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Bund unterstützt Hochschulen beim Islam-Unterricht

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Hochschulen, die Imame und Islam-Lehrer ausbilden wollen. Kommende Woche gibt das Ministerium bekannt, welche Unis den finanziellen Zuschuss erhalten. Schon jetzt kündigt die Universität Tübingen an, im kommenden Jahr mit der Islam-Ausbildung zu beginnen.
Von PRO

Foto: Tinou Bao

Wie das Bundesministerium gegenüber pro mitteilte, sollen die Hochschulen, die künftig Imame und Pädagogen in islamischen Studien ausbilden, jeweils 1,5 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Das Bildungsministerium will dabei rund zwei Drittel der jährlichen Summe übernehmen, etwa in Form von Gastprofessuren. Laut Ministerium sollen zwei bis vier Hochschulen die Zuschüsse erhalten. Die Unterstützung geht zurück auf einen Beschluss des ehemaligen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble, der im Rahmen der ersten Islamkonferenz die Errichtung von Islamischen Fakultäten zum Ziel erklärt hatte, um somit einen Einfluss darauf zu haben, was in Moscheen in Deutschland gelehrt wird.

Um die Zuschüsse haben sich die Universitäten Osnabrück, Marburg-Gießen, Erlangen, Tübingen und Münster beworben. Am 14. Oktober will das Bundesministerium für Bildung bekannt geben, welche Hochschulen die Zuschüsse erhalten.

Bislang kommen die Imame, die in Deutschland tätig sind, meistens aus der Türkei, sprechen kein Deutsch und kennen die westeuropäische Kultur kaum, kritisieren Experten. Dies sei ein großes Hemmnis für die Integration der etwa vier Millionen Muslime in Deutschland. Um den Bedarf an islamischem Religionsunterricht an deutschen Schulen zu decken, würden bis zu 5.000 ausgebildete Fachkräfte gebraucht, schätzt die Bildungsgewerkschaft GEW. Nach einer Übersicht der Kultusministerkonferenz aus dem Sommer 2008 erteilten jedoch erst 350 Lehrkräfte islamischen Religionsunterricht an Schulen.

Das baden-württembergische Landeskabinett hat am Montagabend die Einrichtung eines Fachbereichs für Islamische Studien an der Universität Tübingen zum Wintersemester 2011/2012 beschlossen. Vom nächsten Jahr an sollen dort islamische Geistliche, Pädagogen und Sozialarbeiter ausgebildet werden, heißt es in einem dpa-Bericht. In einigen Jahren sollen dann sechs Professoren bis zu 320 zukünftige Vorbeter für Moscheen ausbilden, teilte das Staatsministerium am Dienstag in Stuttgart mit. Bei der Suche nach Professoren werde die Universität Tübingen darauf achten, muslimische Theologen zu finden, die zumindest einen Teil ihrer akademischen Laufbahn in Deutschland absolviert haben, sagte Rektor Bernd Engler gegenüber dpa.

Auch die Westfälische Wilhelms-Universität Münster hat vor kurzem angekündigt, ab Herbst islamische Religionslehrer ausbilden zu wollen. Dort ist der 38-jährige Mouhanad Khorchide Professor für islamische Religionspädagogik. Fast jeder vierte der knapp vier Millionen Muslime sei minderjährig, sagt Khorchide gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bisher hätten nur drei Prozent von ihnen islamische Religionskunde.

In Berlin eröffnete zudem vor einem Jahr die erste private Imam-Schule. Leiter der Schule im Ost-Berliner Stadtteil Karlshorst ist der 38-jährige Alexander Weiger, der vor drei Jahren zum Islam konvertierte. Träger der Schule ist der Berliner Verein "Institut Buhara". (pro)

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