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Christen in Syrien: Furcht vor der Zukunft

Erol Dora ist der einzige christliche Abgeordnete im türkischen Parlament. Im Gespräch mit der österreichischen Zeitung "Der Standard" erklärt er, warum er sich um die aktuelle Situation der Christen in Syrien und vor allem deren Zukunft ernsthafte Gedanken macht.

Von PRO

Foto: Jeff Werner

Zwar stünden viele Christen in Syrien nach wie vor hinter Machthaber Bashar al-Assad. Dies bedeute nicht, dass sie seine Politik gutheißen würden. Im Gespräch mit dem "Standard" stellt Dora heraus: "Viele Christen in Syrien fürchten die Zeit nach Assad. Sie befürchten, dass Fundamentalisten an die Macht kommen könnten. Unter Assad, der als Alawit auch einer Minderheit angehört, hatten die Christen ein verhältnismäßig freies Leben."

Um die Ängste der syrischen Christen zu erklären, verweist der Jurist auf den Irak: "Sie haben gesehen, wie es ihren Glaubensgenossen im Irak ergangen ist." Dort habe sich die Zahl der Christen nach dem Ende der Diktatur von Saddam Hussein, "die niemand gutheißen konnte", halbiert. Viele von ihnen seien entweder in den Norden in die autonomen kurdischen Gebiete gezogen oder nach Syrien und Jordanien emigriert.

Nach Husseins Sturz seien viele Kirchen angegriffen und zahlreiche Christen ermordet worden, schildert Dora. Eine Mitschuld an der Situation gibt er auch den USA, weil sie den Irak in die drei Gruppen Sunniten, Schiiten und Kurden teilten: "Christliche und andere Minderheiten wurden dabei übergangen. Und ohne eine offizielle Schutzmacht im Staat brach dann eine regelrechte Jagd auf diese Gruppen aus", bilanziert der türkische Politiker. (pro)

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