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Bündnis fordert Anti-Mobbing-Gesetz

Das „Bündnis gegen Cybermobbing“ fordert ein Gesetz gegen Mobbing. Am Freitag hat der Verein in Berlin eine Studie vorgestellt, die zeigt, dass besonders junge Menschen betroffen und immensen seelischen Belastungen ausgesetzt sind.
Von Anna Lutz
18- bis 30-Jährige sind besonders häufig von Cybermobbing betroffen
18- bis 30-Jährige sind besonders häufig von Cybermobbing betroffen

Ein Drittel aller Deutschen, Österreicher und Schweizer wurde schon einmal gemobbt. Knapp jeder Zehnte war bereits Opfer von Cybermobbing. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Vereins „Bündnis gegen Cybermobbing”, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach hat sich die Zahl der Opfer im Vergleich zu einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2014 leicht erhöht.

Das „Bündnis gegen Cybermobbing“ fordert deshalb ein Präventionsangebot in Schulen und Informationsstellen in Unternehmen. Außerdem wünscht sich der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Uwe Leest, ein Anti-Mobbing-Gesetz. Zwar seien die Straftatbestände bereits durch andere Gesetze abgedeckt. Es brauche aber ein eigenes Regelpaket zum Thema, „um ein Zeichen zu setzen“.

Cybermobbing löst analoges Mobbing ab

Laut Leest verlagert sich das Mobbing zunehmend vom analogen in den digitalen Bereich. Es sei leichter, jemanden via Smartphone anzugreifen, als direkt, sagte er. 60 Prozent der Befragten gaben an, am Arbeitsplatz gemobbt worden zu sein, das sind 15 Prozent weniger als vier Jahre zuvor. Die Zahl der Cybermobbingvorfälle mit Bezug zur Arbeit haben hingegen um 12 Prozent zugenommen. Knapp über die Hälfte der Befragten gab an, so etwas schon erlebt zu haben.

Für die Erhebung haben Forscher im Juli mehr als 4.000 Erwachsene in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab 18 Jahren online befragt. Daraus ergab sich auch, dass Frauen besonders häufig angaben, Opfer von Mobbing geworden zu sein, anderthalb mal so häufig wie Männer. Besonders betroffen sind außerdem 18- bis 30-Jährige, ein Ergebnis, das Leest auf die zunehmende Nutzung sozialer Medien und digitaler Geräte in dieser Gruppe zurückführt.

Beschimpfungen, Hänseln, Lügen

Die häufigsten Formen des Mobbings seien Beschimpfungen und Beleidigungen, gefolgt vom Hänseln oder Lügen verbreiten. Viele Opfer macht das traurig und ängstlich. Knapp die Hälfte gab an, depressiv zu sein, betrachtet man die Cybermobbing-Fälle gesondert, bezeichnete sich rund ein Drittel der Opfer als depressiv. 12 beziehungsweise 13 Prozent sagten, sie seien selbstmordgefährdet.

Der Psychologe und Vereinsmitglied beim Bündnis, Daniel Süß, sagte, wenn es um Cybermobbing gehe, seien die Effekte auf das Leben der Betroffenen oft noch stärker. Die Opfer fühlten sich hilfloser und könnten sich dem Mobbing nur schwer entziehen.

Von: Anna Lutz

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