Das christliche Medienmagazin

Christen dürfen wieder „Allah“ sagen

Im muslimisch geprägten Malaysia tobte jahrelang ein Rechtsstreit darüber, ob Christen Gott „Allah“ nennen dürfen. Das oberste Gericht entschied: Ja, das dürfen sie.
Von Johannes Blöcher-Weil
Moscheen und der Islam beherrschen in Malaysia das öffentliche Bild. Da haben es Christen mit ihren Anliegen bisweilen schwer.

In Malaysia durften jahrelang nur Muslime das Wort „Allah“ für Gott verwenden. Wie das Online-Nachrichtenportal Vatican News berichtet, hat das oberste malaysische Gericht ein entsprechendes Verbot der Regierung aufgehoben. Damit darf das Wort „Allah“ auch wieder in christlichen Texten verwendet werden.

Vorangegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit. Die Regierung in Kuala Lumpur hatte festgesetzt, dass das Wort „Allah“ allein für den Gott der Muslime stehe. Deswegen dürfe es nicht für den Gott der Christen verwendet werden. Die Nutzung könne Muslime verstören und zu Unruhen führen, hieß es damals zur Begründung.

Auch in Bedrohungszeiten absolut geschützt

Jetzt urteilten die Juristen laut dem Online-Portal Vatican News, dass das Verbot dem verfassungsmäßigen Recht auf Religionsfreiheit widerspreche. Im Urteil der Richter heißt es, die Religionsfreiheit sei „selbst in Zeiten der Bedrohung der öffentlichen Ordnung absolut geschützt“.

Zur Historie: Die Christin Jill Ireland hatte 2008 gegen das Verbot geklagt, nachdem der malaysische Zoll bei ihrer Rückkehr aus Indonesien acht christliche CDs mit der Aufschrift Allah beschlagnahmt hatte. Während des ersten Prozesses wurden 2010 elf Kirchen von islamischen Fanatikern mit Brandbomben verwüstet.

Die katholische Zeitung The Herald hatte das Wort „Allah“ als Synonym für „Gott“ benutzt, weil dies seit Jahrhunderten in Malaysia üblich sei. Auch im Zuge dieser Debatte war es zu Brandanschlägen und Vergeltungsmaßnahmen gegen Kirchen, Sikh-Tempel und Moscheen gekommen. 2013 verbot die damalige Regierung dem Blatt die Verwendung von „Allah“ in ihrer malaiischsprachigen Ausgabe.

Die Zeitungsmacher argumentierten, dass das Wort nicht exklusiv zum Islam gehört. Die Politiker warnten damals, dass Christen mit der Benutzung der Bezeichnung „Allah“ die Missionierung und Konvertierung von Muslimen zum christlichen Glauben vorantreiben wollten. Der Zeitung drohte ein Verbot, sollte sie das Wort „Allah“ weiter als Synonym für Gott verwenden.

Rechte werden immer wieder ausgehöhlt

In Malaysia ist jeder Zehnte der 28 Millionen Einwohner Christ. Die Mehrheit stellen Muslime mit 60 Prozent. Insgesamt 20 Prozent der Bevölkerung sind Hindus oder Anhänger von Naturreligionen. Der Islam ist in Malaysia zwar Staatsreligion, aber ansonsten herrscht Religionsfreiheit. Trotzdem beklagen Minderheiten, dass ihre Rechte im Alltag immer wieder ausgehöhlt werden.

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen