Das christliche Medienmagazin

Bücher und Internet informieren am häufigsten über Glaube

Für "hochreligiöse" Jugendliche in Deutschland bleibt das Buch wichtigstes Medium für "religiöse Informationen", gefolgt von Internet und Gemeindebrief. Das ergab eine Studie der Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Bertelsmann-Stiftung.
Von PRO
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Auch für die Gruppe der "religiösen Menschen" sind Bücher das wichtigste Medium, um sich über Glaubensthemen zu informieren. Im Unterschied zu den "Hochreligiösen" nutzen sie dieses Medium jedoch seltener. Die Studie beschreibt das Nutzungsverhalten der 14- bis 25-Jährigen. Ein weiterer Unterschied zu den Hochreligiösen besteht darin, dass die intensive Nutzung von Büchern erst bei den über 20-Jährigen ausgeprägt ist. Davor werden Fernsehen (bei den 14- bis 17-Jährigen) und Internet (bei den 18- bis 21-Jährigen) zur Informationsgewinnung bevorzugt. Bei diesen beiden Altersgruppen steht das Buch demnach nur an dritter Stelle.

Das in der Gruppe der Hochreligiösen meistgenutzte Buch ist die Bibel. An zweiter Stelle stehen Nachschlagewerke zu religiösen Themen, gefolgt von wissenschaftlicher Literatur zu ethischen Fragen. Bei den beiden jüngsten Altersgruppen der Hochreligiösen (14 bis 17 und 18 bis 21 Jahre) stehen Romane über religiöse Themen an zweiter Stelle.

Oberkirchenrat Udo Hahn, Leiter des Referates "Medien und Publizistik" im Kirchenamt der EKD, sieht in den Ergebnissen einen "wichtigen Hinweis" für die evangelische Publizistik in Deutschland. "Wir dürfen in unseren Bemühungen nicht nachlassen, Themen des Glaubens nachvollziehbar aufzubereiten und attraktiv gestaltet anzubieten, und zwar in Buchform wie auch im Internet", sagte Hahn in einer Pressemitteilung. Die nicht repräsentative Untersuchung lege nahe, dass die Kirche ihre Internetangebote weiter ausbauen müsse, ohne dabei jedoch das Angebot im Printbereich zu reduzieren.

"Wir müssen Formate finden, die junge Leute ansprechen", sagte Detlef Holtgrefe, Leiter des Brunnen Verlages, gegenüber pro. Die hohe Affinität der jungen Generation für elektronische Medien dürfe nicht unterschätzt werden, ohne allerdings Bücher zu vernachlässigen. Ein Erfolgsbeispiel für ein klassisches Druckerzeugnis sei die "Hoffnung für alle"-Bibelübersetzung, die gerade durch ihre vielen verschiedenen Formate und optische Gestaltungsvarianten junge Menschen anspreche. Den Erfolg von Romanen mit religiösen Inhalten gegenüber Sachbüchern beim besonders jungen Publikum erklärt Holtgrefe mit dem World Wide Web: "Wer einen Rat sucht, schaut meist zuerst ins Internet – Romane findet er dort nicht."

Für die Studie wurde von März bis Dezember 2010 der "Religionsmonitor" der Bertelsmann-Stiftung genutzt. Er wurde von Religionswissenschaftlern, Soziologen, Psychologen und Theologen entwickelt und 2007 erstmals angewendet. Ziel der nun vorgestellten Befragung war es herauszufinden, wie stark Jugendliche verschiedene Medien nutzen, um sich über religiöse Themen zu informieren. (pro)

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