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Christ & Welt fragt nach der Kraft des Gebets

Im Gebet können Menschen Gott ihre Sorgen und Nöte bringen. In der aktuellen Ausgabe der Zeit-Beilage Christ und Welt beschreiben vier Personen, darunter ein katholischer Theologieprofessor und eine Atheistin, welche Erfahrungen sie mit dem Gebet – auch in der Corona-Krise – gemacht haben.
Von PRO
Wie viel Kraft steckt im Gebet? Dieser Frage sind die Journalisten der Zeit-Beilage Christ und Welt nachgegangen.

Foto: Gemeinfrei

Wie viel Kraft steckt im Gebet? Dieser Frage sind die Journalisten der Zeit-Beilage Christ und Welt nachgegangen.

Welche Kraft hat es, wenn Menschen beten? Mit dieser Frage beschäftigen sich vier Personen in der aktuellen Ausgabe der Zeit-Beilage „Christ und Welt“. Einer von ihnen ist der Salzburger Theologieprofessor Gregor Maria Hoff, eine andere die atheistische Journalistin Valerie Schönian.

In der Corona-Krise hätten sich viele Gläubige gefragt, ob die Kirche weiter für Verstorbene bete, schreibt Hoff. Für den Fundamentaltheologen ist Beten kein isolierter Glaubensakt. Im Glauben nehme man Anteil an dieser Welt, an konkreten Menschen und Situationen. Im Gebet adressiere sich der Glaube an Gott als den Grund dieser Welt. Die Corona-Krise habe viele Beziehungen gekappt. Das Gebet schaffe eine Gemeinschaft, die niemand ausschließt.

Sich radikal auf Gott einlassen

Empirische Erfolge des Gebets ließen sich nicht nachweisen. Ein unerhörtes Gebet könne einen schalen Nachgeschmack hinterlassen und das Gottesbild belasten. Er warnt aber auch davor, Fürbitten an ihren Ergebnissen zu messen. Dies stelle die Logik des Betens auf den Kopf: „Im Gebet lässt sich der Beter radikal auf die unbegrenzte schöpferische Lebensmacht Gottes ein.“ Der Grund aller Hoffnung auf Gebetserhörung solle Gott selbst bleiben, findet Hoff.

Die Atheistin Valerie Schönian verdeutlicht, dass Beten jedem passieren könne. Dabei müsse es nicht um „den bewussten Versuch eines Zwiegesprächs mit Gott“ gehen. Hinter dem Stoßgebet eines Atheisten verberge sich stets die Hoffnung, dass Beten nicht sinnlos sei. Sie sei selbst trotzdem nie davon ausgegangen, „dass sich durch das Beten tatsächlich etwas ändert in der Welt“.

Menschen, die ihr von Gebetserhörungen berichteten, hätten sie an Pippi Langstrumpf erinnert. Diese habe sich die Welt auch nach ihren Vorstellungen gestaltet. Oft habe sie sich gewünscht, dass diese Menschen die Welt anders veränderten als mit stundenlangen Gebeten. Als sie jetzt damit begonnen habe zu meditieren, habe sich ihre Meinung geändert. Die Erfahrungen von Meditation und Gebet, wie Verbundenheit, Stärke und Sicherheit, ähnelten sich. Mittlerweile sehe sie in der Tatsache, in allem Gottes Wirken erkennen zu wollen, eine Parallele dazu, in allem nur Zufall zu sehen. Damit machten sich auch Atheisten die Welt ein Stück weit, wie sie ihnen gefällt.

„Für diese Heiligen musste ich einfach beten“

Für den 49-jährige Geschäftsführer von Zeit Credo, Patrik Schwarz, schwinge beim Beten immer die Sorge mit, ob er für seine kleinen Sorgen wirklich die Aufmerksamkeit eines Allmächtigen beanspruche. Seine eigenen Gebete hätten sich nur in den seltensten Fällen auf den Erfolg der Virologen gerichtet: „Ich habe gegen eine nackte Not in erster Linie angebetet: meine eigene.“

Andreas Öhler, Christ & Welt-Redakteur, bekennt, dass er lange nicht wusste, „wie ich es mit dem Glauben an das Gebet halten“ soll. Er habe in der Zeit der Pandemie für die Menschen gebetet, die am Bett der Kranken gesessen und deren Hand gestreichelt haben: „Für diese Heiligen musste ich einfach beten.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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