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Christentum, das ungerupfte Huhn

Kurt Flasch hat ein vielbeachtetes Buch geschrieben, in dem er erklärt, warum er den christlichen Glauben ablehnt. Am Donnerstag bemühten sich Bundestagspräsident Norbert Lammert und Autorin Felicitas Hoppe, ihn zu widerlegen.
Von PRO
„Dem Christentum sind sind die Felle davongeschwommen“, sagt Kurt Flasch

Foto: pro

„Dem Christentum sind sind die Felle davongeschwommen“, sagt Kurt Flasch
Für den Historiker Kurt Flasch ist das Christentum wenig mehr als ein „höherer Optimismus“, der sich aus einer Religion speist, der die „Felle davon geschwommen sind“. „Glaubt ihr wirklich, was im Glaubensbekenntnis steht?“, fragte er am Donnerstag die versammelte Hörerschaft bei der Katholischen Akademie zu Berlin. Eine Antwort verlangte diese Frage nicht, der Autor reagierte zugleich auf beide möglichen Entgegnungen. In heutigen Zeiten sei ein Gott als metaphysischer Weltenschöpfer nicht mehr erklärbar, die Wissenschaft stehe dem im Weg. Wer aber nicht an den ursprünglich in der Bibel dargestellten Gott glaube, der könne es auch gleich lassen. Den Beginn des Untergangs christlicher Weltdeutungshoheit verknüpft Flasch mit der Erfindung der historisch-kritischen Bibelanalyse. Wer nicht mehr an den Teufel oder gar an die Auferstehung Jesu glaube, der könne sich schwerlich Christ nennen. Wer sich aber als solcher bezeichnet und besagtes Credo gewissentlich mitspricht, ist für Flasch ebenfalls ein Narr.

Kirchenkritik statt existenzielle Zweifel

„Glauben ist nicht Wissen“, entgegnete die preisgekrönte Autorin Felicitas Hoppe. Manche Dinge seien nicht beweisbar, das sei auch nicht der Anspruch kirchlicher Lehre. Entsprechend sei dies den Christen auch nicht vorzuwerfen. Flasch habe die Vorstellung, es existiere so etwas wie ein originales Christentum, von dem sich die Kirche entfernt habe: „Dieses ungerupfte Huhn gibt es aber nicht.“ Und was halte Flasch denn letztlich davon ab, sich der Folgen des Glaubens zu erfreuen, ohne die Ursachen zu verehren? Bundestagspräsident Norbert Lammert brachte es auf eine Formel: „Das, was ich weiß, muss ich nicht glauben. Das, was ich nicht weiß, kann ich nur glauben, weil ich keine andere Chance habe.“ Bei Flasch diagnostizierte er eine „Melancholie“, die von seinem Leiden daran herrühre, dass er den Glauben nicht gänzlich erklären könne. Heimlich setze er Glaube und Kirche gleich. Der Glaube aber sei auch ohne die Dogmen der Kirche möglich. „Deshalb hängen Ihre Schlussfolgerungen in der Luft.“ (pro)
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