Gewalt von keiner Religion gedeckt sei. "Besonders verabscheuungswürdig ist, dass sich die Anschläge gegen Menschen richteten, die sich friedlich an Weihnachten in ihren Gotteshäusern versammelt hatten", sagte er. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte Freunde, Partner und Gleichgesinnte aus der aller Welt auf, sich dem Übel von Terrorismus, Gewalt und Unterdrückung mit ganzer Kraft entgegenzustellen. Dies gelte für Afghanistan und Nigeria, aber auch für Syrien, Weißrussland und anderswo.

Kauder: Christenverfolgung soll von UNO-Vollversammlung diskutiert werden

Für die Anschläge ist die radikal-islamische Sekte "Boko Haram" verantwortlich, die jeden westlichen Lebensstil ablehnt und sich selbst als "nigerianische Taliban" bezeichnet. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, forderte im "Deutschlandfunk" eine klare Reaktion friedlicher Muslime auf die Terrorakte. Der Islam dürfe nicht schweigen, sondern müsse sich überall auf der Welt als friedfertig darstellen, betonte er. Kauder kündigte in dem Interview an, 2012 selbst nach Nigeria reisen zu wollen, um Informationen aus erster Hand über die Lage der Christen zu bekommen und sich für ihre Sicherheit einzusetzen. Außerdem wolle er sich dafür stark machen, dass das Thema Christenverfolgung sowohl vom Europarat als auch von der Vollversammlung der Vereinten Nationen behandelt wird.

Nigeria ist mit etwa 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Im Süden leben hauptsächlich Christen, im Norden Muslime. Polizeiminister Caleb Olubumi kündigte an, mehr Sicherheitskräfte vor Kirchen zu postieren.

Nach tagelangen Gefechten zwischen Regierungstruppen und den Kämpfern der "Boko Haram"-Sekte im Nordosten des Landes ist die Lage in Nigeria ohnehin gespannt. Seit Donnerstag wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 100 Menschen getötet, darunter auch 50 Sektenmitglieder. Viele Bewohner sind auf der Flucht vor den Unruhen. (pro/dpa)

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